Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Boxen >

Haye gegen Chisora: Geile Nummer oder nur eine Freak-Show?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Geile Nummer oder nur eine Freak-Show?

13.07.2012, 14:02 Uhr | sid, dpa

Haye gegen Chisora: Geile Nummer oder nur eine Freak-Show?. Am Samstag wird kein Zaun mehr zwischen David Haye und Dereck Chisora sein. (Quelle: Reuters)

Am Samstag wird kein Zaun mehr zwischen David Haye und Dereck Chisora sein. (Quelle: Reuters)

Was in München als Rangelei auf einer Pressekonferenz begann, endet am Samstagabend im Boxring. Doch selten hat ein Kampf wie dieser jetzt zwischen David Haye und Dereck Chisora die Boxwelt gespalten.

Für die einen ist das Hass-Duell eine Schande für den Boxsport, für die anderen eine willkommene Abwechslung zu den vorhersehbaren Klitschko-Kämpfen.

Schulz: "Das Boxen geht zurück zu den Wurzeln"

Bei jeder Pressekonferenz inszenierten David Haye und Dereck Chisora durch einen Bauzaun getrennt ihre Feindschaft. Haye empfahl seinem Kontrahenten den Besuch bei einem Psychiater und drohte: "Ich kille dich." Der 28-jährige Chisora nannte seinen drei Jahre älteren Gegner eine "Drama-Queen", die er "vernichten" wolle. Am Samstagabend gibt es kein Gitter mehr, die britischen Skandalboxer werden im Londoner Upton Park aufeinander losgelassen.

"Das ist doch 'ne geile Nummer. Das sind zwei Typen, die man im Ring sehen will", sagt Axel Schulz. Für den ehemaligen Schwergewichtsboxer geht mit dem Kampf "das Boxen zurück zu den Wurzeln, zurück in die Zeit, als noch nicht alles schön sauber und glattgebügelt war".

Wladimir Klitschko: "Falsche Botschaft an die Jugend"

Weltmeister Wladimir Klitschko hat das Spektakel hingegen als "Freak Show" abgetan und wendet sich vom sportlich fragwürdigen Schauspiel zweier Maulhelden angewidert ab. Denn obwohl kein WM-Gürtel vergeben wird, spricht die ganze Boxwelt über diesen Kampf.

Ein Unding, findet Klitschko. "Da ist jemand, der einen anderen bespuckt, ohrfeigt und bepöbelt, aber drei Monate später darf der wieder boxen. Das sendet die falsche Botschaft an die Jugend. Je ungeheuerlicher du dich benimmst, umso mehr Geld kannst du machen", sagt der Weltmeister.

Fette Kampfbörse für beide Boxer

Für Schulz haben Chisora und Haye dagegen "alles richtig gemacht". Er gibt zu bedenken: "Wann hat es zuletzt so viel Aufmerksamkeit bei einem titellosen Kampf gegeben?" Diese Aufmerksamkeit macht sich bezahlt. Chisora kassiert mit etwa zwei Millionen Euro die Börse seines Lebens, Haye sogar noch eine Million mehr. Das ist fast in der Region, die die Klitschko-Brüder angeblich bei einem Kampf verdienen.

Eigentlich wollte er nach seiner Niederlage gegen Wladimir Klitschko nie mehr in den Ring steigen. Der frühere Champion im Cruisergewicht erklärte angesichts des Geldes aber gerne seinen Rücktritt vom Rücktritt. Haye könnte noch ein weiterer Zahltag winken - ein lukratives Duell gegen Vitali Klitschko. Denn Haye ist für Dr. Eisenfaust der Wunschgegner, sollte er nach seinem Kampf im September gegen Manuel Charr nicht endgültig in die Politik gehen, sondern noch einmal in den Ring steigen.

Ohrfeige, Wasserspucken und eine Prügelei in München

Trashtalk, Aggression, Gewalt - damit erzeugten Haye und Chisora viel Aufmerksamkeit. Am 18. Februar prügelten beide in der Münchner Olympiahalle derart wüst aufeinander ein, dass Blut floss und sogar die Polizei anrücken musste.

Zuvor hatte Chisora bei seiner Niederlage im Ring gegen Vitali Klitschko dessen Bruder Wladimir mit Wasser bespuckt. Nicht zu vergessen: Chisora ohrfeigte Vitali beim offiziellen Wiegen.

Aufsicht hat die luxemburgische Boxföderation

Dass der Fight am Samstag überhaupt nach gültigen Regeln stattfindet, ist dem luxemburgischen Boxverband zu verdanken, der beide Athleten mit einer Lizenz ausstattete. Der britische Verband entzog ihm wegen dessen Verfehlungen in München die Boxlizenz.

Haye hatte seine Lizenz schon vor dem Skandal in München zurückgegeben. Er beantragte eine neue nicht in seinem Heimatland, sondern ebenfalls in dem kleinen Großherzogtum. So führt bei dem Kampf kurioserweise auch nicht das einheimische British Boxing Board of Control (BBBofC) die Aufsicht, sondern die luxemburgische Boxföderation.

Zwei vakante Gürtel sind zu vergeben

Um einen Gürtel geht es übrigens auch, genauer gesagt um zwei. Auf dem Spiel stehen der vakante Titel des International-Champions der WBA und der des WBO-Intercontinental-Champions.

Wer die Titel hält, ist automatisch unter den ersten 15 der Weltrangliste des jeweiligen Verbandes - und damit möglicher Gegner bei einer freiwilligen Titelverteidigung eines Champions. Bei der WBO ist Wladimir Klitschko Weltmeister, bei der WBA der Superchampion.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal