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Heftige Kritik: Boxen:"Das war ein langweiliger Scheißkampf"

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Kritik am Duell Mayweather gegen Pacquiao  

"Das war ein langweiliger Scheißkampf"

03.05.2015, 13:01 Uhr | t-online.de

Heftige Kritik: Boxen:"Das war ein langweiliger Scheißkampf". Floyd Mayweather triumphiert im "Boxkampf des Jahrhunderts". (Quelle: Reuters)

Floyd Mayweather triumphiert im "Boxkampf des Jahrhunderts". (Quelle: Reuters)

Aus Las Vegas berichtet Jens Bistritschan

Als Floyd Mayweather nach dem letzten Gong auf die Ringseile stieg, buhte das Publikum. Das lag nach seinem Sieg gegen Manny Pacquiao aber sicher nicht daran, dass er unfair geboxt oder unverdient gewonnen hätte. Die Unmutsbekundungen waren wohl eher der Enttäuschung der Mehrzahl unter den 16.507 Box-Fans im MGM Grand in Las Vegas geschuldet, die mit dem Filipino sympathisiert hatten.

118:110, 116:112 und 116:112 war das eindeutige Urteil der Punktrichter für den WBC- und WBA-Weltmeister im Weltergewicht, der sich durch den Punktsieg in Las Vegas auch noch zusätzlich den WBO-Gürtel sicherte.

"Das war ein langweiliger Scheißkampf"

Während die amerikanischen Box-Experten insbesondere Mayweather für seinen Kampf im Ring lobten, gingen ihre deutschen Kollegen mit den Kämpfern hart ins Gericht. "Das war ein langweiliger Scheißkampf, Mayweather hat gar nichts riskiert", schimpfte der ehemalige Weltmeister Graciano Rocchigiani bei Sky: "Das war enttäuschend, ich habe mir das anders erhofft. Wenn man einen Jahrhundertkampf ankündigt, muss man mehr zeigen."

Ins gleiche Horn stieß die deutsche Trainer-Legende Ulli Wegner: "Der Kampf ließ viele Dinge offen, ich bin richtig enttäuscht. Das war eine miserable Vorstellung, die Mayweather gezeigt hat. Ich verstehe nicht, wie man mit so einer schlechten Leistung gewinnen kann. Er hat gar nichts gezeigt."

Kein Kampf des Jahrhunderts

Ganz so drastisch sah es Arthur Abraham dann aber nicht. Mayweather und Pacquiao hätten "übertrieben vorsichtig, aber technisch auf höchstem Niveau" geboxt. Ein Kampf des Jahrhunderts "war das aber ganz sicher nicht."

Pacquiao wollte trotz des klaren Urteils seine Niederlage nicht wahrhaben. "Ich glaube, ich habe den Kampf gewonnen", erklärte der Filipino noch im Ring. Sein Kontrahent habe "nichts gemacht". Pacquiao dachte nach eigener Aussage, dass er im Kampf vorne lag. "Deshalb habe ich ihn in der 11, und 12. Runde auch nicht härter attackiert." Auf der Pressekonferenz nach dem Kampf ruderte er dann aber teilweise zurück: "Ich habe mein Bestes gegeben, aber das war nicht genug."

Pacquiao an Schulter verletzt?

Auch brachte er da eine neue Erklärung für seine Niederlage ins Spiel – eine Verletzung der rechten Schulter. Er habe sich vier Wochen vor dem Kampf dort einen Riss zugezogen. Dieser sei mit Spritzen behandelt worden. Das habe zu einer Besserung geführt.

Vor dem Kampf beantragte das Pacquiao-Lager dann noch eine weitere Injektion. Die zuständige Box-Kommission von Nevada lehnte dies aber ab. "Ich habe keinen Hinweis darauf gehabt, dass diese Verletzung existiert. Wenn er uns am Freitag davon unterrichtet hätte, hätten wir ein MRI veranlasst und danach hätten wir viele Möglichkeiten gehabt", erklärte der Kommissionsvorsitzende Francisco Aguilar. Für Pacquiaos Promoter Bob Arum war klar, "dass diese Entscheidung den Ausgang des Kampfes beeinflusst hat".

An eine Absage des Kampfes hatte das Pacquiao-Lager aber nicht gedacht. "Ich glaubte, wir kämen da durch", sagte Coach Freddie Roach. "Ich würde meine Schützlinge nie verletzt in den Ring schicken und ich dachte, der Fortschritt von Manny war gut genug, dass wir bei dem Kampf bleiben sollten." Ab der dritten Runde habe sich dann aber laut Pacquiao das Handicap laut bemerkbar gemacht.

"Floyd hat sich einfach zu viel bewegt"

Für ihn gab es aber noch einen anderen Grund, warum er nicht so oft getroffen hatte wie erhofft. "Floyd hat sich einfach zu viel bewegt. Wenn er mehr auf der Stelle geblieben wäre, hätte ich öfters zuschlagen können" – eine zutreffende, wenn auch naive Analyse. Denn zur großen Kunst des Boxens gehört auch, möglichst nicht von seinem Gegner getroffen zu werden.

Und bei diesem Aspekt zeigte Mayweather einmal mehr, warum er zu den ganz Großen in der Branche gehört. 429 Schläge von Pacquiao registrierten die Statistiker von Compubox, darunter waren allerdings nur 81 Treffer – eine Quote von gerade einmal 19 Prozent. Zum Vergleich: Mayweather schlug 435 Mal zu, 148 Mal traf er auch seinen Kontrahenten, was einer Quote von 34 Prozent entspricht.

Mayweather gönnerhaft

Der Dreifach-Weltmeister hielt sich in seinen Aussagen zurück. "Manny ist ein wahrer Champion. Wir haben beide unser Bestes heute gegeben", erklärte Mayweather gönnerhaft. Die Kritik überließ er anderen. "Wenn Du ihn nicht erreichen kannst, kannst Du ihn auch nicht treffen", analysierte Ex-Schwergewichtschampion Lennox Lewis.

Das war aber gleichzeitig auch ein Kompliment an den Sieger. Dieser wird nach der gezeigten Leistung mit Sicherheit weiter vom "Ring Magazine" als Pound-by-Pound-König geführt werden, als bester Boxer unabhängig von den Gewichtsklassen – und das völlig zurecht.

Rückkampf nicht ausgeschlossen

Nur noch einmal will Mayweather in den Ring steigen. Im September soll für den 38-Jährigen dann Schluss sein. Einen weiteren Erfolg vorausgesetzt, hätte er dann den Rekord von Rocky Marciano eingestellt. Dieser war 1955 ungeschlagen mit 49 Siegen auf dem Konto zurückgetreten. Doch bereits vorher will Mayweather seine Weltmeister-Titel niederlegen – vielleicht sogar schon am Montag. Der Grund sei einfach: "Jüngere Boxer sollen die Chance auf einen Gürtel bekommen."

Einen Gegner für seinen Abschiedskampf habe er noch nicht im Blick. Auf Nachfrage schloss Mayweather auch einen weiteren Kampf gegen Pacquiao nicht aus: "Jetzt will ich einfach nur nach Hause gehen und mich ausruhen". 

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