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Wladimir Klitschko boxt im Sommer gegen David Haye

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Der letzte fehlende Gürtel ist zum Greifen nahe

07.03.2011, 15:55 Uhr | t-online.de, dpa, t-online.de, dpa

Wladimir Klitschko boxt im Sommer gegen David Haye. 2009 hätten Wladimir Klitschko und David Haye schon einmal in den Ring steigen sollen. (Foto: imago)

2009 hätten Wladimir Klitschko und David Haye schon einmal gegeneinander in den Ring steigen sollen. (Foto: imago)

Schon bald könnten alle Weltmeister-Gürtel der großen Boxverbände in der Hand einer Familie sein. Denn der Vereinigungskampf zwischen IBF- und WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko und dem WBA-Champion David Haye ist perfekt. Die Verträge sind unterschrieben, teilte das Klitschko-Mangement mit. Die beiden Schwergewichtler sollen am 25. Juni oder 2. Juli gemeinsam in den Ring steigen. Als mögliche Austragungsorte stehen in Deutschland die Fußball-Arenen von Dortmund, Kaiserslautern und Schalke zur Diskussion. Es werden aber auch zwei ausländische Optionen geprüft.

"Es ist der Traum meines Bruders und mir, alle vier Titel in der Familie zu vereinen. Diese einmalige Chance werde ich mir nicht nehmen lassen", erklärte Klitschko. Der WBC-Gürtel gehört seinem Bruder Vitali. Wladmir hält hat zudem den Titel des eher unbedeutenden Verbands IBO.

Haye: "Werde Klitschko vernichtend schlagen"

Haye gab sich wie gewohnt selbstbewusst. "Seit ich ins Schwergewicht gewechselt bin, war klar, dass dieser Kampf eines Tages kommen wird. Genauso klar ist auch das Ergebnis: Ich werde ihn vernichtend schlagen und die Ära Klitschko ein für allemal beenden", sagte Haye.

Für den 31-Jährigen ist es kein Problem, dass der Kampf nicht in England über die Bühne gehen wird. Dort sind alle in Frage kommenden Arenen für die möglichen Wochenende belegt. "Diese Typen reisen nicht gerne, gut, dann fahre ich eben hin. Er will als Zweiter in den Ring gehen, als Weltmeister, gut. Der will all diese kleinen Dinge, er hält sich für etwas Besseres, also soll er diese Dinge haben", sagte Haye.

Kampf gegen Chisora zum zweiten Mal abgesagt

Bereits im Dezember des letzten Jahres hatten sich beide Seiten auf eine gleichmäßige Verteilung aller Einnahmen geeinigt. Doch kurz nach Neujahr hatte Haye dann die Verhandlungen platzen lassen. Er war verärgert, dass Wladimir Klitschko am 30. April zunächst den im Dezember ausgefallen Kampf gegen Dereck Chisora nachholen und dann am 2. Juli gegen ihn in den Ring steigen wollte.

Doch dieser April-Kampf ist mittlerweile von Klitschko abgesagt worden. Dr. Steelhammer hat einen Muskelfaserriss in der Bauchmuskulatur noch nicht auskuriert. Diese hatte bereits ein Aufeinandertreffen zwischen Klitschko und Chisora im Dezember 2010 verhindert. "Beim vorliegendem Krankheitsbild ist die exakte Rehabilitationszeit schwer vorhersagbar. Ein Kampf im April mit dem jetzigen Beginn einer intensiven Vorbereitungsphase wäre ein zu großes Risiko", sagte Sportmediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der den Schwergewichtler aus der Ukraine behandelt.

Einnahmen werden 50:50 geteilt

Auch wenn die erneute Absage des Chisora-Kampfes und die Meldung über das fast perfekte Aufeinandertreffen mit Haye nur wenige Stunden auseinander lagen, wollte Bernd Bönte von einem möglichen Zusammenhang nichts wissen. "Das hat absolut nichts mit dem Haye-Kampf zu tun", sagte er dem Internetportal des amerikanischen Sportsenders ESPN. Auch Klitschko-Berater Shelly Finkel erklärte, dass eine Absage "keine Voraussetzung" für einen Vereinbarung mit Haye seien.

Diese sieht vor, dass alle Einnahmen 50:50 geteilt werden. Es gibt keine Klauseln für einen Rückkampf oder sonstige Optionen. Sollte Wladimir Klitschko den Kampf absagen, würde sein älterer Bruder Vitali einspringen.

Geköpfte Klitschkos und andere Geschmacklosigkeiten

Haye und die beiden Klitschkos liegen seit rund drei Jahren im verbalen Clinch, der von Seiten des Briten auch Schläge tief unter die Gürtellinie beinhaltete. So trug Haye 2009 ein T-Shirt mit einem Bild, auf dem er die abgetrennten Köpfe von Wladimir und Vitali Klitschko in den Händen hielt. Doch den großen Worten folgten bisher keine Taten. Ein Duell zwischen Wladimir Klitschko und Haye im Juni 2009 hatte der Brite, damals noch nicht WBA-Champion, zweieinhalb Wochen vor dem ersten Gong platzen lassen - angeblich wegen einer Rückenverletzung. Ein Aufeinandertreffen mit Vitali im September 2009 in der Frankfurter Commerbank-Arena kam nicht zustande, da beide Seiten sich nicht über die Vertragsmodalitäten einigen konnten.

Deshalb ist Wladimir Klitschko froh, dass der Fight nun endlich über die Bühne geht: "Haye hat gegen uns ja schon zweimal gekniffen und klopft schon wieder große Sprüche. Jetzt ist es endlich soweit, die Fäuste sprechen zu lassen."

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