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Eishockey-WM: Deutschland nach Penalty-Krimi im Viertelfinale

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Deutschland im WM-Viertelfinale  

Im Video! DEB gewinnt Penalty-Krimi

16.05.2017, 23:35 Uhr | sid, gh

Eishockey-WM: Deutschland nach Penalty-Krimi im Viertelfinale. Frederik Tiffels erzielte im Penaltyschießen den entscheidenden Treffer zum umjubelten 4:3-Sieg gegen Lettland. (Quelle: dpa)

Frederik Tiffels erzielte im Penaltyschießen den entscheidenden Treffer zum umjubelten 4:3-Sieg gegen Lettland. (Quelle: dpa)

Mit einem Tor von US-College-Spieler Frederik Tiffels im Penaltyschießen und einem Psychotrick von Bundestrainer Marco Sturm hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Heim-WM das Viertelfinale erreicht.

Das Team um NHL-Star Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers gewann das Nervenspiel gegen Lettland mit 4:3 (0:0, 2:1, 1:2, 0:0, 1:0) und löste das letzte Ticket für die K.o.-Runde. Gegner ist am Donnerstag (ab 20 Uhr im Liveticker bei t-online.de) Rekord-Olympiasieger und WM-Titelverteidiger Kanada.

Sturm: "Jetzt sollen sich die Jungs zwei, drei Bier gönnen"

Für die umjubelte Entscheidung sorgte in Tiffels der einzige Nichtprofi im DEB-Team im Penaltyschießen. "Das war schon wunderschön. Ein geiler Moment für mich, aber auch für das ganze Team. Jetzt freuen wir uns auf das Viertelfinale, da ist alles drin", sagte der gebürtige Kölner nach der Schlussirene überglücklich bei "Sport1".

NHL-Star Draisaitl: "Wir haben es uns schwerer gemacht als nötig. Aber jetzt sind wir sehr glücklich." Auch Sturm war zufrieden. "Wir haben heute sehr gut gespielt, auch wenn wir es uns selbst etwas schwer gemacht haben. Aber jetzt sollen sich die Jungens zwei, drei Bier gönnen. Dann geht es weiter."

Jubel-Post aus der DEB-Kabine

Schütz gleicht 32 Sekunden vor Schluss aus

Der Mannheimer David Wolf und Dennis Seidenberg (New York Islanders) mit einem Doppelschlag in 28 Sekunden (32.) und Schweden-Legionär Felix Schütz 32 Sekunden vor Schluss hatten vor 18.797 Zuschauern in Köln in der regulären Spielzeit die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erzielt.

Gunars Skvorcovs (39.), Janis Sprukts (49.) und Andris Dzerins (57.) trafen für die Letten, die als Vorrundenfünfte ausschieden.

Felix Schütz (hinten links) erzielte den wichtigen Ausgleichstreffer zum 3:3 kurz vor Schluss.  (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)Felix Schütz (hinten links) erzielte den wichtigen Ausgleichstreffer zum 3:3 kurz vor Schluss. (Quelle: Monika Skolimowska/dpa)

Sturm mit Psychospielchen

Vor 16 Jahren hatte Sturm als Spieler die DEB-Auswahl ins WM-Viertelfinale an selber Stelle geführt. Jetzt war seine Anspannung größer, wie er zugab: "Als Trainer hat man nicht so viel Einfluss. Da ist man gefangen hinter der Bande." Doch der 38-Jährige hatte sich etwas Besonderes überlegt – ein Psychospielchen.

Weil die Letten beim Training spioniert hatten, wirbelte er im offiziellen Spielberichtsbogen die Reihen völlig durcheinander. Auf dem Eis standen ganz andere Formationen. Draisaitl, der mit genialen Pässen glänzte, spielte mit den Nürnbergern Patrick Reimer und Yasin Ehliz.
Die Letten schienen in der Tat ein wenig verwirrt, die deutsche Mannschaft erwischte den besseren Start und hatte bei zwei Überzahlspielen gleich mehrere gute Torchancen.

Doch Elvis Merzlikins, bislang der beste Torhüter des Turniers, verhinderte eine frühe Führung. Ehliz traf den Pfosten (13.). Nach einem starken ersten Drittel standen 19:4 Torschüsse zugunsten des Gastgebers zu Buche, der Spielstand aber war 0:0. "Wie die Mannschaft spielt, das ist Leidenschaft pur", sagte DEB-Präsident Franz Reindl bei Sport1: "Es fehlt nur ein Tor."

Schwer in Schwung kam Draisaitl. Dem Jungstar fehlten im 113. Spiel der Saison zunächst die Frische und Spritzigkeit. "Er hat noch einiges im Tank", hatte Sturm versprochen. Im zweiten Drittel drehte er auf und zeigte er seine Klasse, als er Reimer freispielte, der DEL-Rekordtorschütze aber scheiterte (26.).

Grubauer hält überragend

Das dritte deutsche Powerplay brachte die Führung: Wolf staubte nach einem Schuss von Christian Ehrhoff ab. Nur 27 Sekunden später war Seidenberg erfolgreich - ebenfalls im Nachschuss. Im deutschen Tor stand Philipp Grubauer, der sechs Tage zuvor mit den Washington Capitals in den NHL-Play-offs ausgeschieden war. Im zweiten Drittel bekam der 25-Jährige mehr zu tun und glänzte mit einigen spektakulären Paraden.

Der Kölner Stürmer Philip Gogulla saß als überzähliger Feldspieler ebenso auf der Tribüne wie NHL-Torwart Thomas Greiss. Der 31-Jährige, der mit seinem Instagram-Like für einen Hitler-Vergleich für Wirbel gesorgt hatte, fehlte erneut wegen einer leichten Verletzung.

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