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Die Folgen der Olympia-Schmach für das Eishockey

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Die Folgen der Olympia-Schmach für das Eishockey

11.02.2013, 18:51 Uhr | dpa

Die Folgen der Olympia-Schmach für das Eishockey. Pat Cortina bleibt trotz der verpassten Olympia-Qualifikation DEB-Coach.

Pat Cortina bleibt trotz der verpassten Olympia-Qualifikation DEB-Coach. (Quelle: dpa)

 

Bietigheim-Bissingen (dpa) - Das deutsche Eishockey ist am Boden. Die Schmach des historischen Olympia-Aus wirft Fragen auf.

Bietigheim-Bissingen (dpa) - Das deutsche Eishockey ist am Boden. Die Schmach des historischen Olympia-Aus wirft Fragen auf.

Ja. Darin sind sich die Beteiligten einig. "Es geht mit ihm weiter und das ist langfristig angelegt", stellt Verbandspräsident Uwe Harnos klar. Cortina hat beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) einen Dreijahresvertrag als Trainer und Sportdirektor. Zwar geht der Italo-Kanadier als der bislang erste und einzige Bundestrainer in die DEB-Geschichte ein, der in der Olympia-Qualifikation gescheitert ist. Verantwortlich ist Cortina aber nur bedingt. Richtig schlecht spielte das Team in der Qualifikation nicht, vergab aber zu viele Chancen.

Die eigentlich schon fast sichere Direkt-Qualifikation für Sotschi 2014 wurde im vergangenen Jahr bei der völlig verkorksten WM in Stockholm verspielt. Trainer damals war Jakob Kölliker. "Die WM beeinflusst die Weltrangliste. Und wenn wir in der Weltrangliste besser dagestanden hätten, dann hätten wir uns diese Qualifikation ersparen können", sagt Cortina nicht ganz zu Unrecht. Fakt ist auch: Deutschland hatte nach Platz vier bei der Heim-WM 2010 eigentlich beste Aussichten. Dem damaligen Bundestrainer Uwe Krupp wurde von Harnos danach eine Doppelfunktion als Nationalcoach und Clubtrainer verwehrt, Krupp ging. Später wurde auch Sportdirektor Franz Reindl entmachtet, weil der sich für Krupp ausgesprochen hatte. Seitdem ging es mit dem deutschen Eishockey sportlich bergab.

Im Juni 2014 steht die nächste Vorstandswahl an. Eine klare Aussage darüber, ob er noch einmal antritt, vermeidet Harnos derzeit. "Bis dahin ist es noch über ein Jahr. Da kann viel passieren, unter anderem werden zwei Weltmeisterschaften gespielt", sagte Harnos nur. Kritiker gibt es viele. Der frühere Nationalmannschaftskapitän Alois Schloder fordert Harnos' Rücktritt. Der DEB-Chef lehnt dies ab. "Für mich kommt ein Rücktritt nicht infrage", sagte er der "Rheinischen Post". "Ich fühle mich nicht alleine verantwortlich für diesen Rückschlag, sicherlich trage ich eine Mitverantwortung. Das ist aber immer so - bei Niederlagen und Siegen."

Zumindest scheint ein Abstieg derzeit nicht völlig ausgeschlossen. In der Olympia-Qualifikation verlor Deutschland sogar gegen Italien, das im vergangenen Jahr abgestiegen war. Österreich, das statt Deutschland nach Sotschi fährt, ist im Mai in Helsinki deutscher Gruppengegner. "Das wird eine ganz heiße Nummer, da dürfen wir nicht blauäugig reingehen", warnt Generalsekretär Reindl bereits. Die Stimmung ist derzeit auf einem Tiefpunkt. Viel hängt davon ab, welche Spieler im Mai zur Verfügung stehen. Das Team wird eher nicht besser besetzt sein, da normalerweise nicht viele Spieler beider Mannschaften dabei sind, die das DEL-Meisterschaftsfinale bestreiten.

Das ist noch nicht abzusehen und hängt von den anstehenden Zielgesprächen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund ab. Zumindest ist der DEB mit den Frauen in Sotschi dabei. "Das hilft uns sehr", sagt Harnos. Ganz ohne Auswirkung wird das Aus der Männer aber nicht bleiben. "Das hat natürlich eine Bedeutung", bestätigt der DEB-Präsident. Und finanzielle Einbußen gingen vor allem zu Lasten der Nachwuchsförderung und damit der kommenden Generation.

Immens. Bei Olympia spielen die Besten der Welt, alle NHL-Topstars sind dabei - Deutschland aber erstmals seit 1948 nicht. Richtig problematisch dabei ist, dass sich die Sportart nicht zur besten Sendezeit bei ARD und ZDF einem riesigen Publikum präsentieren kann. An das dramatische Olympia-Viertelfinale 1992 gegen Kanada, als der Puck nach Peter Draisaitls Schuss im Penaltyschießen auf der Linie liegen blieb, können sich auch viele Nicht-Eishockey-Interessierte noch erinnern. Die Chance auf ähnliche Werbung wurde nun vertan.

 
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