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Wladimir Klitschko boxt den Markt leer

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Wladimir Klitschko boxt den Markt leer

19.01.2011, 11:35 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Wladimir Klitschko boxt den Markt leer. WM-Gürtel-Sammler Wladimir Klitschko feiert in Frankfurt. (Foto: Reuters)

WM-Gürtel-Sammler Wladimir Klitschko feiert in Frankfurt. (Foto: Reuters)

Es war kein großer Kampf, aber ein wichtiger Sieg für Wladimir Klitschko. Gegen Samuel Peter zeigte der Box-Weltmeister, dass er auch ein harter Knockouter sein kann. Ein Problem bleibt dennoch: Dem Schwergewichtler gehen die Kontrahenten aus.

Der große Bruder ist wachsam. Als alles vorbei ist, erkennt Vitali Klitschko: Die größte Gefahr für die Gesundheit Wladimirs an diesem Abend sind nicht die Fäuste des Gegners. Sie lauert vielmehr in der zugigen Luft, die durch die Frankfurter Fußball-Arena weht. (Video: Sehen Sie noch einmal die Zusammenfassung des Kampfes)

Sport 
Vierter Titel im Visier

Die Klitschko-Brüder wollen das, was im Moment noch der Engländer David Haye besitzt: den WBA-Gürtel im Schwergewicht. zum Video

Nach getaner Arbeit rinnt der Schweiß in Strömen über den Körper Wladimir Klitschkos. Der alte und neue Schwergewichtsweltmeister ignoriert das und lässt sich feiern. Er strahlt, reckt die Fäuste in die Höhe, genießt den Applaus. Vitali Klitschko kann das nicht mit ansehen. Der 39-Jährige holt einen roten Mantel hervor und hüllt seinen jüngeren Bruder fürsorglich darin ein. Es soll ja am Ende nicht eine banale Erkältung den Mann niederstrecken, der gerade alle Attacken seines Herausforderers Samuel Peter so lässig pariert hatte.

Wichtiger Sieg, wenn auch ohne Gegenwehr

Als Wladimir Klitschko später über seinen Triumph spricht, sind die Sätze nicht neu, er hat sie schon oft gesagt. Sie lauten: "Ich liebe, was ich tue." Oder: "Ich bin auf dem Höhepunkt meines Könnens." Wieder und wieder hatte Wladimir Klitschko das in den vergangenen Jahren betont. Niemals zuvor hatte er aber so viel Berechtigung dazu wie in der Nacht zum Sonntag.

Der Sieg durch schweren Knockout nach 1:22 Minuten in der zehnten Runde gegen Samuel Peter aus Nigeria war wichtig für Klitschko, wenngleich kein Erfolg für die Geschichtsbücher. Dafür fehlte es an Gegenwehr. Bedeutend für Wladimir Klitschko war aber, dass er endgültig alle Unsicherheiten abgelegt zu haben scheint.

Keine Schonfrist für den Gegner

Der 34-Jährige, der in seiner Karriere drei herbe Niederlagen einstecken musste - gegen Ross Puritty im Dezember 1998, Corrie Sanders im März 2003 und Lamon Brewster im April 2004 - und lange als Mann mit dem "Glaskinn" verschrien war, boxte phasenweise so aggressiv und variabel, wie ein Mann mit seinen Fähigkeiten es tun muss.

Klitschko gönnte Peter keine Schonfrist, er legte sofort los. Seine gefürchtete Rechte, die der Ukrainer üblicherweise sehr sparsam einsetzt, landete schon in der ersten Runde krachend an Peters Schädel. Vor fünf Jahren war der Nigerianer schon einmal gegen Wladimir Klitschko angetreten, damals schickte er den Ukrainer dreimal zu Boden, verlor aber schließlich nach Punkten.

"Ich habe nicht in jedem Kampf abgerufen, was ich kann"

Es war das letzte Mal, dass der jüngere der Klitschko-Brüder während eines Kampfes ernsthaft in Bedrängnis geriet. Seither dominiert er seine Kontrahenten. Allerdings, das gab Wladimir nach dem neuerlichen Erfolg unumwunden zu: "Ich habe nicht in jedem Kampf abgerufen, was ich kann." Er tat immer genug, um zu gewinnen, aber nicht genug, um zu begeistern.

Auch sein zweiter Kampf gegen Samuel Peter hatte Schwächen. Es gab nicht nur Jubel bei den 43.000 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Fußball-Arena. Hier schlug der legendäre Muhammad Ali vor 44 Jahren den Deutschen Karl Mildenberger, und das Publikum war gewillt, auch diesmal in Ekstase zu geraten. Als dann jedoch über einige Runden mehr Klammerei als Kampf zu sehen war, gab es Pfiffe.

Zwischenzeitlich schien es, als wolle Klitschko seinen Herausforderer nicht ausknocken, sondern ihn Kraft seines zwei Meter langen und 112 Kilogramm schweren Körpers erdrücken. Peter allerdings war das offenbar lieber als die bösen Treffer, die er in der übrigen Zeit kassierte. Er klammerte sich an den Weltmeister wie ein Ertrinkender - und hinterließ keine Spuren seiner Gegenwehr. Zwei dicke Schrammen am Rücken hatte sich Klitschko beim Entlangrutschen am Ringseil zugezogen.

"Wladimir ist der allerbeste Schwergewichtler der Welt"

Der Nigerianer mit Wohnsitz in Las Vegas äußerte sich nach seiner Niederlage nicht mehr öffentlich zu dem Kampf. Es gehe ihm gut, ließ sein Manager Iwaylo Gotsew wissen, aber er werde medizinisch überwacht. Gotsew wirkte zerknirscht; die Großspurigkeit, mit der er vor dem Kampf noch einen K.-o.-Sieg seines Schützlings angekündigt hatte, war verpufft. Stattdessen gab es Lob für den Champion. "Wladimir ist der allerbeste Schwergewichtler der Welt", sagte Gotsew.

Am Ende war der Manager wohl froh, dass Peter überhaupt noch einmal gegen einen Klitschko hatte antreten und eine dicke Kampfbörse kassieren dürfen. Drei Jahre nach seiner ersten Niederlage gegen Wladimir Klitschko war Peter schließlich bereits von Vitali Klitschko derart traktiert worden, dass er nach der achten Runde nicht mehr aus seiner Ecke kam.

Schwierigste Verhandlungen mit Haye und Powetkin

Nun sind kaum noch Gegner übrig, die zu spannenden Duellen mit den Klitschkos taugen. Viele wurden bereits von einem der Brüder geschlagen. Mit anderen, wie etwa mit dem britischen Weltmeister David Haye oder dem ehemaligen Olympiasieger Alexander Powetkin aus Russland, wird derart unerbittlich um die Verträge gefeilscht, dass ein Zustandekommen dieser Kämpfe nicht wahrscheinlicher wird. Und das Duell, auf das alle Boxfans warten, wird es leider niemals geben: Wladimir gegen Vitali Klitschko. Das haben sich die beiden schon vor Jahren versprochen.

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