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Europameister Brähmer boxt sich wieder zur WM

28.04.2013, 11:26 Uhr | dpa

Europameister Brähmer boxt sich wieder zur WM. Jürgen Brähmer verteidigte erfolgreich seinen Titel.

Jürgen Brähmer verteidigte erfolgreich seinen Titel. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Fünfeinhalb Minuten Kurzarbeit haben aus Europameister Jürgen Brähmer wieder einen WM-Kandidaten gemacht.

Der Halbschwergewichtler erboxte sich Samstagnacht in Hamburg mit einem blitzsauberen K.o.-Sieg in der zweiten Runde über den Franzosen Tony Averlant das Herausforderungsrecht von WBO-Weltmeister Nathan Cleverly (Großbritannien). Die Hoffnungen des ehemaligen Amateur-Weltmeisters Jack Culcay auf einen großen Titelkampf haben nach der 1:2-Punktniederlage (115:113, 112:116, 113:115) gegen den Argentinier Guido Pitto hingegen einen argen Dämpfer erhalten.

Von Ex-Weltmeister Brähmer bekamen die 3200 Zuschauer in der Sporthalle Hamburg und die 2,43 Millionen TV-Zuschauer in der ARD (18,2 Prozent Marktanteil) kurz nach Mitternacht nicht lange etwas zu sehen. Der ehemalige WBO-Weltmeister schickte seinen hoffnungslos unterlegenen Widerpart nach 2:36 Minuten des zweiten Abschnittes mit einem präzisen Leberhaken entscheidend zu Boden. "Ich hatte vorher schon gesehen, dass er die Leber freimacht. Dass es dann gleich beim ersten Versuch klappt, ist natürlich auch Glück", sagte der Schweriner nach seiner überaus kurzen, aber nachhaltigen Arbeitsnacht.

Der 40. Sieg im 42. Profikampf nährte Brähmers Hoffnungen auf eine baldige WM gegen WBO-Champion Nathan Cleverly. "Unser Ziel ist, dass der Kampf im späten August oder Anfang September stattfindet. Wir wollen versuchen, ihn nach Deutschland zu holen", sagte Manager Kalle Sauerland.

Brähmer und Cleverly sollten bereits 2011 gegeneinander boxen. Brähmer sagte aber verletzungsbedingt ab. Die WBO entzog ihm daraufhin den WM-Gürtel und sprach ihn kampflos dem Waliser zu, der ihn zuletzt am 23. März gegen Robin Krasniqi aus München erfolgreich verteidigte.

Von solchen Titelweihen kann der zum ersten Mal von Meistertrainer Fritz Sdunek betreute Culcay derzeit nur träumen. Der 25 Jahre alte hoch gehandelte Hoffnungsträger aus Hamburg verlor gegen den keineswegs übermächtigen Argentinier nach der ersten Niederlage im 15. Kampf seiner Karriere den Titel als Interkontinental-Meister der WBA. "Ich verstehe die Wertung der Punktrichter nicht. Ich habe mich vorn gesehen", sagte "Golden Jack", der sich gern mit goldfarben bemaltem Oberkörper präsentiert, und forderte ein umgehendes Rematch. Der avisierte EM-Kampf noch in diesem Jahr käme aber wohl zu früh. Viel zu früh.

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