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Formel 1: So funktioniert der Boxenfunk

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Hintergrund  

So funktioniert der Boxenfunk  

13.02.2010, 15:04 Uhr | f1total.com, t-online.de

Funkgeräte in der Formel 1 (Foto: imago)Funkgeräte in der Formel 1 (Foto: imago) Eine effektive Kommunikation ist heute in jedem Arbeitsumfeld sehr wichtig. Das Problem in der Formel 1 ist jedoch, dass sich ein ganz entscheidender Teil dieses Umfelds - nämlich das Fahrzeug - üblicherweise mit einer Geschwindigkeit von 300 und mehr Stundenkilometern fortbewegt. Das Ganze geschieht zumeist innerhalb hoher Tribünen und betonierter Boxengebäude, teilweise auch in Parkanlagen mit hohen Bäumen, und ist dazu noch begleitet vom ohrenbetäubenden Lärm eines V8-Rennmotors. So wird schnell klar, warum der störungsfreie Empfang eindeutiger Funkmeldungen oft rennentscheidend ist. McLaren-Mercedes hat beispielsweise die Spezialisten von "Kenwood", einer der Weltmarktführer in Sachen Kommunikation und Audiogeräte, mit der Durchführung und Abwicklung des gesamten Funkverkehrs an der Rennstrecke beauftragt.

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Im Auto
Das Funkgerät im Auto wird durch die Stromversorgung des Fahrzeugs gespeist und ist unter den Knien des Fahrers positioniert. Der Fahrer drückt einen Knopf am Lenkrad, wenn er etwas übermitteln will. Das Signal wird über die Antenne an der Fahrzeugnase des Autos zu einem Empfängermast gesendet, der entweder auf der Rückseite der Boxenanlage oder auf dem Dach eines der Teamtransporter montiert ist. Das Auto sendet ein VHF-FM-Signal, aber ein "Repeater System", im Prinzip ein weiterer Transmitter, der an den Boxenempfänger angeschlossen ist, wandelt das Signal in ein UHF-FM-Signal um. Dieses Signal ist besser dafür geeignet, um durch die Boxenmauern in die Kopfhörer der Ingenieure durchzudringen.

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Senna wird von einer Cateringfirma irritiert
Den Boxenfunk gibt es seit dem Jahr 1984, aber zu Beginn gab es massive Störungen und Überschneidungen. Ayrton Senna wurde beispielsweise beim Grand Prix von Großbritannien 1984 in Silverstone durch seltsame Funkmeldungen irritiert. Ursache war der interne Funkverkehr einer Cateringfirma, die im Infield arbeitete und deren Signal sich mit der Frequenz des Teamsignals überschnitt. Ursprünglich gab es jede Menge Funklöcher auf den Strecken, die heute jedoch durch den technischen Fortschritt auf dem Gebiet des Antennenbaus und das kompakte Layout moderner Strecken so gut wie verschwunden sind.

McLaren-Mercedes benötigt 24 unabhängige Kanäle pro Rennen
Funk-Antenne am McLaren-Mercedes (Foto: imago)Funk-Antenne am McLaren-Mercedes (Foto: imago) McLaren-Mercedes ist eines von erst zwei Formel-1-Teams, die bereits von einem Analog- zu einem Digitalsystem gewechselt sind. Obwohl die digitale Revolution bereits Einzug in das normale Leben gefunden hat, gestaltet sich die Einführung in den Formel-1-Alltag schwierig, weil die schmalen Bandbreiten, innerhalb derer die Teams arbeiten müssen, eine digitale Übertragung erschweren. Alleine McLaren-Mercedes benötigt 24 unabhängige Kanäle pro Rennen - sei es für den Boxenfunk, das Wetterradar oder diverse Kanäle für Marketing- und Cateringaktivitäten. Der zur Verfügung stehende Kanalbereich muss dabei mit anderen Teams und dem lokalen Umfeld geteilt werden, was die schmalen Bandbreiten unabdingbar macht.

"Totale Abhörsicherheit"
Dieses technische Hindernis wurde überwunden durch ein Redesign einer im Prinzip auf dem Markt erhältlichen Ausrüstung, nur mit dem Unterschied, dass eine zusätzliche Codierung zur Geheimhaltung an der Strecke eingebaut wurde. "Eine totale Abhörsicherheit ist der größte Vorteil eines volldigitalen Systems", sagt Makoto Oikawa, der für McLaren-Mercedes verantwortliche Betreuer von 'Kenwood', der bei jedem Rennen vor Ort ist. "Darüber hinaus arbeiten wir permanent an der Verbesserung der Soundqualität."

Kein Fehler erlaubt
Um jedes Missverständnis zu eliminieren, gibt es eine standardisierte Terminologie im Funkverkehr und jeweils nur eine einzige Person im Team, die direkt mit dem Fahrer kommuniziert. Im Falle von McLaren-Mercedes waren das in der Saison 2006 Steve Hallam mit Kimi Räikkönen und Dave Redding mit Pedro de la Rosa. "Diese Vorgehensweise ist absolut wichtig, denn hier gibt es keinen Platz für Fehler", erklärt Asbury. "Wenn ein Auto zum Boxenstopp hereinkommt, hat es üblicherweise vielleicht noch ein halbes Kilo Sprit an Bord. Würde ein Fahrer eine Anweisung überhören, würde das in einem Desaster enden."

Vorlieben der Fahrer
Der persönliche Geschmack der Fahrer diktiert den Zeitpunkt, wann eine Information an ihn gesendet wird. Einige Fahrer mögen es, wenn sich das Auto auf einer Geraden befindet, andere bevorzugen langsame Kurven, weil das Motorengeräusch dann leiser ist. Fahrer wie Juan-Pablo Montoya oder David Coulthard haben es gerne, wenn sie viele Informationen während eines Rennens bekommen. Ein Kimi Räikkönen hat es lieber, wenn weniger gesprochen wird - ähnlich wie früher Alain Prost oder Mika Häkkinen.

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