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Trotz Box-Medaillen "viel Luft nach oben"

27.10.2013, 11:57 Uhr | dpa

Trotz Box-Medaillen "viel Luft nach oben". Der deutsche Boxer Arayk Marutyan fühlt sich betrogen.

Der deutsche Boxer Arayk Marutyan fühlt sich betrogen. Foto: Jan Woitas. (Quelle: dpa)

Almaty (dpa) - Rechnerisch gesehen sind die deutschen Amateurboxer doppelt so gut wie vor zwei Jahren. Damals holten sie eine Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften in Baku. Beim diesjährigen Championat im kasachischen Almaty war es zweimal Bronze.

"Zwei Medaillen - das war unsere Zielstellung. Die haben wir erreicht", sagte Cheftrainer Michael Bastian erleichtert. Gesorgt haben dafür der Schweriner Arayk Marutyan im Weltergewicht und Erik Pfeifer aus Lohne im Superschwergewicht. Einen fünften Platz steuerte der Berliner Stefan Härtel im Mittelgewicht bei.

Aber es war mehr drin für die deutschen Faustkämpfer. Vor allem Marutyan ist ein Kandidat für Gold. Diesmal musste sich der 21 Jahre alte gebürtige Armenier weniger seinem Rivalen, sondern vielmehr den Punktrichtern und dem Bonus für die Gastgeber beugen. Sein Gegner, der spätere Weltmeister Danjar Jeleussinow aus Kasachstan, gewann im Halbfinale gegen den Deutschen, ohne viel zu tun. Vizeeuropameister Marutyan war der bestimmende Mann im Ring, trieb den Kasachen vor sich her, war aber zu ungestüm und ungenau.

Über Facebook ließ er seine Fangemeinde wissen: "Wie ihr schon mitbekommen habt, wurde ich um meinen Sieg betrogen. Ich habe gekämpft wie ein Löwe und hab den Kasachen durch den Ring gejagt - und am Ende heißt es 3:0 für ihn. Einfach nur lächerlich." Auch sein Trainer Michael Timm winkte ab. "Das Ergebnis stand von vornherein fest", meinte er.

Jürgen Kyas, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV), warnte allerdings vor Fehleinschätzungen. "Arayk hat zu viel gewollt. Er hat überhastet geboxt. Er muss kühler werden", erklärte der Verbandschef. "Die Urteile für die deutschen Boxer gehen in Ordnung." Das technische Rüstzeug der deutschen Faustkämpfer sei ausreichend, aber sie müssten "mit ihrer Präsenz im Ring von Anfang an auf sich aufmerksam machen", forderte Kyas. Härtel sei das beste Beispiel. Der Olympia-Fünfte habe den Sieg im Viertelfinale und somit eine Medaille verschenkt. "Warum boxt er erst in der dritten Runde so überzeugend? Das hat niemand verstanden", klagte Kyas.

Trotz Übernahme des Punktesystems aus dem Profiboxen bleibt die Bewertung subjektiv und kann mitunter so falsch wie früher sein. Vielleicht beeindruckte auch die Anwesenheit des kasachischen Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew die Punktrichter. Sechs Einheimische standen in den Finals, vier holten Gold. Vor zwei Jahren gab es keinen Titel.

Todesstille herrschte in der Halle, als die Entscheidung im Superschwergewicht fiel. Iwan Dytschko aus Kasachstan hatte schon zwei Runden gewonnen, als Gegner Magomedrasul Medzhidov aus Aserbaidschan das einzig Richtige unternahm und den Lokalmatador in Runde drei auf die Bretter schickte. Präsident Nasarbajew starrte wie versteinert in den Ring.

"Unsere Mannschaft hat die Hoffnungen zu 100 Prozent erfüllt", meinte Kyas. Es sei aber "noch viel, viel Luft nach oben". Da müsse die Sportpolitik helfen. "Die Vorbereitung war finanziell nicht optimal abgesichert, es mussten Kürzungen vorgenommen werden", berichtete DBV-Sportdirektor Michael Müller. Er forderte den neuen DOSB-Präsidenten auf, für Konkurrenzfähigkeit die "notwendige finanzielle Ausstattung des Hochleistungssports einzufordern".

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