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Eishockey-WM: Deutschland will mehr

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Eishockey-WM  

DEB-Auswahl träumt vom Halbfinale

19.05.2010, 10:01 Uhr | t-online.de, t-online.de

Eishockey-WM: Deutschland will mehr. Das deutsche Eishockey-Team bejubelt den 1:0-Treffer von Alexander Barta gegen die Slowakei. (Foto: dpa)

Das deutsche Eishockey-Team bejubelt den 1:0-Treffer von Alexander Barta gegen die Slowakei. (Foto: dpa)

Aus Köln berichtet Sebastian Schlichting

Die Frage kam nicht überraschend. Aber Uwe Krupp wich erst einmal aus. Bevor er etwas in Richtung der weiteren Chancen sage, müsse er das mit der Mannschaft besprechen: "Dann schauen wir, wie hoch wir zielen.“ Kurz darauf wagte sich der Trainer des deutschen Eishockey-Nationalteams doch aus der Deckung: "Warum sollen wir nicht nach mehr zielen?“

Alles was jetzt kommt, ist Zugabe

Ja, warum eigentlich nicht? Schließlich hat die Mannschaft bei der Heim-WM mit dem Einzug ins Viertelfinale bereits eine Leistung vollbracht, die für nicht wenige Experten im Vorfeld außerhalb des Vorstellbaren lag. Zwei Ziele hat sie schon abgehakt: Erst die Abstiegsrunde vermieden, nun die K.-o.-Runde erreicht. Alles was jetzt kommt, ist Zugabe. Es könnte eine sehr süße Zugabe werden. Dass Deutschland in die Partie gegen die Schweiz am Donnerstag in Mannheim als Außenseiter geht, steht außer Frage. Allerdings ist man damit bislang sehr gut gefahren.

Rückkehr in die Weltspitze

Egal was in Mannheim passiert, eines ist schon jetzt sicher: "Wir haben uns an die Top-Acht-Teams herangearbeitet“, sagte Verteidiger Christian Ehrhoff. Dass dem so ist, bekam auch die Slowakei zu spüren. Deutschland gewann nicht durch irgendwelche Glückstore 2:1, sondern diktierte die Begegnung. "Wir haben den Slowaken über 60 Minuten das Spiel aufgedrückt“, stellte Daniel Kreutzer, der zusammen mit Sven Felski und Alexander Barta in der überragenden nominellen vierten Reihe spielte, fest. Genau genommen waren es 59 Minuten. In Bedrängnis kam das Team lediglich in den letzten Sekunden, als der Gegner alles versuchte und sehr nah am Ausgleich war. "Das war eine lange letzte Minute“, gestand Krupp. Sie zog sich, weil es die Deutschen versäumt hatten, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Im Nachhinein betrachtet war dies ein Luxus-Problem.    

Unter den besten Acht

Die WM geht in die heiße Phase – und Deutschland ist dabei. Nach Siegen unter anderem gegen höher eingeschätzte Teams (USA, Slowakei) und knappen Niederlagen gegen noch viel stärker eingeschätzte Gegner (Finnland, Russland). Das ist das Resultat der Mixtur aus leidenschaftlichem Kampf (Barta: "Jeder setzt sich für den anderen ein“) und strikter Einhaltung der vorgegebenen Taktik (Krupp: "Alle spielen die zugedachten Rollen perfekt“).

Krupp: "Eine Riesensache"

Für Barta ist dieser Erfolg schlicht "ganz wichtig für das deutsche Eishockey“. Trainer Krupp nannte das Erreichte "eine Riesensache“ und Franz Reindl, der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes, sprach gar von einer "Sensation“. Sehr viele Steigerungen gibt es da nicht mehr. Aber für außergewöhnliche Leistungen dürfen auch große Begriffe verwendet werden. Zur Erinnerung: Bei den Olympischen Spielen im Februar war Deutschland ausschließlich mit Niederlagen ausgeschieden, bei der WM 2009 nur deswegen nicht abgestiegen, weil das Turnier diesmal im eigenen Land stattfindet.

"Ziel ist das Halbfinale"

Während Krupp auf der Pressekonferenz also zunächst verkündete, die nächsten Ziele (nach dem größten Erfolg seit 2003) mit seiner Mannschaft besprechen zu wollen, war Torhüter Dennis Endras einige Minuten zuvor weitergegangen: "Wir sind Sportler. Also ist unser Ziel das Halbfinale. Sonst müssten wir ja gar nicht spielen.“ Es ist davon auszugehen, dass Krupp der Mannschaft ähnliches gesagt haben wird.   

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