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Eishockey-WM: Deutschland - Gekommen, um zu siegen

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Gekommen, um zu siegen

04.05.2011, 22:37 Uhr | t-online.de

Aus Bratislava berichtet Marc L. Merten

Als die Mikrofone auf der Pressekonferenz bereits ausgeschaltet waren, lehnte sich Sloweniens Coach Mitjaz Kopitar zu Uwe Krupp hinüber. "You can go far", flüsterte er seinem Trainerkollegen zu. Ihr könnt weit kommen. Was der deutsche Bundestrainer ihm antwortete, war nicht mehr zu verstehen. Sicher ist aber: Kopitar hat recht. Denn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schreibt bei der WM 2011 Geschichte.

"Wir haben gegen das bestorganisierte Team gespielt, das ich hier in Bratislava bisher gesehen habe", hatte Kopitar gesagt, als die Mikrofone noch liefen. "Die Deutschen sind verdienter Gruppensieger." Worte, die selbst den um Bodenhaftung bemühten Krupp stolz machen. "Man hört immer gerne, wenn die Arbeit, die wir im Trainerstab machen, von den Trainerkollegen honoriert wird", gestand Krupp später ein. (Lesen Sie auch: Pleiten, Pech und Pannen bei der WM)

So gut wie seit 81 Jahren nicht mehr

Immer schwerer fällt es dem 45-Jährigen, die steigende Erwartungshaltung an seine Mannschaft zu dämpfen. Wie auch? Deutschland ist erstmals seit 1933, also nach 78 Jahren, wieder als Gruppensieger einer WM in die Zwischenrunde eingezogen, in der am Samstag (ab 16 Uhr im Liveticker bei t-online.de) Dänemark Gegner ist; am Freitag geht es zunächst gegen Finnland. Der Sieg über Slowenien war zudem der dritte Sieg im dritten Spiel - dieses Kunststück ist den Deutschen letztmals sogar erst 1930 gelungen. Vor 81 Jahren also, als Eishockey noch ohne Helm gespielt wurde. Vor 81 Jahren, als die Helden Deutschlands noch dem Deutschen Reich angehörten. Vor 81 Jahren, als das Deutsche Reich sogar bis ins Finale kam und sich nur Kanada geschlagen geben musste.

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"Siege geben uns Euphorie, sie treiben uns an"

Zugegeben, damals bedeutete das fünfte Turnierspiel bereits das Finale. Doch viele fragen sich nach Platz vier im letzten Jahr und den bisher gezeigten Leistungen: Warum soll es nicht auch dieses Jahr wieder für den Kampf um eine WM-Medaille reichen? Warum nicht sogar für das Finale und vielleicht den Kampf um Gold? 

Jeder Spieler, mit dem man spricht, gibt eine eindeutige Antwort: "Wir sind hergekommen, um jedes Spiel zu gewinnen", sagt stellvertretend Constantin Braun. Und er klingt beinahe etwas enttäuscht, als er anfügt: "Heute leider nur im Penaltyschießen." Das ist nicht das Anspruchsdenken einer Truppe, die vor wenigen Tagen noch als Abstiegskandidat gehandelt wurde. "Für uns geht es immer um den Sieg", ergänzt Penaltyschütze Frank Hördler. "Der Erfolg gibt uns Euphorie, treibt uns nach vorne, schweißt uns zusammen." 

Erfolge ja, Rekorde ja, aber träumen? Nein!

Für viele Experten spielt in Bratislava die beste deutsche Mannschaft, die es seit langer Zeit gegeben hat. Und eine Mannschaft, die "noch hungriger ist als letztes Jahr", wie Ex-Nationalspieler Rick Goldmann erkannt hat. Eines ist für jeden sichtbar: "Wir spielen mit mehr Selbstvertrauen", erklärt Kapitän Michael Wolf. "Ob es die beste deutsche Mannschaft ist, die wir in den letzten Jahren gesehen haben, weiß ich nicht. Aber es sieht ganz gut aus." 

Gut sieht es jedenfalls bereits im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale aus. Ein Punkt aus den drei Zwischenrunden-Begegnungen könnte bereits reichen. Doch auf ein "Was wäre, wenn?" lässt sich das DEB-Team nicht ein. Erfolg ja, Rekorde gerne, aber über das nächste Spiel hinaus denken? Nein danke! "Jeden Tag wird darüber gesprochen, wie weit wir kommen können", moniert Krupp. "Aber dafür musst Du Punkte sammeln. Du kannst hervorragendes Eishockey spielen und trotzdem die nächsten drei Spiele verlieren. Dann hast Du super gespielt, kommst aber trotzdem nicht weiter." 

Krupp verspricht: "Die Leistung wird stimmen"

Das ist der bodenständige Krupp, der diese Mannschaft so stark gemacht hat. Und trotz allem Selbstbewusstsein und der ganz breiten Brust haben auch die Spieler diesen Gedanken verinnerlicht. "Letztes Jahr war es der vierte Platz, aber da sind wir noch lange nicht", pflichtet Kapitän Michael Wolf seinem Chef bei. 

Der weiß aber auch, was sein Team kann - und gibt ein Versprechen ab, auf das Eishockey-Deutschland alle Hoffnungen legen wird: Es sei zwar schwer zu prophezeien, wie weit das Team wirklich kommen werde, sagt Krupp. "Aber ich weiß, dass die Leistung der Mannschaft stimmen wird." Und wenn die Leistung stimmt, sollten die Ergebnisse nur noch Formsache sein.

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