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Eisbären blenden Gedanken an Titel-Hattrick aus

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Eisbären blenden Gedanken an Titel-Hattrick aus

15.04.2013, 13:45 Uhr | dpa

Eisbären blenden Gedanken an Titel-Hattrick aus. Kölns Trainer Uwe Krupp muss nun einem Rückstand hinterherlaufen.

Kölns Trainer Uwe Krupp muss nun einem Rückstand hinterherlaufen. (Quelle: dpa)

Köln (dpa) - Nach dem Spielende flogen Bierbecher, Geldmünzen und Schnapsfläschchen auf das Eis. Die Spieler der Kölner Haie zogen es vor, wort- und grußlos durch die Mixed-Zone der Lanxess-Arena zu huschen.

Der misslungene Auftakt in die Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft hatte bei den Profis und Fans das Gemüt stark belastet. Zur schmerzlichen 2:4-Heimpleite gegen den Titelverteidiger aus Berlin äußerte sich nur Haie-Trainer Uwe Krupp. "Egal, wie das Spiel ausgegangen ist, wir stellen uns nach wie vor auf eine lange Serie ein", sagte der frühere Bundestrainer trotzig.

Auch die Eisbären versuchten trotz des perfekten Starts in die Best-of-Five-Serie, den verlockenden Gedanken an den Titel-Hattrick beiseitezuschieben. "Wir wussten, dass wir wenigstens einmal auswärts gewinnen müssen, um Meister zu werden", sagte zwar Berlins Torschütze T.J. Mulock, "aber die Serie ist noch lang, und wir konzentrieren uns nur auf das nächste Spiel." Das findet am Dienstag (20.30 Uhr) in der heimischen Arena am Ostbahnhof statt.

Kölner und Berliner messen dem so oft beschworenen Heimvorteil aus gutem Grund keine allzu große Relevanz bei. In den bisherigen fünf Saison-Duellen zwischen Titelverteidiger Berlin und dem Meister von 2002 hat sich ein regelrechtes Auswärtsphänomen entwickelt: Es gingen stets die Gäste als Sieger vom Eis. Nach dem Gesetz dieser speziellen Serie müsste nun dem Titelfavoriten Köln in der Hauptstadt der 1:1-Ausgleich gelingen. "Dafür gibt es aber keine Garantie", warf Krupp schnell ein. Auch Berlins Trainer Don Jackson will davon nichts wissen. "Es ist immer gut, mit einem 1:0 nach Hause zu gehen", betonte der Amerikaner.

Die Endspiel-Ouvertüre vor 18 366 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena dokumentierte die ausgeglichenen Kräfteverhältnisse zwischen den beiden deutschen Eishockey-Schwergewichten. Die Berliner spielten im ersten Drittel zunächst noch so überlegen, dass der bei Servus TV verkabelte Eisbären-Stürmer Florian Busch höhnte: "Ihr habt ja die Hosen voll." Kölns Trainer Krupp umschrieb die mentale Delle seines Teams etwas wohlwollender: "Wir haben Nerven gezeigt. Berlin hat frei aufgespielt" Im zweiten Spielabschnitt war von der Dominanz der Hauptstädter aber nicht mehr viel übrig geblieben.

Die Kölner erzielten durch Andreas Falk das 1:1 und waren fortan die treibende Kraft im Spiel. "Wir haben 40 Minuten ganz gut gespielt, aber in Berlin müssen wir das über 60 Minuten tun", forderte Krupp, der wusste, warum sein Team am Ende doch noch verlor: "Die Eisbären haben unsere Fehler besser genutzt als wir ihre." Dass es in der Halle nach der Schlusssirene zu den Tumulten auf den Rängen kam, lag an dem ungewöhnlichen 4:2 durch André Rankel 29 Sekunden vor dem Spielende. Die Schiedsrichter entschieden laut der IIHF-Regel 508 auf ein "technisches Tor", obwohl Berlins Kapitän nur den Pfosten des leeren Tores getroffen hatte. Die Regel greift nur dann, wenn der Torhüter nicht mehr auf dem Eis ist und der Angreifer beim Torschuss penaltywürdig gefoult wird. "Das war ein regelgerechtes Tor", sagte Rankel, "mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

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