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Eishockey-Macht Russland schmiedet weiter an Superliga

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Eishockey-Macht Russland schmiedet weiter an Superliga

11.04.2013, 15:23 Uhr | dpa

Moskau (dpa) - Eine europäische Superliga unter Führung Moskaus: Dieser ehrgeizige Traum der Eishockey-Macht Russland scheint ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi zum Greifen nahe.

Vor kurzem stiegen schon Tschechien und die Slowakei in die Kontinentale Hockey-Liga KHL ein - nun folgen Vereine aus Italien und Kroatien.

"KHL-Chef Alexander Medwedew sammelt Länder wie andere Menschen Briefmarken", jubelt das Moskauer Fachblatt "Sport Express". Auch um deutsche Clubs wirbt die mit Milliarden aus dem Energiegeschäft gesponserte Liga immer wieder. Bisher jedoch vergeblich.

Als Konkurrent der nordamerikanischen Profi-Liga NHL sieht sich die KHL - und beide Seiten lassen keine Gelegenheit aus, den Mitbewerber kleinzureden. "In der KHL kostet ein Ticket nur zehn Dollar, während die NHL allein für einen Parkplatz schon das Doppelte verlangt", ätzt etwa Ex-Weltklassetorwart Wladislaw Tretjak. "Nur 15 Millionen US-Dollar verdient die KHL mit Fernsehrechten, das reicht in der NHL gerade für eine Tüte Popcorn", kontert ein NHL-Funktionär.

Es ist zwischen Ost und West eine Schlacht wie im Kalten Krieg das Rennen um die Vorherrschaft im Weltraum - da ist es kein Wunder, dass die KHL-Meistertrophäe "Juri-Gagarin-Pokal" heißt. Um ihn streiten aktuell in der Finalserie Dynamo Moskau und Traktor Tscheljabinsk.

"Zweifellos wird die KHL mit jedem Jahr besser", sagt Kanadas Spielerlegende Wayne Gretzky. Weltstars wie Alexander Owetschkin und Jewgeni Malkin nutzten den jüngsten Tarifstreit in der NHL zu Gastspielen in Russland und sorgten dort für Besucherrekorde.

Gute Stimmung auf den Rängen sowie kaum Strafzeiten und perfekte Technik: Die KHL besitzt viele Akteure auf Weltniveau. Aber die Versäumnisse sind augenfällig. Zwar verspreche KHL-Chef Medwedew immer wieder ein "modernes Flair" der Liga, aber viele Vereine müssten ihre Partien in maroden Hallen bestreiten, kritisieren Kommentatoren. Auch die bisher größte Tragödie in der KHL-Geschichte ist wohl veralteter Technik zuzuschreiben. Am 7. September 2011 kam die Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl, darunter der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

20 russische Vereine sowie je ein Club aus Tschechien, Lettland, Weißrussland, Kasachstan, der Slowakei und der Ukraine treten bereits in der KHL an. Moskaus Traum bis 2015 ist aber eine Superliga mit etwa 60 Mannschaften, aufgeteilt in eine "Western Conference" (unter anderem mit Moskau, Minsk und Mailand) und eine "Eastern Conference" (etwa mit sibirischen Clubs sowie Seoul und Tokio).

Viele betrachten Alexander Medwedews Expansionspläne mit großer Skepsis, auch wegen der immer entfernteren Spielorte. Schnell kommen da 10 000 Kilometer zusammen - das wäre so, als wenn die Eisbären Berlin mal eben zum Liga-Auswärtsspiel nach Kapstadt reisen würden.

Der Kreml plant die Erweiterung für 2015 - ein Jahr früher soll in Sotschi Gold im Eishockey her. Nach der 3:7-Schmach von Vancouver im Olympia-Viertelfinale 2010 gegen Erzrivale Kanada lechzt Russland nach diesem Erfolg. Wie wichtig Eishockey im Riesenreich ist, beweist der gerade angelaufene Kinofilm "Legende Nummer 17": Es ist ein abendfüllender Streifen allein über den 1981 verunglückten Sowjetstar Waleri Charlamow.

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