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NHL-Millionäre auf der Flucht nach Europa

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NHL-Millionäre auf der Flucht nach Europa

20.09.2012, 12:53 Uhr | dpa

NHL-Millionäre auf der Flucht nach Europa. Der russische Superstar Alexander Owetschkin will für Dynamo Moskau Tore schießen.

Der russische Superstar Alexander Owetschkin will für Dynamo Moskau Tore schießen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die NHL-Millionäre sind auf der Flucht, die Europa-Invasion ist kaum zu stoppen. Über 40 Eishockey-Stars aus der nordamerikanischen Profiliga NHL werden wegen der Tarif-Auseinandersetzungen in den kommenden Wochen für europäische Spitzenvereine spielen.

Nachdem die Liga mitteilte, dass im Zuge des festgefahrenen Tarifstreits alle Vorbereitungsspiele bis zum 30. September gestrichen wurden, ist der geplante NHL-Saisonstart am 11. Oktober in weite Ferne gerückt. Da sich die Teambesitzer mit der Spielergewerkschaft NHLPA bislang nicht auf einen neuen Tarifvertrag verständigen konnten, sind mehr als 700 Profis seit dem 16. September von ihren Vereinen ausgesperrt. Es ist der dritte sogenannte Lockout der Liga nach 1994 und 2004.

Der deutsche Nationalspieler Christian Ehrhoff von den Buffalo Sabres trainiert bereits bei den Krefeld Pinguinen und wird im DEL-Duell "ganz nervös" - wie er selbst sagt - gegen die Hamburg Freezers auflaufen. Die Adler Mannheim verkündeten mit der Verpflichtung der Auswahlspieler Marcel Goc (Florida Panthers) und Dennis Seidenberg (Boston Bruins) gleich einen doppelten Coup. Beide nutzen die gehaltslose Zeit der Aussperrung, um wieder in der Heimat zu spielen. Sobald beide die Freigabe erhalten, spielen dann in Mannheim gleich zwei Bruderpaare: Yannic Seidenberg und Nikolai Goc stehen ohnehin bei den Adlern im Sold.

Frühestmögliches Einsatzdatum der beiden NHL-Stars ist das DEL-Heimspiel am 28. September gegen Nürnberg. "Dass wir beide auf Mannheimer Eis sehen werden, ist ein Riesengewinn für das deutsche Eishockey", meinte Adler-Manager Teal Fowler.

Den größten Zulauf in Europa verzeichnen bislang die Top-Vereine in Tschechien, Russland und der Schweiz. Der russische Superstar Alexander Owetschkin (Washington Capitals) will für Dynamo Moskau Tore schießen. Kaum in seiner Heimat eingetroffen, meldete sich der Top-Stürmer im Arbeitskampf lautstark zu Wort. In einer Telefonschalte mit der "Washington Post" und der "Washington Times" drohte er, er wisse nicht, wie viele Spieler aus Russland in die NHL zurückkehren würden, falls die NHL die Gehälter drastisch kürze. "Wir haben alle gültige Verträge, warum also tasten sie nun unsere Verträge und Gehälter an? Wenn alles so bleibt wie momentan, dauert der Lockout die ganze Saison. Die Gehälter zu kürzen ist eine richtig dumme Idee!", beklagte der russische Multimillionär.

Gleich drei Top-Stars hat Dynamos Konkurrent in der Kontinental Hockey League (KHL), Metallist Magnitogorsk, angelockt. Der russische Meister sicherte sich die Dienste von Pittburghs Jewgeni Malkin, dem wertvollsten Spieler der vorigen NHL-Saison. Zudem spielen Sergej Gontschar (Ottawa Senators) und Nikolai Kulemin (Toronto Maple Leafs) für den Club aus der russischen Bergarbeiterstadt. Der zweimalige russische Weltmeister Ilja Kowaltschuk (New Jersey) entschied sich für ein Engagement bei SKA St. Petersburg.

Für Furore in Tschechien sorgt Oldie Jaromir Jagr, der für den HC Kladno unweit von Prag auf Torejagd gehen möchte. Der 40-Jährige gehört zu den zehn tschechischen Spielern, die nun in heimischen Gefilden nach einem Ersatz-Gehalt suchen.

Die finanzkräftigen Schweizer Vereine haben sich bereits die Dienste von neun NHL-Profis gesichert. In Rick Nash und Joe Thornton spielen voraussichtlich im Heimspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers zwei Kanadier für Rekordmeister HC Davos, mit dem sie 2005 schon den Meistertitel gewonnen hatten. Auch Teams aus Finnland, Schweden, der Ukraine, Weißrussland, der Slowakei und Lettland haben NHL-Cracks für unbestimmte Zeit verpflichtet.

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