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Eishockey-WM: Deutschland spielt nach knapper Niederlage gegen Russen um Bronze

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Eishockey-WM - Halbfinale  

Russland feiert knappen Sieg und träumt vom Titelhattrick

25.05.2010, 13:30 Uhr | sid, sid

Erneut lieferte Deutschland bei der Heim-WM bis in die letzte Sekunde eine klasse Leistung ab, doch es reichte nicht für den Traum Finale: Titelverteidiger Russland traf 1:50 Minuten vor der Schlusssirene in der Kölner Arena durch Pawel Daziuk zum 2:1-Siegtreffer. Zum 34. Mal stehen die Russen im WM-Endspiel. Gegner ist Tschechien - zum ersten Mal seit 1983 in einem WM-Finale. Den tapferen Gastgebern bleibt die Chance auf Bronze gegen die Schweden. Es wäre die erste WM-Medaille seit 57 Jahren. Damals in der Schweiz gab es Silber - nach einer Finalniederlage gegen die Schweden.

Über eine halbe Stunde kein russisches Tor

In einem mitreißenden Halbfinale verlor die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp mit 1:2 (1:0, 0:1, 0:1) gegen Rekordweltmeister Russland. Bis zur 32. Minute führte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) durch ein Tor ihres Kapitäns Marcel Goc (16. ) und hatte die größte Sensation in der Eishockey-Geschichte vor Augen. Doch Jewgeni Malkin glich für das Starensemble um Alexander Owetschkin aus, Pawel Dazjuk 110 Sekunden vor Schluss schoss doch noch den 27. WM-Sieg in Folge für die Sbornaja heraus.

Wiederum eine grandiose Leistung

Vor 18.734 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena stand am Ende zwar die 37. Niederlage im 37. WM-Duell mit dem übermächtigen Titelfavoriten. Doch das Krupp-Team schloss nahtlos an die grandiosen Leistungen der vergangenen Tage an und sammelte weitere Sympathien. Während die DEB-Auswahl im kleinen Finale steht, haben die Russen im Endspiel den Titel-Hattrick im Visier.

Riesen Kampf bleibt unbelohnt

Zwei Tage nach dem 1:0 gegen die Schweiz und dem historischen Halbfinaleinzug wuchs die deutsche Mannschaft noch einmal über sich hinaus. Mit großem Kampf hatte die DEB-Auswahl den Titelverteidiger am Rande einer Niederlage. Torhüter Rob Zepp, der für den bislang überragenden Dennis Endras zwischen den Pfosten stand, hatte zunächst viel Arbeit. Der Berliner, der schon beim 0:1 gegen Finnland in der Vorrunde überzeugt hatte, hielt seinen Kasten zunächst aber sauber. Allerdings hatte er auch Glück, als Jewgeni Malkin nach einem Solo den Pfosten traf (2.).

Kulemins böser Check gegen Holzer

Doch nach noch nicht einmal zehn Minuten war die russische Herrlichkeit vorbei. Die aggressiven und zweikampfstarken Deutschen hatten plötzlich mehr vom Spiel, Christian Ehrhoff mit Schüssen von der blauen Linie die ersten Chancen (9. und 11.). Dem DEB-Team in die Karten spielte Nikolaj Kulemin: Der Stürmer der Toronto Maple Leafs leistete sich einen Bandencheck gegen Korbinian Holzer, der benommen vom Eis geführt werden musste. Kulemin, der immerhin schon drei Tore erzielt hatte, kassierte eine Spieldauerdisziplinarstrafe, und die DEB-Auswahl spielte fünf Minuten in Überzahl. Als zudem auch noch Alexej Jemelin auf der Strafbank saß, nutzte das Krupp-Team die 5:3-Überzahl zu seinem zweiten Powerplay-Tor des Turniers. Nach einem weiteren Gewaltschuss von Ehrhoff schaufelte Marcel Goc die Scheibe zum umjubelten Führungstreffer ins Netz.

Erster Rückstand für die Russen im Turnier

"Wir haben gut angefangen und aggressiv gespielt", sagte der Torschütze in der ersten Drittelpause: "Zum Glück hat es mit dem Überzahlspiel jetzt mal geklappt." Die Russen lagen erstmals bei diesem Turnier in Rückstand, Trainer Wjatscheslaw Bykow war der Ärger deutlich anzusehen. Wütend erhöhte der Titelverteidiger im zweiten Durchgang den Druck, doch die deutsche Mannschaft spielte und kämpfte weiter grandios. Bei Kontern ergab sich sogar die Chance zum 2:0: Zunächst scheiterte Felix Schütz nach einem Solo an Torhüter Wasili Koschetschkin (24.), dann spielte Marcel Müller zu spät auf den mitgelaufenen Schütz ab (27.).

Individueller Fehler spielt den Russen in die Karten

Dann spielte der Rekordweltmeister bei fünf gegen fünf Powerplay und hatte Erfolg: Nach einem harten Pass von Sergej Gontschar traf Malkin zum Ausgleich. Der Stürmer der Pittsburgh Penguins jubelte, als hätte er gerade das entscheidende Tor im Finale erzielt. Der starke Zepp hatte Glück, als Dimitri Kulikow die Latte traf (36.). Auch im Schlussdrittel kämpfte die DEB-Auswahl aufopferungsvoll, spielte weiter aggressiv und gleichzeitig diszipliniert, hatte noch einige gute Konterchancen. Doch der Druck der Russen wuchs und wurde letztlich nach einem Scheibenverlust der Deutschen an der eigenen Blauen Linie belohnt.

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