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Dopingtest-Verweigerer droht lange Sperre

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Eishockey - DEL  

Dopingtest-Verweigerer droht lange Sperre

14.04.2008, 17:24 Uhr | dpa

Die Eisbären vor dem ersten Playoff-Finale (Foto: imago)Die Eisbären vor dem ersten Playoff-Finale (Foto: imago) Eine verweigerte Dopingkontrolle eines Berliner Eishockey-Nationalspielers überschattet das Playoff-Finale um die deutsche Meisterschaft zwischen den Eisbären und den Kölner Haien. Wie Sportmanager Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) erklärte, verweigerte der bisher nicht genannte Akteur im März bei sich daheim zunächst den Test und holte ihn erst einige Stunden später nach. Die Probe fiel laut Reindl negativ aus.

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Zweijährige Sperre möglich

Der DEB will in Abstimmung mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) in den kommenden Tagen über die Strafe entscheiden. Eine Verweigerung wird normalerweise wie eine positive Probe behandelt, dem Spieler droht gemäß des NADA-Codes eine Sperre von bis zu zwei Jahren. Reindl verwies jedoch auf die Besonderheit des Falles, da dem Spieler sein Fehlverhalten schnell bewusst geworden sei. Offenbar hatte er einen anderen Termin als Grund für seine Weigerung genannt. "Das war eine Riesendummheit", sagte Reindl.

Berlin gewinnt erstes Playoff-Finale

Der Akteur war am Sonntag auch im ersten Endspiel dabei, das die Berliner mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen hatten. Köln ist an diesem Dienstag Gastgeber im zweiten Playoff-Finale. Für den Meistertitel sind drei Erfolge notwendig. Der Nationalspieler ist auch ein Kandidat für die Weltmeisterschaft in Kanada. Die DEB-Auswahl bestreitet dort am 3. Mai gegen Finnland ihr erstes Vorrundenspiel, so dass schnell ein Urteil gefällt werden muss.

Reindl verweist auf mildernde Umstände

Reindl hat jedoch Hoffnung, dass der Spieler zum WM-Kader gehören wird, für den ein halbes Dutzend Eisbären in Frage kommen. "Ich persönlich würde sagen, man kann das nicht wie einen Dopingfall behandeln. Es geht nicht um Doping, sondern um ein Verfahrensvergehen", sagte Reindl. Der Spieler habe seinen Fehler schnell eingesehen und sei nicht wie jemand zu behandeln, der vor dem Kontrolleur geflüchtet sei. Im Regelwerk gebe es zwar keine entsprechende Differenzierung. "Man muss aber den gesamten Vorgang sehen", forderte Reindl, der sich auch eine öffentliche Verwarnung und weitere Maßnahmen wie eine Geldstrafe als Sanktionen vorstellen kann. Die NADA muss dem allerdings zustimmen.

Noch kein positiver Doping-Test in der DEL-Geschichte

Beim DEB wird der Fall bereits seit einiger Zeit behandelt, eine Stellungnahme des Spielers liegt vor. Da der Kontrolleur ihn antraf, handelte es sich nicht um einen versäumten sogenannten "missed test". Der Akteur wurde sowohl vor als auch nach dem Zwischenfall getestet und wies dabei keine auffälligen Werte auf. In der Geschichte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gab es bisher keine Dopingfälle, auf internationaler Ebene dagegen schon. So waren bei der WM 2005 jeweils ein weißrussischer und ein ukrainischer Nationalspieler des Nandrolon-Missbrauches überführt worden.


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