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Schumi-Unfall: Training vor Schluss unterbrochen

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Schumi schrottet Silberpfeil - "Konzentration verloren"

20.07.2012, 17:46 Uhr | dpa

Schumi-Unfall: Training vor Schluss unterbrochen. Michael Schumacher winkt nach seinem Crash den Fans zu.

Michael Schumacher winkt nach seinem Crash den Fans zu. (Quelle: dpa)

Hockenheim (dpa) - Für das deutsche Formel-1-Quintett war der Auftakt zum Heimrennen so durchwachsen wie das Wetter. Die Trainings-Bestzeiten mussten sie der Konkurrenz überlassen. Und Hockenheim-Rekordsieger Michael Schumacher schrottete sogar seinen Silberpfeil.

Ausgerechnet Regen-König Michael Schumacher leistete sich bei seinem Wetter auf dem Hockenheimring einen groben Schnitzer: Erst war der siebenmalige Formel-1-Weltmeister im Freitagstraining im Trockenen bester Deutscher, dann folgte ein spektakulärer Crash im Nassen, bei dem er den Silberpfeil schrottete. Schumacher nahm die Schuld auf sich: "Ich hab etwas die Konzentration verloren." Er habe sich über Boxenfunk unterhalten und habe gleichzeitig ein paar Abstimmungsänderungen vorgenommen.

Damit sorgte Schumacher im Training zum Großen Preis von Deutschland für ein Ausrufezeichen und einen Aufreger. Viereinhalb Minuten vor Ende des zweiten Durchgangs krachte der Rekord-Champion am Nachmittag fast frontal in eine Reifenbarriere. "Das war so nicht geplant. Es tut mir leid, dass meine Jungs wegen des Fehlers heute Abend mehr Arbeit haben. Ich bin einfach weggerutscht." Nach dem Unfall stieg der 43-Jährige unverletzt aus seinem ziemlich demolierten Mercedes und winkte den Zuschauern im Motodrom zu.

Titelverteidiger Sebastian Vettel deutete zumindest im verregneten zweiten Training seine Ambitionen auf den ersten Heimsieg an. Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim belegte hinter Nico Rosberg im zweiten Mercedes den dritten Rang. "Ein Sieg in Hockenheim wäre natürlich etwas besonderes", sagte Vettel, der noch nie einen deutschen Grand Prix gewonnen hat. "Es passt so weit und ich hab mich ganz gut zurecht gefunden." Am Vormittag landete der zweifache Champion auf dem zwölften Platz.

Schumacher drehte sich nach dem ersten Einschlag und prallte danach mit dem Heck des Silberpfeils erneut in den Reifenstapel. "Michaels Ausrutscher am Ende der Sitzung war eine Folge der schwierigen Bedingungen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Michael sagte mir am Boxenfunk, er sei nicht konzentriert gewesen." Vor dem zweiten Training hatte es wie aus Kübeln geschüttet. Alle Piloten waren auf der nassen Piste deshalb im Vergleich zu ihren Vormittagszeiten um mindestens zehn Sekunden langsamer.

Zum Auftakt seines Heimrennens bei trockenen Bedingungen hatte Schumacher Rang vier belegt. Der viermalige Hockenheimsieger lag in 1:17,382 Minuten 0,787 Sekunden hinter dem Tagesschnellsten Jenson Button. Der britische McLaren-Pilot benötigte auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs 1:16,595 Minuten. Platz zwei ging an seinen Landsmann und Teamkollegen Lewis Hamilton vor WM-Spitzenreiter Fernando Alonso im Ferrari.

Am Nachmittag erschwerten ein Wolkenbruch zu Beginn und mehrere Schauer zwischendurch dem gesamten Feld das Fahren. "Es war sehr rutschig, sehr glatt und schwer einzuschätzen", berichtete Vettel. "Man musste sich langsam ans Limit herantasten."

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Rosberg war mit den Rängen sieben und zwei insgesamt gesehen der beste Deutsche. Am Nachmittag fehlten dem Silberpfeil-Star aus Wiesbaden nur 88 Tausendstelsekunden auf die Bestzeit von Pastor Maldonado (Venezuela). Der Williams-Pilot benötigte auf der teilweise unter Wasser stehenden Strecke 1:27,466 Minuten. Beim Rennen am Sonntag muss Rosberg allerdings fünf Plätze weiter hinten starten. "Ich habe ein Getriebeproblem in Silverstone gehabt. Das mussten wir leider wechseln, weshalb ich die Strafe erhalte", sagte der 27-Jährige.

Eine prima Vorstellung bot Nico Hülkenberg. Der Force-India-Pilot aus Emmerich belegte im Trockenen und im Nassen jeweils Rang sechs. Timo Glock (Wersau) wurde im unterlegenen Marussia einmal guter 15. sowie 22.

Vor dem zehnten Saisonlauf liegt Alonso mit 129 Punkten an der WM-Spitze. "Ich bin ganz zufrieden, wie es läuft", sagte der Spanier. Red-Bull-Rivale Mark Webber (Australien) ist Gesamtzweiter (116) vor Vettel (100). Selbst wenn der Heppenheimer gewinnen und die beiden vor ihm liegenden Konkurrenten ausfallen sollten, könnte er die WM-Führung nicht übernehmen.

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