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Verwirrung um Boxweltmeister Fury: Rücktritt nur ein Scherz

03.10.2016, 18:22 Uhr | dpa

Boxen - Verwirrung um Boxweltmeister Fury: Rücktritt nur ein Scherz. Der britische Boxer Tyson Fury sorgt für Verwirrung.

Der britische Boxer Tyson Fury sorgt für Verwirrung. Foto: Andy Rain. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Boxweltmeister Tyson Fury hat mit skurrilen Tweets für Verwirrung gesorgt. Der 28 Jahre alte Brite erklärte mit markigen und teilweise obszönen Worten zunächst seinen Rücktritt, um drei Stunden später das Gegenteil zu behaupten.

Der Schwergewichtschampion der Verbände WBO, WBA und IBO ist dabei, den Rest an Glaubwürdigkeit zu verlieren. "Boxen ist das Traurigste, was ich je gemacht habe", twitterte er am Nachmittag und meinte, es sei "ein Haufen Scheiße". Der unter Dopingverdacht stehende Fury behauptete: "Ich bin der Größte, und ich bin es auch im Ruhestand." Der Bezwinger von Wladimir Klitschko hatte schon mehrfach von Rücktritt gesprochen, diesen aber nie umgesetzt.

Auch diesmal ist es so. "Hahahaha, ihr denkt, ihr werdet den Gypsyking so einfach los!!! Ich werde bleiben. #TheGreatest zeigt euch nur, was die Medien wollen. Tut tut", lautete sein Widerruf. Zehn Minuten später kündigte er an: "Sobald es mir besser geht, werde ich das verteidigen, was mein ist, den Schwergewichts-Thron."

Fury muss allerdings mit einer Sperre wegen Dopings und der Aberkennung seiner WM-Titel rechnen. Bei einer Kontrolle am 22. September durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur VADA war er in einer A-Probe positiv auf Kokain getestet worden. Einen Tag später hatte Fury den für den 29. Oktober geplanten Rückkampf gegen Klitschko abgesagt. Als Begründung wurden gesundheitliche Schwierigkeiten angegeben. In britischen Medien war die Rede von psychischen Problemen.

Zudem ist ein weiteres Doping-Vergehen ungeklärt. Im Frühjahr 2015 soll Fury die Einnahme des anabolen Steroids Nandrolon nachgewiesen worden sein, hatten britische Zeitungen vor Monaten berichtet. Der britische Boxverband wollte den Vorwurf nicht bewerten und schob die Verantwortung an die Anti-Doping-Behörde UKAD ab. Dazu soll es am 4. November eine Anhörung geben.

Fury hatte Klitschko im vergangenen November durch einen Punktsieg in Düsseldorf überraschend als Mehrfach-Weltmeister entthront. Der Rückkampf sollte zunächst am 9. Juli in Manchester stattfinden. Zwei Wochen vor dem Termin hatte Fury das Duell wegen einer angeblichen Knöchelverletzung abgesagt. Zeitgleich feierte er bei der Fußball-EM in Frankreich mit englischen Fans in einer Kneipe in Nizza.

Am vergangenen Samstag machte er sich über den jüngsten Dopingverdacht gegen ihn lustig. Auf seinem Twitter-Account veröffentlichte er eine Fotomontage aus dem Filmklassiker Scarface, wo Gangster Tony Montana, gespielt von US-Schauspieler Al Pacino, vor einem Berg Drogen sitzt. Fury ersetzte Al Pacinos Antlitz durch das eigene. Seither lautet seine Twitter-Name Tysonmontana.

Nach Furys zweiter Kampfabsage in diesem Jahr hat Klitschko sich neu orientiert. Der 40 Jahre alte Ukrainer favorisiert einen WM-Kampf gegen den Briten Anthony Joshua. Der 26 Jahre alte Olympiasieger von 2012 besitzt den IBF-Titel und hat seine bisherigen 17 Profikämpfe allesamt durch K.o. gewonnen.

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