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Boxen: Arslan bricht in der Ringecke zusammen

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Boxen - Cruisergewicht  

Arslan bricht in der Ringecke zusammen

08.07.2010, 19:12 Uhr | sid, sid

Boxen: Arslan bricht in der Ringecke zusammen. Firat Arslan sitzt nach der elften Runde völlig ausgepowert in seiner Ecke. (Foto: Reuters)

Firat Arslan sitzt nach der elften Runde völlig ausgepowert in seiner Ecke. (Foto: Reuters)

Das Comeback 21 Monate nach seinem schweren Fahrrad-Unfall endete für Firat Arslan im Krankenhaus. Doch es war nicht unbedingt die Stärke seines Gegners Steve Herelius, die den Kampfabbruch im Duell um den Gürtel eines Interims-Weltmeisters im Cruisergewicht des Boxverbandes WBA herbeiführte. Arslan brach am Ende der 11. Runde in seiner Ecke regelrecht zusammen, nachdem er zuvor einen schweren Haken einstecken musste und danach sich verteidigungslos nur mit großer Mühe bis zum Ringgong auf den Beinen hielt. Es war die Kombination dieses Schlages verbunden mit dem Flüssigkeitsverlust, den der 39-Jährige während des Kampfes in Stuttgart erlitten hatte.
Arslan wurde nach dem Kampf minutenlang in seiner Ecke behandelt und dann mit einer Trage aus der Halle gebracht. In der Porsche-Arena stand die Luft. Noch eine Stunde nach Veranstaltungsende um zwei Uhr nachts wurden 32,5 Grad Celsius auf dem Ringboden gemessen. Während des Kampfes im Kegel der Scheinwerfer waren es rund zehn Grad mehr. Auch die 4000 Zuschauer stöhnten schweißgebadet unter den Sauna-Bedingungen. Ob die Klimaanlage defekt oder bei der Gluthitze draußen einfach überfordert war, konnte nicht ergründet werden.

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Von den Kräften verlassen

Firat Arslans Comeback gegen Steve Herelius endet mit einer Niederlage. zum Video

Timm: "Die Gesundheit des Boxers geht vor"

"Ich hatte gesehen, dass die Runde nur noch wenige Sekunden ging. Wenn das anders gewesen wäre, hätte ich schon früher abgebrochen", erklärte Arslans Trainer Michael Timm nach dem Kampf. "Ich habe gesehen, dass er beim Zurückkehren in die Ecke schon nicht mehr Herr seiner Sinne war. Da geht die Gesundheit des Boxers vor. Es gibt auch noch ein Leben nach dem Sport. Das darf man bei allem Ehrgeiz nie vergessen."

Universum-Arzt Dr. Michael Ehnert konnte aber noch in der Nacht Entwarnung geben: "Obwohl er vorher zwei  Liter Wasser in der Kabine getrunken hatte, war Firat durch die Kraftanstrengung vollkommen dehydriert. Durch den erheblichen Flüssigkeits- und Mineralverlust erlittet Firat einen Kreislaufzusammenbruch. Noch im Krankenwagen wurden vier Liter mineralische Flüssigkeit intravenös zugeführt. Dadurch konnte sein Kreislauf stabilisiert werden, eine Beatmung war nicht erforderlich, und er war noch vor Eintreffen im Krankenhaus wieder völlig klar." Zur Sicherheit wurde dort noch eine Computertomografie des Gehirns durchgeführt. Diese zeigte keinerlei Auffälligkeiten. Obwohl er sich schon deutlich besser fühlte, blieb Arslan zur Überwachung die Nacht über im Katharinenhospital.

Klare Führung

Zuvor hatte Arslan über weite Strecken den Kampf bestimmt. Nach einem Haken in der siebten Runde stand Herelius am Rand eines K.o., konnte sich aber noch in die Ringpause retten. Zwei Runden später erlitt der Franzose dann einen Cut über dem rechten Auge, der durch einen unabsichtlichen Kopfstoß zustande kam. Dieser behinderte Herelius deutlich. Der 33-Jährige boxte nun auch unsauber und wurde in der zehnten Runde dafür mit einem Punktabzug bestraft. Mit dem Mut der Verzweiflung stemmte er sich gegen die Niederlage und wurde dafür schließlich belohnt. Sollte der reguläre Champion Guillermo Jones aus Panama nicht in den nächsten drei Monaten seinen Titel verteidigen, verliert er ihn an Herelius.

Die Ring-Karriere von Arslan ist damit wohl beendet. Der Boxer selbst erklärte: "Jetzt ruhe ich mich erst einmal aus. Ich weiß, dass ich den Kampf unter normalen Bedingungen gewonnen hätte. Deshalb hoffe ich auf eine Revanche." Doch sein Promoter sieht das ein wenig anders. "Er hat schon ein fortgeschrittenes Alter, und es waren jetzt zwei Niederlagen hintereinander. Dazu die Kampfpause von zwei Jahren und eine schwere Verletzung", zählte Klaus-Peter Kohl die Gründe für einen Abschied auf.

Erste Profi-Niederlage für Menzer

Im zweiten Hauptkampf des Abends verlor Ina Menzer ihren WM-Kampf gegen Jeannine Garside (einen ausführlichen Bericht dazu gibt es hier). Alle drei Kampfrichter sahen am Ende die Kanadierin vorne (98:92, 96:94, 96:94). Für Menzer war es im 27. Profikampf die erste Niederlage.

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