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Abraham lässt seinen Trainer erneut verzweifeln

16.05.2011, 08:58 Uhr | t-online.de, t-online.de

Abraham lässt seinen Trainer erneut verzweifeln. Leistungsvermögen nicht abgerufen: Abraham (re.) im Kampf gegen Ward (Foto: dpa)

Leistungsvermögen nicht abgerufen: Abraham (re.) im Kampf gegen Ward (Foto: dpa)

Aus Carson, USA berichtet Jens Bistritschan

Die dunklen Wolken hingen schon vor dem Kampf von Arthur Abraham gegen WBA-Weltmeister Andre Ward bedrohlich über der Freiluft-Arena in Carson. Regen kam aber nicht heraus. Und dennoch gab es ein Donnergrollen - zumindest ein verbales danach. Denn Trainer Ulli Wegner haderte wieder einmal mit seinem Schützling. "Arthur hat heute sein Leistungsvermögen nicht abrufen können", stellte der 69-Jährige nach der klaren Punkt-Niederlage im Halbfinale des Super-Six-Turniers im Supermittelgewicht gegen den US-Amerikaner fest. (Foto-Show: Abrahams Fight gegen Ward)

Auch die zunächst lautstarke Unterstützung der Mehrzahl der 5.311 Zuschauer im Tennis-Stadion des Home Depot Centers in Carson vor den Toren von Los Angeles half König Arthur nicht. Zur gleichen Zeit besiegten übrigens die Fußballer der Los Angeles Galaxy direkt nebenan Sporting Kansas City vor 19.763 Zuschauern Sporting Kansas City mit 4:1.

"Jedes weitere Wort könnte schlimm sein"

Für Wegner war die Leistung Abrahams unerklärlich: "Wenn ich sehe, was der Arthur für Dampf in seinen Fäusten hat und das Publikum hinter einem steht, dann sollte man sich Gedanken machen - aber reichlich." Eine weitere Analyse verkniff sich der Trainer zunächst, "weil jedes weitere Wort sehr schlimm sein könnte“. Wegner hatte seinen Schützling schon nach der Niederlage gegen Carl Froch massiv kritisiert.

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Abraham wollte K. o. erzwingen - ein Fehler

Dabei hatte es in den ersten drei Runde gut für Abraham ausgesehen. Überlegt boxte er aus der Doppeldeckung heraus, landete den einen oder anderen Wirkungstreffer. Ward schien ein wenig ratlos zu sein. Und der amerikanische Punktrichter James Jen Kin sah Abraham sogar zwei Runden vorne, wenn auch als einziger der drei. Ich habe gut angefangen und in den ersten drei Runden einen guten Job gemacht“, erklärte Abraham. "Aber dann wollte ich den K.o. erzwingen. Und das war mein Fehler."

Ward einfach besser

Der zunächst abwartend boxende Ward übernahm in der Folgezeit das Kommando, zeigte seine boxerische Klasse und stellte Abraham an den Ringseilen. "Das ist das Schöne an Weltmeisterschafts-Kämpfen. Sie dauern zwölf Runden", erklärte er nun in 24-Profikämpfen ungeschlagene Weltmeister. Taktisch flexibel wechselte der Olympiasieger von 2004 zwischendurch sogar von der Links- in die Rechtsauslage und wieder zurück. Auch das zeichnet einen Klassemann aus.

Aufbäumen kam viel zu spät

Der Sohn von Abrahams Promoter Wilfried Sauerland, Kalle, sah sich dann auch genötigt, in einer der Rundenpausen von seinem Platz einmal um den halben Ring zu laufen und Abraham zuzurufen: "Jetzt musst Du noch einmal was rausholen!" Doch erst in der zwölften Runde übernahm dieser wieder die Initiative. Doch da war es längst zu spät, nach Punkten noch zu gewinnen. "Wenn ich so einen Kampf noch rumreißen will, dann muss ich auch bereit sein, etwas dafür zu riskieren“, kritisierte auch Wegner. Das Urteil der Punktrichter fiel dementsprechend klar aus: 120:108, 118:110 und 118:111 für Ward.

Pause eingeplant

Für Abraham war es nach der Disqualifikation gegen Andre Dirrell und der Niederlage gegen Froch die dritte Pleite im Turnier der besten Supermittelgewichtler. Von einem Rücktritt wollte er nach dem Kampf erst einmal nichts wissen. "Ich mache jetzt erst einmal eine Pause. Danach werden wir weitersehen", erklärte der 31-Jährige.

Abraham will im Supermittelgewicht bleiben

An eine Rückkehr ins Mittelgewicht denkt Abraham nicht, auch wenn ihm Wards Trainer Virgil Hunter dazu riet, es wieder eine Klasse weiter unten zu probieren. Dort hatte Abraham stets als Sieger den Ring verlassen und war von Dezember 2005 bis zu seinem freiwilligen Verzicht im Herbst 2009 Weltmeister nach Version des Boxverbandes IBF. "Es ist besser für mich, wenn ich im Supermittelgewicht bleibe", sagte Abraham. Vor seinen Kämpfen in der Gewichtsklasse darunter hatte er zuletzt immer zu viele Kilos abspecken müssen. Das nötige Selbstbewusstsein, um noch einmal von vorne anzufangen, hat er jedenfalls: "Ich muss nur meine taktischen Fehler abstellen." Ob das reicht, wird sich zeigen.

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