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WM-Debakel gegen Norwegen - Olympia in Gefahr

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DEB-Team erlebt WM-Debakel - Olympia in Gefahr

14.05.2012, 08:29 Uhr | dpa

Keeper Dennis Endras betrachtet den Spielstand auf dem Videowürfel von der Bank aus.

Keeper Dennis Endras betrachtet den Spielstand auf dem Videowürfel von der Bank aus. (Quelle: dpa)

Stockholm (dpa) - Ein 4:12-Debakel (0:3, 1:6, 3:3) nach einer indiskutablen Vorstellung gegen Norwegen hat bei der Eishockey-WM das dritte Viertelfinale in Serie für das deutsche Team verhindert.

Nach der höchsten WM-Niederlage seit dem 1:10 gegen Kanada 2008 ist zudem die direkte Olympiaqualifikation für die Mannschaft von Bundestrainer Jakob Kölliker in akuter Gefahr. Auch beim abschließenden Vorrundenspiel am Dienstag gegen Tschechien kann dem deutschen Team nicht mehr der Sprung in die Runde der letzten Acht gelingen, der einen sicheren Start 2014 in Sotschi bedeutet hätte.

"Momentan ist jedes Wort zu viel. Es gibt keine Erklärung, keine Entschuldigung. Wir müssen jetzt aus dieser Suppe raus", sagte Kölliker. "Wir haben uns aufgegeben, das kann nicht sein. Das war peinlich", konstatierte Thomas Greilinger. Und auch Kapitän Marcel Goc zeigte sich von der deutschen Leistung äußerst enttäuscht: "Wir haben nie zueinander gefunden. Wir können uns nur entschuldigen."

Patrick Thoresen (1./2./33. Minute) mit einem Dreierpack, je zweimal Per-Age Skroder (34./41.) und Mats Trygg (35./53.), sowie Martin Roymark (6.), Lars Erik Spets (24.), Juha Kaunismaki (25.), Jonas Holos (28.) und Mats Hansen (44.) demütigten die DEB-Auswahl beim höchsten norwegischen Sieg gegen Deutschland überhaupt. Düsseldorfs Patrick Reimer (39.), AHL-Profi Justin Krueger (42.), Mannheims Marcus Kink (47.) und Christopher Fischer (58.) gelang nur Ergebniskorrektur. "Das ist eine der bittersten Niederlagen des deutschen Eishockeys", meinte Alexander Barta.

Durch die erst vierte Niederlage im 16. WM-Spiel gegen die Skandinavier bleibt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in der Gruppe B mit sechs Punkten Sechster. Der Tabellenvierte Norwegen machte dagegen mit nun zehn Zählern einen großen Sprung in Richtung Viertelfinale. Dadurch droht Deutschland auch in der Weltrangliste aus den Top-Neun-Nationen zu fallen. Dies würde bedeuten, dass sich das Kölliker-Team im kommenden Jahr in einem Viererturnier für Sotschi 2014 qualifizieren müsste.

Eine indiskutable Anfangsphase ließ Deutschland schon früh hoffnungslos zurückfallen. Norwegen nutzte Undiszipliniertheiten und Abwehrfehler gnadenlos aus. Nach nur anderthalb Minuten sah sich Kölliker bereits zu einer Auszeit gezwungen. Durch den Doppelschlag durch KHL-Profi Thoresen (St. Petersburg) stand es da bereits 0:2. Auch der flammende Appell des Bundestrainers zeigte keine Wirkung. Nach gerade einmal fünf Minuten ging bereits Torhüter Dennis Endras, der am Tag zuvor beim 1:2 gegen Dänemark noch überragender Akteur Deutschlands gewesen war, zugunsten von Dimitrij Kotschnew vom Eis.

Trotz des Spiels nur 28 Stunden zuvor hatte Kölliker wieder seiner Nummer eins von HIFK Helsinki vertraut. Auch der Torhüterwechsel brachte indes keine Besserung. Deutschland kämpfte sich zwar kurzzeitig zurück und erspielte sich einige Chancen. Straubings Florian Ondruschka traf dabei nur den Pfosten. Doch im Mittelabschnitt brachen im deutschen Team alle Dämme.

Fast jeder Schuss Norwegens landete im Netz. Deutschlands Profis schlichen bereits wie geprügelte Hunde über das Eis, als die deutschen Fans sarkastisch vom "Finale" sangen. Zu dem Zeitpunkt war Berlins André Rankel schon nicht mehr dabei. Der Stürmer musste im ersten Drittel offenbar verletzt in die Kabine und kam anschließend nicht mehr zurück. Auch ohne den zuvor bereits angeschlagenen Rankel stand Kölliker, der als Bundestrainer nur einen Vertrag bis zum WM-Ende hat, die Fassungslosigkeit ob der deutschen Leistung ins Gesicht geschrieben.

Zum Schlussdrittel brachte Kölliker erneut Endras, der indes nach nur 44 Sekunden wieder hinter sich greifen durfte und damit einen erneuten Torreigen erlebte. Gut sieben Minuten vor dem Ende hatte Endras erneut genug, fuhr entnervt vom Eis und zerschlug aus Frust seinen Schläger.

Quelle: dpa

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