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Uwe Krupp und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft sind auf einem guten Weg

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Krupp: "Wir sind auf dem richtigen Weg"

09.05.2011, 12:12 Uhr | t-online.de

Aus Bratislava berichtet Marc L. Merten

Das Spiel gegen Finnland (4:5) war gerade erst beendet, da griff Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp konsequent durch. Nur wenige Minuten gestattete er seinen müden Spielern für Gespräche mit Journalisten. Dann räumte er in der so genannten Mixed Zone, also da, wo die Interviews ablaufen, höchstpersönlich auf. Denn das Spiel gegen Finnland, der perfekt gemachte Einzug ins Eishockey-WM-Viertelfinale, sollen erst der Anfang gewesen sein. Bereits am heutigen Samstag (Samstag ab 16.00 Uhr im t-online.de Live-Ticker) steht das zweite Zwischenrunden-Spiel gegen Dänemark an. Und da geht es weiter um alles. 

Erst rief Krupp kurze Kommandos durch die Mixed Zone ("Holzi, zwei Minuten!"), danach legte er selbst Hand an. Patrick Reimer griff er beherzt auf die Schulter, erklärte sein Interview für beendet und schickte ihn in die Kabine. Und auch Korbinian „Holzi“ Holzer musste plötzlich ganz schnell reden, um noch fertig zu werden. "Holzi, go, twenty hours". 20 Stunden, so viel Zeit blieb den Deutschen nach der Schlusssirene noch, um sich von dem harten Spiel gegen die Finnen zu erholen und die Dänen ins Visier zu nehmen. Krupp überlässt nichts dem Zufall, Viertelfinal-Einzug hin oder her. 

Schütz nach dem Spiel mit Schimpftirade bedacht 

Zumal er auch die Anspannung der Spieler noch merkte. Denn die Gemüter hatten sich nach dem hart umkämpften Match gegen die Skandinavier bei weitem noch nicht beruhigt. Als deutsche wie finnische Spieler scheinbar friedlich Seit an Seit den Medien Frage und Antwort standen, geriet Torschütze Felix Schütz noch mal ins Visier eines Gegenspielers. Ein Spieler in weiß-blau bedachte ihn von hinten mit einer nicht zitierfähigen Schimpftirade und verschwand umgehend in der Menge. Schütz schickte ihm eine passende Antwort hinterher und wandte sich wieder den Journalisten zu. 

Eishockey - WM 
"Verdienter Punkt"

Trotz Niederlage nach Verlängerung lässt Bundestrainer Uwe Krupp den Kopf nicht hängen. Video

Perfektionist Krupp steht unter Vollspannung 

Auch nach der Krupp’schen Aufräumaktion war die Anspannung nicht verflogen. Die Pressekonferenz nahm der Coach noch äußerlich gelassen hin, doch dann nahm er sich einen finnischen Medienvertreter vor, der ihn noch in einer kleineren Gesprächsrunde befragen wollte. "Sie konnten doch gerade bei der Pressekonferenz ihre Frage stellen. Aber da haben Sie sich nicht gemeldet. Und jetzt soll ich Ihre Fragen noch mal beantworten?" Am Ende aber obsiegte Krupps Geduld, und er stellte sich auch diesen Fragen. 

Aber das ist der Krupp, wie man ihn seit dem ersten Tag bei der WM erlebt. Er ist fokussiert, motiviert, ehrgeizig. Krupp steht unter Vollspannung. Seine Mannschaft zeigt, wozu sie fähig ist, und gibt Krupp alles, um die Konzentration für jedes Spiel zu halten – bei sich und beim Team. Ablenkung ist unerwünscht, nur das nächstgelegene Ziel zählt. Die Hektik nach dem Spiel erklärte er dann auch simpel als den Beginn der Vorbereitung auf das Dänemark-Spiel. "Die Spieler haben schon die erste Mahlzeit bekommen. Jetzt laufen sie aus, regenerieren sich. Heute Abend gibt es noch mal einen Late-Night-Snack. Dann geht es früh ins Bett", so Krupp. Alles ist bis ins Detail geplant, der Perfektionist überlässt nichts dem Zufall. Denn die Ziele haben sich nicht verändert. 

Jubel über Viertelfinale soll Flügel verleihen 

"Ich habe den Spielern gesagt: Wir sind in der Qualifikationsphase für die K.o.-Phase. Hier geht es um jedes Spiel, um jeden Punkt", betonte Krupp, noch bevor er wusste, dass der Viertelfinal-Einzug bereits am Abend perfekt sein würde. Und tatsächlich haben die Spiele gegen Dänemark und Tschechien eine große Bedeutung. Ein Sieg gegen Dänemark würde die Chance auf Platz zwei in der Zwischenrunden-Gruppe E immens verbessern, der Gegner im Viertelfinale wäre dann "nur" der Dritte aus Gruppe F. Jeder Punkt zählt. Aber Krupp ahnt: "Wir sind auf dem richtigen Weg." 

Auch, weil die Spieler längst verinnerlicht haben, worum es geht. "Wenn wir es leicht nehmen, verlieren wir das Ding", sagte Torschütze Felix Schütz. "Aber das werden wir nicht! Wir werden wieder mit 100 Prozent spielen.“ Antreiben wird sie dabei mit Sicherheit die Freude über das bereits gelöste Ticket für die K.o.-Runde. Die Erleichterung im Teamhotel nach dem Sieg der Tschechen über die Slowakei sei groß gewesen, bestätigte Sportdirektor Franz Reindl. "Die Mannschaft hat gejubelt. Und das zu Recht: Man kann dieser Truppe für ihre grandiose Leistung nur gratulieren." 

Reindl: "Die Flamme muss weiter brennen" 

Reindl hatte sich schon unmittelbar nach dem Finnland-Spiel zuversichtlich gezeigt, dass mit dem Einzug ins Viertelfinale nichts mehr schief gehen würde. "Ich habe großes Vertrauen in diese Mannschaft. Was die hier spielen, ist unglaublich", so Reindl. "Wenn ich das mal Revue passieren lasse, bin ich schlichtweg überrascht, wie gut wir wirklich spielen können." Den Erfolg habe sich die Mannschaft rundheraus verdient, dürfe sich aber nicht zufrieden geben. "Die Flamme muss weiter brennen", forderte Reindl, vertraut aber dem Mann, dem das auch bisher gelungen ist. "Der Uwe wird dafür sorgen." Das nötige Feuer dazu trägt der Bundestrainer in sich. Und bisher hat er es perfekt auf die Mannschaft übertragen.

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