Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Formel 1 >

Formel 1 - Technik-Know-how: das Monocoque

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rund um den Rennzirkus  

Technik-Know-how: das Monocoque

30.03.2006, 14:23 Uhr | Allianz, t-online.de

Infografik großklicken (Grafik: Allianz)Infografik großklicken (Grafik: Allianz)Bei der Entwicklung eines neuen Formel-1-Autos kommt es für die Konstrukteure vor allem auf zwei Dinge an: Geschwindigkeit und Sicherheit. Für das Tempo sorgen Motor, Aerodynamik und Reifen, den Schutz des Fahrers in extremen Situationen gewährleistet das Monocoque. Die Sicherheitszelle aus Kohlefaser ist praktisch unzerstörbar und spielt eine Schlüsselrolle in der Sicherheit der Formel 1.

Video Technik-Know-how: das Monocoque DSL 1000 | DSL 2000

Rectangle Formel 1

1962 bereits erfunden
Safety fast: Die Sicherheitsstandards in der Königsklasse des Motorsports haben sich in den letzten Jahren in einem atemberaubenden Tempo weiterentwickelt. Beim Monocoque, erfunden vom legendären Konstrukteur und Lotus-Teamchef Colin Chapman, der 1962 statt des klassischen Rohrrahmens einen genieteten Leichtmetallkasten in seinen Lotus 25 einbaute, wurde auf der nach oben offenen Sicherheitsskala inzwischen ein Wert erreicht, der nur noch schwer zu überbieten ist.

Fotos Kubicas Horrorcrash

AnzeigeJaxx

Sicherheit hat absolute Priorität
"Die Monocoques in der Formel 1 sind so sicher wie noch nie“, sagt Brian O´Rourke, der Verbundwerkstoffspezialist des WilliamsF1-Teams "Trotzdem geht die Forschung und Entwicklung auch auf diesem Gebiet immer weiter, weil die Sicherheit für die Fahrer absolute Priorität hat.“

Technikübernahme ins Serienfahrzeug
Analog zum Monocoque in der Formel 1 ist die stabile Fahrgastzelle im Serienfahrzeug ein Herzstück der passiven Sicherheit. Sie soll auch bei schweren Unfällen nur möglichst wenig beeinträchtigt werden. "Ganz wichtig ist, dass sich die Türen nach einem Unfall noch gut öffnen lassen“, sagt Dr. Hartmuth Wolff vom Allianz Zentrum für Technik (AZT). "Erreicht wird diese Stabilität durch den gezielten Einsatz hochfester Stähle in Bereichen, in denen hohe Steifigkeit erforderlich ist, zum Beispiel in den Säulen.“ Steifigkeit im Bereich der Fahrgastzelle allein reicht jedoch nicht. Der AZT-Experte: "Für eine optimale Insassensicherheit müssen Deformationsverhalten, Steifigkeit der Zelle und Wirkungsweise der Rückhaltesysteme und Sitze genau aufeinander abgestimmt sein.“

Sicherheitsauflagen wurden immer mehr erhöht
In der Formel 1 wurde das Monocoque, seit McLaren 1984 die ersten Autos mit einer Sicherheitszelle aus Kohlefaser ins Rennen schickte, zum wichtigsten Bestandteil des Rundum-Schutz-Pakets für die Fahrer. Doch trotz des erreichten hohen Standards lassen nicht nur die Teams, sondern auch die Fia nicht nach in ihrem Bemühen, die Sicherheit der Formel 1 weiter zu erhöhen. Die seit 1985 vorgeschriebenen Crashtests, mit denen die Belastungsfähigkeit von Monocoque und Crashstrukturen sichergestellt werden soll, wurden im Laufe der Jahre immer weiter verschärft.

Crashtests auch im Heckbereich
So muss seit 1997 vor jeder Saison neben den seitlichen Crashstrukturen und dem Überrollbügel auch das Heck einen Crashtest bestehen. Auch da gibt sich die Fia mit den erreichten Standards nicht zufrieden und schraubte vor der Saison 2006 die Anforderungen noch ein Stück weiter nach oben, indem sie für den dynamischen Crashtest des Heckbereichs die vorgeschriebene Aufprallgeschwindigkeit von zwölf auf 15 Meter pro Sekunde erhöhte. Das entspricht einer erheblichen Erhöhung der Aufprallenergie auf die Heckcrashstruktur um 56 Prozent. Auch das zeigt, wie viel Bedeutung die Fia der Crashsicherheit als zuverlässiger Lebensversicherung für die Piloten beimisst.

Die Herstellung
Hergestellt werden die Monocoques aus Kohlefaser, einem Verbundwerkstoff, der doppelt so fest ist wie Stahl, aber fünfmal leichter. Es besteht aus bis zu zwölf Schichten Kohlefasermatten, deren einzelne Fasern fünfmal dünner sind als ein menschliches Haar. Zwischen die Kohlefasermatten wird eine wabenförmige Aluminiumschicht eingearbeitet, was die Steifheit des Monocoques zusätzlich erhöht. Das Ganze wird im so genannten Autoklav, einem riesigen Backofen, unter Druck erhitzt. Nach zweieinhalb Stunden ist die Schale ausgehärtet, trotzdem wird der Brennvorgang noch zweimal wiederholt.

Fisichella rettete das Monocoque das Leben
Dadurch sind die Monocoques stabil genug, um die Fahrer selbst bei schwersten Unfällen wie dem von Giancarlo Fisichella 1997 in Silverstone zu schützen. Damals wurde sein Jordan, wie die Auswertung der Blackbox ergab, innerhalb von 0,72 Sekunden von 227 km/h auf Null verzögert, was rein rechnerisch einem Fall aus 200 Metern Höhe entspricht. Trotzdem verletzte sich der Italiener, dem Monocoque sei Dank, nur leicht am Knie.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal