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Formel 1: Michael Schumacher im Porträt

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Porträt Michael Schumacher  

Gehasst, bewundert, verdammt: Michael Schumacher

18.10.2006, 17:26 Uhr | t-online.de

Michael Schumacher (Foto: imago)Michael Schumacher (Foto: imago) Er kam mit 1.000 Mark Taschengeld in die Formel 1 und geht als König der Rennfahrer: Kein anderer hat die Geschichte des Grand-Prix-Sports so nachhaltig geprägt wie Michael Schumacher. Seine Rekorde scheinen für die Ewigkeit bestimmt, der siebenmalige Weltmeister ist ein Unsterblicher in der Hall of Fame des Automobilsports. Schumacher wird geliebt und gehasst, bewundert und verdammt. Er ist kompromisslos auf der Rennstrecke, zahlreiche Skandale kratzten am Image des Ferrari-Stars. Aber eines wird von Freunden und Gegnern gleichermaßen respektiert: das fahrerische Genie des 37-Jährigen, der in São Paulo nach fast 16 Jahren und 250 Rennen seinen Helm an den Nagel hängte.

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Die Geburtsstunde des besten Rennfahrers der Welt
Mit einer Pizza in der Jugendherberge und Herzklopfen vor dem ersten Formel-1-Rennen fing am 25. August 1991 alles an. Als damals ein gewisser Michael Schumacher im belgischen Spa-Francorchamps sein Debüt in der Königsklasse gab, ahnte nur sein Zimmergenosse Willi Weber, dass dies die "Geburtsstunde des besten Rennfahrers der Welt" sein sollte. Manager Weber hatte schon früh das außergewöhnliche Talent des Jungen aus Kerpen erkannt, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen für dessen Karriere getroffen - und sich dabei unter anderem einer kleinen Notlüge bedient: Den Platz im Jordan-Cockpit als Ersatz für den mit der Justiz in Konflikt geratenen Belgier Bertrand Gachot hatte Schumacher nur bekommen, weil Weber Teambesitzer Eddie Jordan gesagt hatte, Schumacher sei schon oft in Spa-Francorchamps gefahren und kenne die Strecke sehr gut. Das war ein wenig an der Realität vorbei formuliert.

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Ecclestone: "Er steht über allen anderen"
Es war aber auch der Startschuss für eine einzigartige Karriere, in der Schumacher die Geschichtsbücher der Formel 1 komplett umschrieb. Die meisten WM-Titel, die meisten Siege, Punkte, schnellste Runden, Führungskilometer, und, und, und. Der vierfache Weltmeister Alain Prost, dessen Bestmarke von 51 Grand-Prix-Siegen Schumacher 2001 - natürlich in Spa-Francorchamps - aus den Annalen löschte, hält den Kerpener für "den Besten der Gegenwart", Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sah in dem Deutschen schon früh den legitimen Nachfolger des 1994 tödlich verunglückten Ayrton Senna: "Er steht über allen anderen." Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der Schumacher nur allzu gern in einem Silberpfeil gesehen hätte, war "Michael die Messlatte".

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Übertriebender Ehrgeiz
Doch ab und an übertrieb es Schumacher mit seiner Kompromisslosigkeit und dem unbändigem Siegeswillen. Beim WM-Finale 1997 rammte er mit voller Absicht den Williams von Jaques Villeneuve. Schumacher schied aus, Villeneuve konnte weiterfahren und wurde Weltmeister. Bereits 1994 hatte Schumacher seinen damaligen Rivalen Damon Hill mit einem ähnlichen Manöver aus dem Rennen bugsiert und sich dadurch den ersten WM-Titel gesichert. Zuletzt sorgte Schumis "Parkmanöver" beim Qualifying in Monte Cralo für negative Schlagzeilen.

Der reichste Sportler Deutschlands
Schumachers Privatvermögen wird auf fast 300 Millionen Euro geschätzt. Privatjet, Luxusyacht und ein millionenschwerer Fuhrpark gehören längst zum ganz normalen Standard des reichsten deutschen Sportlers, der in Vufflens in der Schweiz lebt und sich nur wenige Kilometer entfernt gerade ein Traumanwesen für die Zeit nach seiner Rennkarriere baut. Hundenarr Schumacher, Besitzer mehrerer Vierbeiner, hat nicht nur sportlich seine Reifeprüfung mit Bravour bestanden. Auch privat hat der Rheinländer alles fest im Griff, fährt mit Vollgas auf der Sonnenseite des Lebens. Der Ferrari-Star ist mit seiner Corinna glücklich verheiratet. Der Stolz der Familie sind die Kinder Gina-Maria und Mick: "Sie sind die Nummer eins und geben meinem Leben einen anderen Sinn", sagt Schumacher.

Kopfschütteln vor dem Wechsel zu Ferrari
Als Schumacher 1995 das damalige Erfolgsteam Benetton verließ und zu Ferrari wechselte, schüttelten viele Experten ungläubig den Kopf. "Mit Benetton habe ich alles erreicht, was man in der Formel 1 erreichen kann. Ich wollte eine neue Herausforderung", begründete Schumacher damals seinen Entschluss. "Michael hätte es sich einfach machen und für Williams oder McLaren fahren können. Doch nur bei Ferrari konnte er zeigen, wie gut er wirklich ist", sagt Weber.

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35 Millionen Euro pro Jahr "gut angelegt"
Bei dem italienischen Traditionsteam las man "Michele" immer jeden Wunsch von den Lippen ab, "Schumi" war der heimliche Herrscher bei Ferrari: "Das Geld ist gut angelegt, Michael ist jeden Euro wert. Er zahlt den Preis in Siegen zurück, das ist ein fairer Deal", meinte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der Schumacher mit der Formel-1-Rekordgage von 35 Millionen Euro pro Jahr entlohnte.

Schumacher: "Geld bedeutet für mich Sicherheit"
Trotz des Reichtums bezeichnet sich Multimillionär Schumacher als bodenständigen Menschen, der die Wurzeln seiner Herkunft nicht leugnet. Während seiner Lehrzeit als KFZ-Mechaniker, die er 1989 abschloss, musste er mit 300 Mark monatlich über die Runden kommen, für sein erstes Formel-1-Rennen erhielt er 1.000 Mark Taschengeld. "Geld bedeutet für mich Sicherheit. Ich würde es aber niemals mit beiden Händen aus dem Fenster werfen", meint der Rennfahrer, der Sonderbotschafter der UNESCO ist und einen beträchtlichen Teil seines Geldes für den guten Zweck spendet.

Manager Weber mit 20 Prozent beteiligt
Schon als Sechsjähriger sammelte Schumacher auf der heimischen Kartbahn seines Vaters die ersten motorsportlichen Erfahrungen. Rolf Schumacher erkannte schnell das Talent seines ältesten Sohnes und förderte es. 1989 nahm ihn Weber unter Vertrag und investierte in den Geheimtipp. Inzwischen hat sich der Manager, der mit 20 Prozent an sämtlichen Einnahmen beteiligt ist, eine goldene Nase verdient.

Der Rest ist Geschichte
1991 leuchtete der Stern über Schumachers Bilderbuchkarriere, als er in das Juniorenteam von Mercedes aufgenommen wurde. Durch konstant gute Leistungen und eine Mitgift der Schwaben öffnete sich für den damals 22-Jährigen das Tor zu Formel 1. Der Rest ist Geschichte.

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