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Felix Sturm kommt gegen Martin Murray mit blauem Auge davon

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Diesmal fühlt sich Sturm ungerecht behandelt

05.12.2011, 12:09 Uhr | t-online.de

Felix Sturm kommt gegen Martin Murray mit blauem Auge davon. Verhaltene Freude bei Felix Sturm über seine knappe Titelverteidigung. (Quelle: imago)

Verhaltene Freude bei Felix Sturm über seine knappe Titelverteidigung. (Quelle: imago)

Aus Mannheim berichtet Jens Bistritschan

Felix Sturm ist noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit einer riesigen Schwellung über dem linken Auge saß der alte und neue WBA-Super-Weltmeister im Mittelgewicht nach dem Unentschieden in Mannheim gegen den Briten Martin Murray bei der Pressekonferenz. Über das Urteil (116:112, 113:115 und 114:114) war er zwar nach eigener Aussage "enttäuscht", hatte er sich doch mit 115:113 vorne gesehen.

Wie schon nach seinem umstrittenen Punktsieg gegen Murrays Landsmann Matthew Macklin musste der alte und neue Weltmeister konstatieren, dass "die einen (Punktrichter) mehr die Treffer, die anderen mehr die Aktivität“ bewertet hätten, wobei das Augenmerk auf das erste Kriterium den Ausschlag für ihn hätte geben müssen.

Letzte Runde rettet Sturm das Unentschieden

Doch hätte Sturm nicht in den letzten drei Minuten noch einmal richtig Gas gegeben, dann wäre er seinen Titel losgewesen. Trainer Fritz Sdunek hatte vor der Schlussrunde "vom Kampfrichtertisch gehört", dass es ganz eng sei. "Das hatte mich schon überrascht. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Felix das Ding sicher nach Hause fahren kann. Aber so hat er es in der letzten Runde noch rausgeholt", sagte er. Und hätte Sturm diese nicht gewonnen, hätte der kanadische Punktrichter Pasquale Procopio nicht 114:114 sondern 115:113 für Murray gewertet, der dann als Sieger den Ring verlassen hätte. Wobei dies aus Sduneks Sicht nicht korrekt gewesen wäre. Er sah seinen Schützling letztendlich sogar "mit drei Runden vorn".

Retourkutsche für den Macklin-Kampf?

Sdunek bezeichnete die Wertung als eine "Retourkutsche für den Macklin-Kampf". Vor gut fünf Monaten hatten zwei der drei Punktrichter Sturm vorne gesehen, einer den Herausforderer - in Augen vieler Beobachter eine schmeichelhafte Entscheidung. So hatte Axel Schulz, damals noch SAT1-Experte drei Runden mehr für Macklin als für Sturm auf seinem Zettel gehabt. Der Weltmeister gab nun zu Protokoll, "dass Macklin eher ein Unentschieden war". Er selbst sah sich gegen Murray mit 115:113 vorne und sprach von einem Urteil, "dass sehr, sehr schade für den Box-Sport ist".

Erneutes Aufeinandertreffen angedacht

Murray sah dies natürlich ganz anders. „Ich denke, dass ich den Kampf gewonnen habe“, erklärte der Brite. Noch im Ring hatte der alte und neue Super-Champion seinem Herausforderer einen Rückkampf angeboten, wobei er dies in der Pressekonferenz zu "Früher oder später werden wir ein Rematch machen" relativierte. Auch Macklin hatte nach dem Kampf in Köln ein erneutes Aufeinandertreffen in Aussicht gestellt bekommen. Der Rückkampf kam aber nicht zu Stande. Beide Seiten konnten sich nicht auf die Börse einigen.

Nur deshalb kam jetzt Murray zum Zuge. Doch vielleicht wird auch dieser Brite angesichts eines zu niedrigen Angebots von Sturm keine Lust haben, noch einmal gegen den Deutschen in den Ring zu steigen. Mit 23 Siegen und nun einem Unentschieden gegen den Super-Weltmeister ist er an einem Abend zu einem ernstzunehmenden Faktor im Mittelgewicht geworden.

Kampf gegen Martinez bleibt der Traum der Box-Fans

Sturm stünde bei einem Nichtzustandekommen eines Rückkampfes gegen Murray wieder vor dem Dilemma, einen Gegner präsentieren zu müssen, der zwar attraktiv ist, aber gleichzeitig finanziell keine allzu große Forderungen hätte. Ein Duell mit dem WBC-Weltmeister Sergio Martinez, dem derzeit am stärksten eingeschätzten Mittelgewichtler der Welt, wird es wohl nicht geben. Der Argentinier will nicht nach Deutschland kommen und Sturm nicht in den USA kämpfen, wo Martinez eine große Nummer ist. "Wir können nur das machen, was möglich ist", wird Sturm nicht müde zu erklären.

Pflichtverteidigung noch in weiter Ferne

Erschwerend kommt bei der WBA hinzu, dass es dort drei Weltmeister im Mittelgewicht gibt: Super-Champion Sturm, Weltmeister Gennady Golovkin aus Kasachstan und Interims-Weltmeister Hassan N'Dam N'Jikam, einem Franzosen mit kamerunischen Wurzeln. Die beiden Letztgenannten sollen nach dem Willen des Verbandes erst einmal gegeneinander boxen. Sturm kann so lange weiter freiwillige Titelverteidigungen machen. Und da Golovkin zunächst am kommenden Wochenende in Düsseldorf gegen den US-Amerikaner Lajuan Simon in den Ring steigt, kann dieser seit 18 Monaten für Sturm anhaltende Zustand noch eine Weile so andauern.

Kein Interesse an einem Abraham-Kampf

Einem für die deutschen Boxfans sicherlich interessanten Kampf erteilte Sturm nach seinem Sieg gegen Murray eine klare Absage. Er werde nicht mit Arthur Abraham in den Ring steigen, der nach seinen drei Niederlagen im Supermittelgewicht mit einer Rückkehr in seine alte Gewichtsklasse liebäugelt. Boxerisch sei der ehemalige IBF-Champion derzeit "weniger als Mittelmaß." Und deshalb ist er für Sturm uninteressant: "Abraham muss sich erst einmal hinten anstellen und sich wieder nach oben boxen."

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