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Boxen: Sebastian Sylvester trotz K.-o.-Sieges unzufrieden

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Boxen - Mittelgewicht  

Weltmeister Sylvester trotz K.-o.-Sieges unzufrieden

04.06.2010, 17:09 Uhr | t-online.de

Boxen: Sebastian Sylvester trotz K.-o.-Sieges unzufrieden.

Mittelgewichts-Weltmeister Sebastian Sylvester (li.) besiegt Billy Lyell durch Technischen K.o. (Foto: dpa)

"Oh, wie ist das schön", skandierten 4.500 Zuschauer im Jahnsportforum in Neubrandenburg: Durch Technischen K.o. nach 37 Sekunden der zehnten Runde verteidigte Sebastian Sylvester erstmals seinen Mittelgewichts-Weltmeistertitel des Verbands IBF. Herausforderer Billy Lyell aus den USA, der erst zehn Tage zuvor als Sylvesters Kontrahent eingesprungen war, agierte erwartet tapfer. Doch sein Trainer Jack Loew warf angesichts des klaren Rückstand auf den Punktzetteln das Handtuch.

Abrahams IBF-Titel-Erbe Sylvester, der zum vierten Mal in seinem "Wohnzimmer" in Neubrandenburg antrat, siegte zum 33. Mal in seinem 36. Kampf als Profi. Eigentlich hatte er gegen den Spanier Pablo Vavascues antreten sollen. Der Iberer jedoch wurde bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle des Dopings überführt. Lyell, aus dem Stall des Mittelgewichtsstars Kelly Pavlik, freute sich über die unverhoffte Chance, kassierte in seinem 29. Profifight aber seine achte Niederlage.

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Unzufriedenes Lager des Siegers

Trotz des ungefährdeten Erfolgs zeigten sich anschließend in der ARD weder Sylvester noch sein Trainer Karsten Röwer mit dem Abend zufrieden: "Ich war ein bisschen unter Druck, weil ich vorzeitig gewinnen wollte", erklärte Sylvester. Entsprechend stürmisch hatte der "Hurrikan" in den ersten drei Runden losgelegt, ohne jedoch sein Ziel zu erreichen. "Die Begeisterung der Zuschauer hat mich angesteckt, das hohe Tempo kommt hier von ganz alleine. Man lässt sich tragen. Ich wollte unbedingt die Rechte reinkrachen, war aber am Anfang etwas fest. Es dauert dann, bis man wieder locker ist." So habe Lyell, dem Sylvester "einen harten Schädel" attestierte, die Rechte "nur ein, zwei Mal mitgenommen".

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Mit Gewalt geht nichts

Sein Coach wusste, warum: "Er wollte es teilweise erzwingen, mit Gewalt. Wenn die Rechte zu fest ist, dann kommt sie nur geschoben. Er war nicht so locker, wie wir uns das vorgestellt hatten." Zudem missfiel Röwer immer wieder Sylvesters falsche Distanz zum Gegner: "Er stand zu eng. Ich habe ihn schon besser gesehen, bin auch nicht zufrieden." Den Hut zog Röwer vor dem Gegner und dessen Nehmerqualitäten: "Lyell war unangenehm, hat ein großes Herz bewiesen. Er hat immer wieder versucht, die Distanz zu verkürzen."

Gezeichneter Verlierer

Was jedoch nicht verhinderte, dass der 25-Jährige sein Interview im Ring mit einem Eisbeutel auf der linken Kopfhälfte zu geben hatte: "Er hat mir ständig an die linke Seite, an den Kopf gehauen. Das waren harte Schläge. Er ist ein starker Kämpfer." Allerdings nahm sich Sylvester zwischen der vierten und sechsten Runde sichtbar eine Pause, ehe er ab der siebten Runde wieder aufdrehte und den ansonsten sehr beweglichen Lyell zeitweise in die Seile stellte.

Blut ab der zweiten Runde

Bereits aus der zweiten Runde brachte der letztlich unterlegene Mann eine Platzwunde auf seinem schon in der Vergangenheit lädierten Nasenbein mit. In der fünften Runde touchierten sich beide Kämpfer mit den Köpfen, was nunmehr auch bei Sylvester zu einer leichten Blutung führte, auf der Stirn. Lyell erwischte es am Haaransatz. Behindert wurden die Protagonisten davon aber nicht, zumindest nicht sichtbar.

Die Vernunft gewinnt

In der Pause zur achten Runde forderte Lyells Ecke, sein Trainer Loew, deutlich, dass jetzt mehr kommen müsse. Sonst beende er den Kampf. Prompt legte Lyell in den folgenden drei Minuten zu und sorgte für kurze Zufriedenheit bei seinem Coach ("Das war schonmal eine Runde"). Letzten Endes aber mahnte Loew vor der neunten Runde auch: "Pass' auf Deinen Kopf auf, gehe nicht immer so rein! Ich kann das so nicht laufen lassen." Er ließ es nach weiteren 3:37 Minuten auch nicht mehr laufen. "Sylvester war einfach zu stark für Billy. Er hat ständig Schläge reingebracht. Wir hatten kein Mittel dagegen. Und es waren nur noch zwei Runden, die Entscheidung gefallen. Es hätte keinen Sinn gemacht, weiter zu boxen."

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