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Eishockey - Eisbären: Halbfinal-Aus soll Probleme nicht kaschieren

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Eisbären: Halbfinal-Aus soll Probleme nicht kaschieren

03.04.2017, 12:31 Uhr | dpa

Eishockey - Eisbären: Halbfinal-Aus soll Probleme nicht kaschieren. Die Spieler der Eisbären Berlin stehen nach der 2:1-Niederlage mit hängenden Köpfen auf dem Eis.

Die Spieler der Eisbären Berlin stehen nach der 2:1-Niederlage mit hängenden Köpfen auf dem Eis. Foto: Sven Hoppe. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) – Ein bisschen stolz dürfen die Eisbären Berlin trotz des Halbfinal-Ausscheidens am Ende noch auf ihre Eishockey-Saison sein - die drängenden Probleme beim DEL-Rekordmeister sind indes nicht zu übersehen.

Geschäftsführer Peter John Lee kündigte am Tag nach der entscheidenden vierten Niederlage gegen Titelverteidiger EHC München eine Analyse an. "Was in der Hauptrunde passiert ist, müssen wir noch aufarbeiten", sagte Lee dem "Tagesspiegel". Der Ex-Profi will sich bis zum Wochenende Gedanken machen, wie es personell beim einstigen Serienchampion weitergeht.

Bevor es an die Aufarbeitung der Saison geht, gilt es erst einmal, das Aus zu verkraften: "Natürlich sind wir riesig enttäuscht", sagte Kapitän André Rankel. "Für eine gründliche Saisonanalyse brauchen wir ein bisschen mehr Zeit." Lee meinte nach dem 1:2 nach Verlängerung im fünften Playoff-Halbfinale: "Ich dachte, wir holen mehr raus."

Erst in den Playoffs hatte der siebenmalige Meister nach enttäuschender Hauptrunde zu alten Stärken zurückgefunden. Die Berliner eliminierten den Hauptrunden-Zweiten Mannheim in einer spannenden Viertelfinalserie und lieferten dem Meister und Topfavoriten München im Halbfinale ein großes Duell.

"Es war ein hoher Berg, den wir besteigen mussten. Das war eine sehr starke Berliner Mannschaft", lobte Münchens Trainer Don Jackson, der mit den Eisbären zwischen 2008 und 2013 fünf Meistertitel gewonnen hatte. Seitdem herrscht Flaute. Der Hauptrunden-Achte darf die offensichtlichen Unzulänglichkeiten bei den Planungen für die kommende Saison unter der Regie des weiter unumstrittenen Cheftrainers Uwe Krupp nicht verdrängen.

In die abgelaufene Saison gingen die Berliner mit einem kleinen Kader, mit dem Verletzungen kaum aufzufangen waren. Oft standen nur drei Angriffsreihen zur Verfügung - viele Spiele gingen aufgrund mangelnder Kräfte verloren. Die sportliche Leitung reagierte zu spät: Vor Weihnachten kam mit Alex Roach ein unerfahrener Verteidiger, erst kurz vor Ende der Hauptrunde wurden mit Charles Linglet und Louis-Marc Aubry echte Verstärkungen verpflichtet. Weil beide einschlugen und zudem viele Verletzte zurückkehrten, steigerten sich die Berliner und erreichten doch noch das Halbfinale.

Doch der Kader muss breiter aufgestellt werden. Die Zusammenarbeit mit den Los Angeles Kings könnte helfen. Im Februar hatte der ebenfalls zur Anschutz Entertainment Group gehörende Club aus der Nordamerika-Liga NHL die Führung bei den Eisbären übernommen. Eishockey-Legende Luc Robitaille wurde zum Aufsichtsratschef ernannt. Nun können die Berliner auf die Scouting-Abteilung der Kings zurückgreifen, um geeignete Neuzugänge zu finden.

Sportliche Defizite konnten die Berliner auch in Vollzähligkeit nicht abstellen. Schon in der Hauptrunde war das Überzahlspiel das harmloseste der Liga, in den Playoffs sank die Erfolgsquote noch. Am Sonntag war das ein entscheidender Faktor: Während die Eisbären ihre Überzahlchancen vergaben, trafen die Münchener im Powerplay zum Sieg.

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