Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Eishockey >

Eishockey-WM - Franz Reindl: "Jetzt ernten wir die Früchte"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Franz Reindl: "Jetzt ernten wir die Früchte"

02.05.2011, 10:42 Uhr | t-online.de

Eishockey-WM - Franz Reindl: "Jetzt ernten wir die Früchte". Der scheidende DEB-Sportdirektor Franz Reindl. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der scheidende DEB-Sportdirektor Franz Reindl. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Aus Bratislava berichtet Marc L. Merten

Ganz Eishockey-Deutschland ist wieder im WM-Fieber. Nach dem sensationellen Sieg über Russland hoffen die Fans auf einen ähnlichen Erfolg wie bei der Heim-WM 2010. Franz Reindl, Noch-Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), warnt jedoch vor dem Spiel gegen den Gastgeber Slowakei vor einer "sehr gefährlichen Situation".

Der 56-Jährige erklärt, was sich im deutschen Eishockey verändert hat und würdigt die großen Verdienste des scheidenden Nationaltrainers Uwe Krupp. Dessen potentiellen Nachfolger gibt der 183-fache Nationalspieler eine Warnung mit auf den Weg.

Herr Reindl, wie groß ist die Euphorie nach dem Sieg über Russland?

Reindl: Die ist schon wieder weg, jetzt geht es weiter zum nächsten Spiel. Man muss einfach sehen, wie der Modus ist. Und wir haben schon vorher gesagt: Wenn wir gegen Russland überraschen, hilft uns das nichts. Wir müssen mindestens noch einen Punkt holen. Und das am besten so schnell wie möglich.

Jetzt geht es gegen den Gastgeber. Die Slowaken hatten gegen Slowenien aber erhebliche Probleme. Hatten Sie das so erwartet?

Eigentlich schon. Als Heimmannschaft unterliegst du besonderem Druck. Der kann positiv, aber auch negativ sein. Man hat gesehen, dass die Spieler nicht in Tritt gekommen sind, die hatten dicke Oberschenkel, wie man so schön sagt. Aber: Das erste Spiel ist jetzt vorbei, die haben die drei Punkte und werden gelöster sein.

Also eine gefährliche Situation für die deutsche Mannschaft?

Sehr gefährlich. Mit der Truppe, die sie zusammen haben, sind sie ein Titelaspirant. Und nach unserem Sieg gegen die Russen werden sie auch damit rechnen, dass wir eine Runde weiterkommen. Da brauchen sie die Punkte gegen uns noch mehr als die gegen die Slowenen, weil sie die Punkte gegen uns mit in die Zwischenrunde nehmen würden.

Dennoch haben die Slowaken großen Respekt. Wie hat es Uwe Krupp geschafft, dass solche Leistungen einer deutschen Mannschaft überhaupt wieder möglich sind?

Uwe Krupp hat eine neue Generation deutschen Eishockeys geschaffen. Er ist die Lokomotive, die das ganze Programm des DEB zieht. Wir sind ja seit Jahren dabei, uns neu zu formieren. Wir haben ein riesiges Nachwuchsprogramm aufgelegt. Wir haben viel strukturell verändert, die Schlagzahl der Länderspiele für jeden Jahrgang gewaltig erhöht. All das haben wir mit Uwe Krupp zusammen gemacht und haben heute eine junge, starke, wettkampffähige Nationalmannschaft. Jetzt ernten wir die Früchte.

Nach der WM verliert der DEB aber die Lokomotive Uwe Krupp. Sein Nachfolger übernimmt ein schweres Erbe.

Auf jeden Fall. Und auch ich höre ja zumindest als Sportdirektor auf. Das heißt, dass der oder die Nachfolger für die beiden Positionen unser Programm erst mal so weiterführen müssen. Und das ist nicht so leicht. Die Nationalmannschaft ist ja nur die sonnige Spitze am Berg. Die Pyramide des DEB ist sehr breit. Deshalb sind die Aufgaben auch sehr vielfältig, die des Bundestrainers genauso wie die des Sportdirektors.

Sie haben es schon angedeutet: Es gibt Überlegungen, die Position des Sportdirektors und des Bundestrainers in Personalunion durch Ralph Krueger zu besetzen. Wäre er der Richtige?

Ich kenne den Ralph schon lange, er ist Coach mit Leib und Seele. Er kann coachen, er kann motivieren, er kann eine Nationalmannschaft führen. Ob er die Funktion eines Sportdirektors ausüben kann, ob er weiß, welche Arbeit dahinter steckt, weiß ich nicht.

Einige sagen: Trainer und Sportdirektor in einem, das geht nicht.

Das sehe ich genau so.

Warum?

An diesem Amt hängt einfach einiges dran: der Deutsche Olympische Sportbund, die Sportförderung, die Olympiabewerbung, Olympiastützpunkte, das Bundesministerium für Inneres. Du musst die Leute kennen, die Strukturen, musst spüren, wohin die Reise geht. Wir haben ein Bundesleistungszentrum, wir haben sieben Mannschaften im Spielbetrieb, für die Du alle ein Programm brauchst, dazu Trainer, Assistenztrainer, Physios, Ärzte. Wir haben 130 Länderspiele im In- und Ausland mit allen Nationalmannschaften. Das muss alles geplant sein. Und das alles macht der Sportdirektor. Auf Anhieb, einfach so – ich kann mir nicht vorstellen, dass das einer sofort kann. Das muss man schon gelernt haben.

Was waren denn die Gründe für Ihren Rückzug als Sportdirektor?

Es gab den Wunsch, alles etwas aufzufrischen. Diesem Wunsch bin ich nachgekommen.

Das klingt nicht nach einem freiwilligen Rückzug.

Ich bin ja nicht nur Sportdirektor, sondern auch noch Generalsekretär. In dieser Doppelfunktion habe die WM organisiert – nicht nur letztes Jahr, sondern auch schon 2001. Und das geht einfach so nicht, da muss man sich entscheiden. Die Leidenschaft, die Emotionen sind bei mir nach wie vor im Sport. Aber es war der klare Wunsch des Präsidiums, dass ich mich zukünftig auf die Rolle des Generalsekretärs konzentriere, weil für uns extrem wichtig ist, dass wir möglichst bald wieder eine WM nach Deutschland bekommen.

Deutschland wird sich also um die WM 2017 bewerben?

Die Bewerbungsfrist für die WM 2017 läuft 2012 aus. Das heißt, wenn wir uns tatsächlich mit einem starken Konzept bewerben wollen, müssen wir das in diesem Jahr tun. Und das kannst Du nicht nebenher machen. Wir gehen schließlich ins Rennen, um die WM zu bekommen. Mir gefällt die Aufgabe, eine WM nach Deutschland zu holen, sehr, auch, wenn ich meine Kernkompetenz weiter im sportlichen Bereich sehe. Aber es ist so gekommen, wie es ist. Und nun müssen wir schauen, wie es weitergeht.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Vertrauensbruch 
Pflegerin ahnt nichts von der versteckten Kamera

Nach einem Anfangsverdacht installieren Verwandte das Gerät, die Aufnahmen sind erschreckend. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal