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Hans Zach: "Ich habe schon immer Milde walten lassen"

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Eishockey  

Zach: "Ich habe schon immer Milde walten lassen"

27.02.2014, 11:58 Uhr | dpa

Hans Zach: "Ich habe schon immer Milde walten lassen". Hans Zach war über Jahrzehnte prägende Gestalt im deutschen Eishockey.

Hans Zach war über Jahrzehnte prägende Gestalt im deutschen Eishockey. Foto: Daniel Maurer. (Quelle: dpa)

Mannheim (dpa) - Hans Zach ist einmalig. Nur wenige haben das deutsche Eishockey so geprägt wie der 64-Jährige aus Bad Tölz. Die Adler Mannheim sollen seine letzte Station als Trainer sein. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa spricht der Ur-Bayer über Milde, Zwang, das Internet und seinen nächsten Urlaub.

Herr Zach, Sie werden bald 65. Zeit, zurückzublicken?

Zach: Ich lebe in der Gegenwart und schaue voraus, das ist mein Lebensstil.

Stimmt es, dass Sie viele Jahre gar nicht wussten, wann sie Geburtstag haben?

Zach: Ich bin in einer anderen Zeit aufgewachsen, da war das nicht so wichtig. Ich bin am 30. März erst spät zur Welt gekommen, gegen 21.00 Uhr. Meine Eltern hatten in Bad Tölz eine Metzgerei, meine Mutter hat bis zu meiner Geburt gearbeitet und war nur zwei Tage im Krankenhaus. Am 1. April stand sie wieder im Geschäft und hat gesagt: 'Wir haben einen Sohn bekommen'. Da dachten die Leute, das sei ein Aprilscherz. Mit 14 bin ich zur Stadtverwaltung und hab mir meine Geburtsurkunde geholt, um zu 100 Prozent Bescheid zu wissen.

Sind Sie mit dem Alter milder geworden?

Zach: Ich habe schon immer Milde walten lassen, weil ich Verständnis für meine Spieler habe. Ich arbeite ja nicht mit einem Computer, ich arbeite mit Menschen zusammen, mit denen man ordentlich umgehen muss, um erfolgreich zu sein.

Ist Zwang ein Mittel, um Spieler nach vorne zu bringen?

Zach: Wir müssen gar nix, wir müssen nur sterben. Das sage ich auch den Spielern. Wir müssen nicht kämpfen, uns nicht bemühen, nur sterben. Sobald ich einen Vertrag unterschreibe, stehe ich im Wort und werde mich einsetzen, um Erfolg zu haben. Leistung ist fraglich, aber der Einsatz soll immer stimmen. Sein Bestes zu geben, das ist Grundvoraussetzung, im Sport und auch im übrigen Leben. Es ist natürlich leichter, 1000 Dinge halb zu tun, als auf einem Gebiet Meister zu sein.

Sie gehen Ihren Weg.

Zach: Ich bin unbeirrbar. Ich lasse mich vor keinen Karren spannen, ich habe Werte und die breche ich nicht, für kein Geld der Welt. Ich sage klipp und klar, was los ist. Mir redet keiner rein, gar keiner. Und das bekomme ich hier alles. Das weiß man, wenn man mich holt.

Welche Maxime verfolgen Sie?

Zach: Bei einer Niederlage dürfen nicht alle deprimiert sein, bei einem Sieg nicht alle euphorisiert. Das ist meine Maxime, dieser Ausgleich. So bin ich von Haus aus erzogen worden. Meine Prinzipien und Methoden hatte ich schon immer.

Waren Sie während Ihrer Auszeit nach dem Titel mit Hannover im Standbymodus oder hatten Sie abgeschlossen?

Zach: Ich war in keinem Standbymodus, ich war weg, ganz weg. Schönere dreieinhalb Jahre als ich sie hatte, kann man nicht haben. Ich war jeden Tag draußen an der frischen Luft, was gibt es denn Schöneres?

Hätten Sie sich vorstellen können, aus Bad Tölz wegzuziehen?

Zach: Nie, selbst meine Tochter ist sesshaft geworden in Ratingen, als ich in Düsseldorf war. Für mich kam das nie in Frage. Ich bin getauft mit Isarwasser, ich bin Tölzer mit Leib und Seele, da geht nichts drüber.

Warum haben Sie sich dann im Januar für Mannheim entschieden?

Zach: Mannheim war eine Ausnahme. Das Nachwuchsprojekt, die Initiative der Familie Hopp, das hat mich gereizt. Für Almosen bin ich auch nicht hier, ich habe meinen Preis, das weiß jeder, der mich haben will. Das Geld war aber nicht die Triebfeder.

Sie sind derzeit Sechster. Entwickelt sich die Mannschaft so, wie Sie sich das wünschen?

Zach: Meine Mannschaft ist total auf meinem Weg. Mich wundert das sowieso, dass es in der Kürze der Zeit so gut gegangen ist. Die Mannschaft ist einwandfrei, ihr Charakter ist einwandfrei. Sie ziehen alle voll mit.

Was sind Ihre Ziele bis zum Saisonende?

Zach: Wir wollen das Bestmögliche erreichen, aber das geht nur Schritt für Schritt, mit konzentrierter Arbeit, mit Disziplin. Wir haben eine gute Ausgangsposition, können uns gut für die Playoffs positionieren. Die Liga ist aber ganz eng, da spielen Kleinigkeiten eine Rolle.

Nach dieser Saison ist Schluss für Sie. Könnten Sie sich dennoch vorstellen weiterzumachen, vielleicht als Funktionär?

Zach: Das muss ich mir gar nicht vorstellen, das will ich mir auch gar nicht vorstellen. Das mache ich nicht, ich kann es ja auch nicht. Ich hätte auch als Bundestrainer und Sportdirektor arbeiten können, aber das geht nicht bei mir.

Sollte Uwe Harnos im Sommer noch einmal als Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes kandidieren?

Zach: Das ist mir egal, das ist mir vollkommen Wurst.

Wissen Sie schon grob, was Sie nach dem Saisonende machen?

Zach: Ich weiß es nicht nur grob, sondern ganz genau. Ich hatte meinen Urlaub schon für Januar gebucht, den habe ich verschieben müssen und stornieren ging nicht, das hätte ich dann alles bezahlen müssen. Da haben wir das verschoben. Also fahren meine Frau und ich im Mai in den Urlaub nach Maspalomas auf die Kanarischen Inseln. Da sind wir eigentlich immer, weil uns das Klima gut tut und ich nicht mehr so gerne so weit weg fliege. Aber erst ab dem 4. Mai, damit ich noch ein bisschen zu Hause fischen kann.

ZUR PERSON: Hans Zach hat die Adler Mannheim im Januar nach mehrjähriger Pause als Coach übernommen. Der Bad Tölzer, am 30. März 1949 geboren, war über Jahrzehnte ein prägendes Gesicht des deutschen Eishockeys, ob als Meistermacher in Düsseldorf und Hannover oder als Bundestrainer von 1998 bis 2004.

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