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Eishockey: DEL-Legende Stefan Ustorf zurückgetreten

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Folgen des Schädel-Hirn-Traumas zwingen Ustorf zum Aufhören

07.03.2013, 15:26 Uhr | sid, dpa

Eishockey: DEL-Legende Stefan Ustorf zurückgetreten. Stefan Ustorf feiert im April 2012 den Gewinn der Deutschen Eishockey-Meisterschaft mit den Eisbären Berlin. (Quelle: imago/Bernd König)

Stefan Ustorf feiert im April 2012 den Gewinn der Deutschen Eishockey-Meisterschaft mit den Eisbären Berlin. (Quelle: Bernd König/imago)

Schlussstrich nach 21 Jahren Profi-Eishockey: Der ehemalige Eishockey-Nationalspieler Stefan Ustorf hat 15 Monate nach einer schweren Gehirnerschütterung seine Karriere beendet. Die Entscheidung verkündete der langjähriger Kapitän der Eisbären Berlin und der deutschen Nationalmannschaft in Berlin. Der 39-Jährige hatte am 6. Dezember 2011 nach einem Check gegen den Kopf ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten, weshalb er seither kein einziges Spiel mehr bestreiten konnte. Seitdem kämpfte der Stürmer um seine Gesundheit und den Weg zurück aufs Eis.

"Eine Rückkehr ins Eishockey ist für mich nicht mehr möglich. Deshalb muss ich nach über 1200 Spielen heute meinen Rücktritt vom Leistungssport bekanntgeben", sagte Ustorf. "Die Ärzte waren früh der Meinung, dass an Profisport nicht mehr zu denken ist", sagte er. "Ich hatte anfangs gehofft, dass ich nach sechs Monaten Pause wieder aufs Eis zurückkehren könnte. Aber alle Therapien haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Es hat eine ganze Zeit gedauert, dies zu akzeptieren und mich mit der Krankheit auseinanderzusetzen."

Ustorf: "Kann nur vier, fünf Stunden schlafen"

Bei den Untersuchungen war auch eine ältere Narbe in der linken Gehirnhälfte, in der sich das Sprachzentrum befindet, gefunden worden. Unter anderem wurden Aufmerksamkeitsstörungen festgestellt. Ustorf plagen noch immer Kopfschmerzen. "Ich kann höchstens vier, fünf Stunden schlafen", berichtete er, "ich kann kein Fernsehen gucken, kein Buch lesen, ohne dass sofort wieder die Kopfschmerzen anfangen. Meistens sitze ich auf der Couch und kann nichts tun."

Ustorf: sechsmaliger deutscher Meister, 128 Länderspiele

Zwölf Kilogramm Gewicht hat er verloren, er muss eine Brille tragen, weil er nicht mehr richtig lesen kann. Und all die Verletzungen, die er im Laufe seiner Karriere erlitt, melden sich nun zurück. In der Schulter wurde Arthrose festgestellt, sie muss operiert, möglicherweise sogar ein neues Gelenk eingesetzt werden. Auch der Kiefer muss gerichtet werden, weil er sich einst in einen Schuss geworfen und mehrere Zähne verloren hatte.

Dennoch würde er heute alles wieder genauso machen wie damals. "Ich würde jedes Spiel genauso spielen, wie ich es gespielt habe", sagte er. Der gebürtige Kaufbeurer spielte bereits mit 17 Jahren in der Bundesliga, ehe er 1994 nach Nordamerika wechselte. Bei den Washington Capitals kam Ustorf zu 59 NHL-Einsätzen.

2001 kehrte er nach Deutschland zurück, ab 2004 spielte er für die Eisbären, mit denen er sechsmal deutscher Meister wurde. Für die Eisbären, die Krefeld Pinguine, Adler Mannheim und Berlin Capitals bestritt er mehr als 600 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). 2008 trat er nach 128 Länderspielen aus der Nationalmannschaft zurück, für die er vier Olympische Spiele und sechs Weltmeisterschaften bestritten hatte.

Rückkehr nach Berlin?

Ins Eishockey will er trotz allem zurückkehren. "Es wird eineinhalb bis zwei Jahre dauern", sagte er, "aber wenn wieder ein normales Leben möglich ist, will ich zurück in den Sport. Eishockey ist mein Leben." Die Eisbären seien sein erster Ansprechpartner, "ich komme gerne nach Berlin zurück". Mit Ehefrau Jodi und den Kindern Jake und Kylie lebt Ustorf in den USA.

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