15.05.2013, 15:21 Uhr
Erfolgreicher Anführer: Kapitän Christian Ehrhoff (links) freut sich mit seinem Teamkollegen Marcel Goc über seinen Siegtreffer. (Quelle: dpa)
Aus Helsinki berichtet Marc L. Merten
Frustriert, aber auch mit einer Portion Stolz hat sich die deutsche Nationalmannschaft von der Eishockey-WM in Helsinki verabschiedet. Gegen Frankreich feierten die Spieler von Bundestrainer Pat Cortina einen 3:2-Sieg nach Verlängerung. Doch schon vor dem Spiel war klar gewesen, dass es nicht für das Viertelfinale reichen würde. Das deutsche Fazit zum Turnier fällt trotzdem positiv aus.
"Wir haben Stolz und Ehre dem deutschen Eishockey zurückgewonnen", sprach Kapitän Christian Ehrhoff nach dem Sieg über die Franzosen die entscheidenden Worte. "Ziemlich düster" habe es noch vor einigen Monaten ausgesehen, nach Platz zwölf und den herben Niederlagen bei der WM 2012 (4:12 gegen Norwegen, 1:8 gegen Tschechien) sowie der verpassten Olympia-Qualifikation im Februar. "Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir ausgeschieden sind", ergänzte er. Aber alle könnten erhobenen Hauptes nach Hause fahren.
Tatsächlich hatte Deutschland zum Abschluss der WM-Gruppenphase noch mal einen außergewöhnlichen Charaktertest bestanden. Denn der Sieg über Frankreich war keineswegs ein Selbstläufer gewesen. Nicht nur, weil der letzte WM-Sieg über den Nachbarn genau 20 Jahre zurückgelegen hatte. Sondern auch, weil die Konstellation alles hatte vermuten lassen, nur keine aufopferungsvoll kämpfenden Deutschen.
Zwei Stunden vor Spielbeginn hatte die Slowakei die USA mit 4:1 besiegt und damit die letzten Hoffnungen der deutschen Auswahl zerstört, ins Viertelfinale einzuziehen. Das vierte Tor fiel, als der Mannschaftsbus des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gerade in der Halle angekommen war. Zu allem Überfluss konnten Spieler wie Trainer den Jubel der Slowaken hautnah miterleben, weil die Kabinen beider Mannschaften nur wenige Meter voneinander entfernt lagen.
"Das war nicht einfach", gestand Cortina. Doch seine Mannschaft ging anschließend aufs Eis und siegte trotz zweimaligem Rückstands. "Das sagt viel über den Charakter dieser Mannschaft aus", so der National-Coach. Und auch Kapitän Ehrhoff freute sich, dass das Team sich "trotz aller Enttäuschung" noch einmal zusammengerissen hatte, um für einen "guten Turnierabschluss" zu sorgen.
Der 30 Jahre alte Kapitän war es auch gewesen, der für einen Moment sorgte, der stellvertretend für das Spiel in der Hartwall Areena war. Es lief die 18. Spielminute, als Ehrhoff den Puck an der blauen Linie bekam. Er nahm ihn an, legte ihn sich vor und packte allen Frust, alle Wut, alle Enttäuschung in einen fulminanten Schlagschuss. Der NHL-Star, der ohnehin für seine Gewaltschüsse gefürchtet ist, traf die Scheibe Spielgerät perfekt und jagte die Scheibe zum zwischenzeitlichen 1:1 in den linken oberen Winkel. Frankreichs Torhüter Cristobal Huet konnte nicht einmal reagieren. Der Schuss war so wuchtig, dass die Trinkflasche des Goalies, oben auf dem Tornetz abgelegt, in hohem Bogen aufs Eis flog.
Bezeichnend, dass sich neben Michael Wolf zum 2:2 erneut Ehrhoff in die Torschützen-Liste eintrug und in der 62. Minute das Siegtor zum 3:2 erzielte. Einmal mehr fanden seine Mitspieler und besonders Bundestrainer Cortina nur lobende Worte für den ausdauernden Anführer, der auch im letzten Spiel wieder der Mann mit der meisten Eiszeit war. "Er hätte das nicht tun müssen", sagte Cortina. "Aber er wusste, dass es für das deutsche Eishockey von großer Wichtigkeit war."
In der Tat sorgte der Sieg über Frankreich nicht nur für einen versöhnlichen Abschluss, sondern sendete auch ein Signal an die Eishockey-Welt: "Deutschland kann im Konzert der Großen mitmischen", drückte es Torschütze Wolf aus. "Die Vorbereitung lief nicht gut. Aber wir haben uns zusammengefunden."
Auch Cortina zeigte sich zufrieden, mahnte aber, dass es noch ein langer Weg sei, Deutschland nicht nur in den Top Ten zu halten, sondern auch wieder regelmäßig unter die ersten Acht und damit ins Viertelfinale einer WM zu führen. "Dafür brauchen wir Zeit. Die letzten Monaten haben wir benötigt, um herauszufinden, wer wir sind. Jetzt hoffe ich, dass diese WM der Beginn einer neuen Ära war."
Der Spielplan zur Eishockey-WM 2013
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