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Eishockey: Draisaitl und Co. fordern Kanada im World Cup of Hockey

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Eishockey - World Cup of Hockey  

Draisaitl und Co. fordern Kanadas Superstars

26.09.2016, 14:02 Uhr | dpa

Eishockey: Draisaitl und Co. fordern Kanada im World Cup of Hockey. Leon Draisaitl führt für das Team Europa im Spiel gegen Tschechien den Puck beim World Cup of Hockey.

Leon Draisaitl führt für das Team Europa im Spiel gegen Tschechien den Puck beim World Cup of Hockey. Foto: Alexey Kudenko/Sputnik. (Quelle: dpa)

Toronto (dpa) - Jetzt soll auch noch Kanada dran glauben: Die besten deutschen Eishockey-Profis spielen in der Nacht auf den 28. September mit dem Team Europa um den Titel beim World Cup.

Bei der hochkarätig besetzten inoffiziellen Weltmeisterschaft nach NHL-Version sorgte die europäische Auswahl, der insgesamt sechs deutsche Spieler um Leistungsträger Leon Draisaitl angehören, schon bislang für eine Überraschung nach der anderen.

"Wer hätte das gedacht?", twitterte der bislang überaus starke Abwehrroutinier Christian Ehrhoff nach dem 3:2 im Halbfinale gegen Schweden und reichte die Antwort gleich nach: "Wir. Nur wir. Im wahrsten Sinne des Wortes nur wir."

"Wir" - das ist ein für das prestigeträchtige Turnier bunt zusammen gewürfelter Haufen von NHL-Top-Spielern aus Ländern, die kein eigenes Team zum World Cup schicken konnten. Denn dafür waren neben Gastgeber Kanada nur die anderen Top-Nationen USA, Russland, Tschechien, Schweden und Finnland zugelassen. Aus deutscher Sicht besonders erfreulich nun ist der große deutsche Anteil in der Mannschaft.

Neben Draisaitl und Ehrhoff sorgten auch Dennis Seidenberg und Tobias Rieder für den von kaum für möglich gehaltenen Finaleinzug gegen den großen Favoriten Kanada um Superstar Sidney Crosby. Ohne Einsätze blieben bislang die deutschen Torhüter Thomas Greiss und Philipp Grubauer. Zudem stehen in Franz Reindl und Ralph Krueger zwei weitere Deutsche für den Erfolg.

Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, war als Generalmanager für die Zusammensetzung des Teams mitverantwortlich und gewann im Deutsch-Kanadier Krueger einen ehemaligen NHL-Coach als Trainer. "Wir haben keine Vergangenheit, wir haben keine Zukunft, aber wir sind im Jetzt sehr gut", erklärte Krueger, langjähriger Schweizer Nationaltrainer.

Vor allem Draisaitl hat großen Anteil am Finaleinzug. "Wir wollten der Welt zeigen, dass die kleinen Länder auch Eishockey spielen können. Das ist uns ganz gut gelungen", sagte der Top-Nachwuchsmann aus Edmonton, der immer mehr zeigt, dass er sich mit den Allerbesten messen kann. "Es macht großen Spaß, mit ihm zu arbeiten", schwärmte Krueger vom 20-Jährigen, der in der Vorrunde zwei Tore schoss, darunter das entscheidende 3:2 gegen Tschechien in der Overtime.

Auch Verteidiger Ehrhoff überzeugt bislang. "Wir können Geschichte schreiben", sagte der Verteidiger bereits vor dem Halbfinale gegen Schweden. Mit einer Tor-Vorlage - bereits sein dritter Assist im Wettbewerb - sorgte der 34-Jährige mit für den Finaleinzug.

Der Routinier muss das Schaufenster beim World Cup nutzen. Denn der Nationalspieler, der bislang 862 NHL-Spiele bestritt, hat noch keinen neuen Vertrag in Nordamerika. "Ich hoffe, danach ergibt sich was", sagte Ehrhoff. Angeblich gibt es bereits Anfragen aus der russischen KHL, doch der gebürtiger Moerser würde gerne in der NHL bleiben.

Dies gilt auch für Seidenberg und Rieder, die ebenfalls noch kein neues NHL-Team haben. Rieder verhandelt mit seinem bisherigen Team aus Arizona über einen neuen Vertrag. Der 35 Jahre alte Seidenberg hofft wie Ehrhoff auf Angebote.

Favorit im ersten Finalspiel in der Nacht zum Mittwoch ist trotz des Höhenflugs natürlich Weltmeister und Olympiasieger Kanada. In der Gruppe siegte das Team gegen Europa mit 4:1. Für die kanadische Zeitung "National Post" ist das Duell sogar ein Spiel "David gegen Goliath". Doch Ehrhoff kündigte an: "Wir sind noch nicht zufrieden." Der Gewinner wird im Best-of-three-Modus ermittelt.

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