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Huck bleibt nach Remis gegen Afolabi Weltmeister im Cruisergewicht

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Boxen - WBO-WM im Cruisergewicht  

Energieleistung rettet Weltmeister Huck den WM-Titel

06.05.2012, 11:34 Uhr | t-online.de, sid

Huck bleibt nach Remis gegen Afolabi Weltmeister im Cruisergewicht. Diese Rechte des Weltmeisters Marco Huck gegen Herausforderer Ola Afolabi (li.) geht mal nicht daneben. (Quelle: dpa)

Diese Rechte des Weltmeisters Marco Huck gegen Herausforderer Ola Afolabi (li.) geht mal nicht daneben. (Quelle: dpa)

Marco Huck hat seinen WBO-WM-Titel im Cruisergewicht zum zehnten Mal verteidigt. Dazu genügte dem 27-Jährigen in einem dramatischen Gefecht gegen den Engländer Ola Afolabi in Erfurt ein Unentschieden. Nur der ungarische Punktrichter Zoltan Enyedi sah den Titelverteidiger nach einem beherzten Schlussspurt mit 115:113 Punkten vorne. Der Engländer Paul Thomas und der Deutsche Ingo Barrabas werteten die Ringschlacht jeweils mit 114:114. Für Huck war es nach seinem knappen Punktsieg vom 5. Dezember 2009 in Ludwigsburg der zweite hart erkämpfte Sieg im zweiten Fight mit Afolabi.

Der gebürtige Nigerianer zeigte sich mit dem Resultat einverstanden und zollte Huck seinen Respekt. Er glaubte ihn bereits in der sechsten Runde am Ende, ehe Huck sein Kämpferherz in beide Hände nahm und seinem Körper die letzten Reserven entlockte. Das tolle Publikum habe er nicht enttäuschen wollen, sagte der "Käpt'n" anschließend in der ARD. "Ich habe meine Moral gezeigt. Afolabi hat mir sehr sehr viel abverlangt."

Kampf mit Powetkin wirkt nach

Nur zehn Wochen nach seinem fehl geschlagenen Ausflug ins Schwergewicht und der umstrittenen Punkt-Niederlage gegen WBA-Weltmeister Alexander Powetkin, war Huck der enorme Substanzverlust deutlich anzumerken. Nach der fünften Runde seines 37. Profikampfes gab der gebürtige Serbe gegenüber seinem entrüsteten Coach Ulli Wegner offen zu, müde zu sein. "Willst Du das verschenken?", herrschte das Trainer-Original seinen viel zu passiven Schützling an. Huck hatte bis dahin kaum Aktionen gebracht und dem versierteren Herausforderer die Kampfführung überlassen. In der der dritten Runde schlug Afolabi seinem Gegenüber die Nase blutig. In der siebten Runde blutete Huck zudem aus einer Wunde unter dem linken Auge.

Afolabi zeigt Steher-Qualitäten

Zu diesem Zeitpunkt allerdings waren auch beim beherzt angreifenden Afolabi deutliche Zeichen von Ermüdung zu erkennen. Doch der vier Zentimeter größere Mann aus dem Klitschko-Lager bekam ebenso die zweite oder gar dritte Luft. Erst recht, nachdem ihn Huck zum Ende der neunten Runde beinahe in den K.o. prügelte. "Ich musste mich sehr überwinden."

Tolles Finish

In die abschließende zwölfte Runde gingen beide Kämpfer nicht nur groggy, sondern mit der Gewissheit und der Maßgabe ihrer Trainer Wegner und Fritz Sdunek, sie gewinnen zu müssen. Dementsprechend atemberaubend verliefen die letzten drei Minuten: Afolabi wirkte nach Hucks finalen Salven, als bräuchte er nur noch ein letztes Mal angepustet zu werden, um umzufallen. Huck aber fehlten dazu nach seiner Willens- und Energieleistung schlicht die Körner. Beide hatten alles gegeben. Insbesondere Huck vergeudete in seinem bekannt ungestümen Kampfstil viel Kraft, indem er statt seines Gegners in die Luft traf oder die Ringseile traf.

Sdunek als entscheidender Faktor

Afolabi steht seit 2010 bei K2, der Promotionfirma der Klitschko-Brüder Witali und Wladimir, unter Vertrag. Nach seinem Sieg durch technischen K.o. am 3. März gegen den Russen Waleri Brudow hatte er sich zuletzt Interims-Weltmeister der WBO nennen dürfen. Sechs Wochen lang hatte Sdunek den ehemaligen Cheeseburger-Fan auf die zweite Herausforderung Hucks vorbereitet. "Wenn Fritz nicht in meiner Ecke gesessen hätte, hätte ich den Kampf mit großem Abstand verloren", sagte der unter dem rechten Auge gezeichnete Afolabi. Sdunek habe ihn immer wieder "auf die Schienen gestellt", wenn ihm der Kampf zu entgleiten drohte. "Er hat meine besten Fähigkeiten aus mir heraus", sagte Afolabi nach seinem vierten Unentschieden im 25. Kampf als Profi. Trotzdem steht es für Sdunek nach seinem dritten Vergleich mit Kollege Wegner im Profi-Lager jetzt 1:2.

Erstmals wird Bulgare Europameister im Schwergewicht

Im Schwergewicht misslang Alexander Dimitrenko der erneute Griff nach der EM-Krone. Der 29-jährige unterlag dem für den Sauerland-Stall kämpfenden Bulgaren Kubrat Pulew durch K.o. in der elften Runde. Der Schützling von Trainer Otto Ramin ist damit der erste Schwergewichts-Europameister seines Landes.

 
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