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Gehasst, bewundert, verdammt: Michael Schumacher

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Gehasst, bewundert, verdammt: Michael Schumacher

23.10.2006, 12:47 Uhr | t-online.de

Freunde Vor Michael Schumachers Abschiedsrennen in Brasilien haben Weggefährten und einstige Gegner den Formel-1- Rekordweltmeister gewürdigt, aber auch kritisch auf seine einmalige Karriere zurückgeblickt. Sein früherer Arbeitgeber und Formel-1- Wegbereiter Mercedes dankte dem Ausnahmefahrer sogar in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige «für die spannenden, die gemeinsamen und die anspornenden Jahre». Seine ehemaligen Rivalen finden aber nicht nur lobenden Worte für den rekordchamp

Ganz anders ist das Verhältnis des Kanadiers Villeneuve zum 37- jährigen Schumacher. Der Kerpener werde «für mich trotz seiner Anhäufung von Siegen und WM-Titeln und Pokalen nie zu den ganz Großen in diesem Sport zählen», schrieb der in dieser Saison bei BMW-Sauber ausgebootete Weltmeister von 1997 in der «Welt am Sonntag» und spielte auf umstrittene Aktionen seines ungeliebten Gegners auf der Strecke. Zu den großen Fahrern zähle er Juan Manuel Fangio, Jim Clark und Ayrton Senna: «Michael ist nie in dieser Liga gefahren.» Senna habe ebenfalls Fouls und Fehler begangen. «Der Unterschied zu Schumacher: Er hat sie zugegeben und dazu gestanden.»

Seine früheren WM-Rivalen Damon Hill und Jacques Villeneuve betrachteten den Ferrari-Piloten hingegen mit gemischten Gefühlen. «Michael war so hart zu schlagen, es ist unglaublich», sagte Hill dem «Tagesspiegel» (Sonntag-Ausgabe). «Man wusste einfach irgendwann, dass er auch nicht davor zurückschrecken würde, dir ins Auto zu fahren, wenn das der einzige Weg war, dich zu stoppen», erinnerte der Brite an das Saisonfinale 1994, als sich Schumacher mit dem Benetton nach einer Kollision mit Hill seinen ersten von sieben Titeln holte. «Um jeden Preis zu gewinnen, ist kein Sport.» Er hege aber keine «persönlichen Animositäten», betonte der Weltmeister von 1996.



Die Erfolge mit Ferrari seien nur möglich gewesen, weil bei der Scuderia alles auf Schumacher abgestimmt worden sei. Er wäre gern bei Ferrari gefahren, «aber nur unter der Bedingung, dass Ferrari mir dieselbe Unterstützung hätte zukommen lassen wie ihm». Ferrari sei nicht bereit gewesen. «Ich nehme an Michael hat es nicht gewollt.» Seit der WM-Entscheidung in Jerez 1997 verbindet Villeneuve mit Schumacher seit dessen Rammstoß eine tiefe Abneigung.

Der Finne Mika Häkkinen, Weltmeister 1998 und 1999, hat andere Erinnerungen an die WM-Duelle. «Es wurde nie hässlich, und wenn wir irgendein Problem hatten, haben wir das nüchtern geklärt», sagte der heutige DTM-Pilot im «Tagesspiegel». Ihn zu schlagen sei, immer etwas Besonderes gewesen. Der Brasilianer Rubens Barrichello, Ferrari- Teamkollege von 2000 bis 2005, sieht das Verhältnis zum ehemaligen Partner nüchtern. «Wir hatten zwar immer das gleiche Auto, aber die ganze Mannschaft war um Michael herum aufgebaut», sagte er ebenfalls im «Tagesspiegel».

Schumachers diesjähriger Teamkollege Felipe Massa bezeichnete den siebenmaligen Champion als «Genie der Rennstrecke». Massas brasilianischer Landsmann und dreimalige Weltmeister Nelson Piquet, Schumachers Kollege 1991 bei Benetton, nannte die Karriere «perfekt». «Natürlich hat er dabei auch ab und zu einmal einen Fehler gemacht, aber schließlich ist er auch nur ein Mensch.»

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone war indes nicht immer zufrieden mit Schumachers Außerdarstellung. «Er war zum Beispiel für die Medien nicht immer so zugänglich, wie ich mir das vorgestellt habe», schrieb der Brite für die «Welt» (Samstag-Ausgabe). «Ich habe mal gesagt, dass ich manchmal das Gefühl habe, er macht ein Interview mit sich selbst, nimmt es auf - und wenn dann jemand kommt, der ein Interview von ihm will, spielt er die Kassette vor.»

Ecclestone hob aber auch die Ausnahmestellung hervor: «Man kann keinen der früheren Rennfahrer mit Michael vergleichen. Senna vielleicht noch am ehesten. Senna war ähnlich hingebungsvoll bei der Sache wie Michael heute.» Wer der größere Fahrer von beiden sei, vermöge er nicht zu sagen.

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