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Heftiger Auftaktcrash: Auch Alonso und Hamilton raus

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Button Sieger in Spa - Vettel Zweiter - Horrorcrash

02.09.2012, 16:33 Uhr | dpa

Heftiger Auftaktcrash: Auch Alonso und Hamilton raus. Der Brite Jenson Button (r) gewann den GP von Belgien vor Doppelweltmeister Sebastian Vettel.

Der Brite Jenson Button (r) gewann den GP von Belgien vor Doppelweltmeister Sebastian Vettel. (Quelle: dpa)

Spa-Francorchamps (dpa) - Beim ersten Grand Prix nach der Formel-1-Sommerpause ging es gleich zur Sache. Für WM-Spitzenreiter Fernando Alonso bedeutete sein frühes Aus nach einem spektakulären Unfall einen herben Rückschlag. Sebastian Vettel profitierte als Zweiter von Spa am meisten davon.

Sebastian Vettel stemmte den silbernen Teller für den zweiten Platz wie eine Siegertrophäe in die Luft. Der Formel-1-Doppelweltmeister durfte sich nach dem atemberaubenden Großen Preis von Belgien mit einem Horrorunfall und nachträglicher Rennsperre für den Verursacher sowie einem Michael Schumacher in typischer Spa-Form als der große Gewinner fühlen. Selbst wenn Jenson Button als Erster über die Ziellinie gefahren war. "Ich bin sehr glücklich mit dem zweiten Platz, so kann es weitergehen", sagte der stolze Vettel nach seiner grandiosen Aufholjagd von Startplatz zehn in einem einmal mehr denkwürdigen Rennen auf dem legendären Kurs in Spa-Francorchamps.

Im Kampf um seinen historischen Titel-Hattrick machte Vettel mächtig Boden auf Fernando Alonso gut, der wie drei weitere Kollegen in einen spektakulären Crash zu Beginn verwickelt war. Aus allem raus hielt sich indes Button: Der Brite fuhr von seiner ersten Pole für McLaren am Sonntag einen ungefährdeten Sieg heraus und ließ sich den Champagner auf dem Podest mit Vettel und dem drittplatzierten Ex-Champion Kimi Räikkönen sichtlich schmecken. "Das ist ein ganz besonderer Sieg. Das ist ein Kurs mit soviel Geschichte und es ist wunderbar, ein Teil davon zu sein", sagte der 32-Jährige, während Vater John mit dem Union Jack um den Hals umherstolzierte und Freundin Jessica Michibata die Mechaniker in der Box herzte.

Ein Nachspiel hatte des Rennen für Schumacher. Ausgerechnet nach seinem 300. Grand Prix, den er auf Platz sieben beendete, musste der siebenmalige Weltmeister und sechsfache Spa-Gewinner bei den Rennkommissaren antreten. Bei einem Manöver auf dem Weg in die Boxengasse hatte Schumacher auch gegenüber Kumpel Vettel keine Gnade gekannt. "Es war von Anfang an klar, dass ich in die Box kommen wollte. Er kann das natürlich nicht wissen, aber ich habe ihn nicht abgedrängt", rechtfertigte sich Schumacher.

Für Vettel war die Aktion seines einstigen Idols in Ordnung: "Es ist egal, ob Du gegen Michael um Platz 1 oder Platz 15 kämpfst, er fährt wie die Hölle. Das ist aber großartig, auch wenn es hart für einen selbst ist." Die Rennkommissare entschieden über drei Stunden nach der Zieldurchfahrt: Keine Strafe für Schumacher.

Nico Hülkenberg musste dagegen um nichts zittern. Als Vierter feierte der Rheinländer hingegen das beste Resultat seiner Formel-1-Karriere. "Wir können sehr, sehr stolz sein. Das war wohlverdient", sagte der Force-India-Fahrer. Zwischenzeitig hatte Hülkenberg sogar auf dem zweiten Rang hinter Button und damit auf Podiumskurs gelegen.

Davon war ausgerechnet bei Mr. Zuverlässigkeit nicht zu denken. Nach 23 Rennen in Serie in den Punkten ging Alonso - schuldlos - leer aus. Er konnte damit auch nicht den neun Jahre alten Schumacher-Rekord egalisieren (24). In der WM-Wertung büßte der Spanier zudem an Vorsprung ein: Nach zwölf von 20 Grand Prix liegt er mit weiter 164 Punkten nur noch 24 vor Vettel. Der Titelverteidiger könnte mit einem Sieg in Monza am kommenden Sonntag also die Führung zurückerobern. Auf Rang drei fiel Vettels australischer Teamkollege Mark Webber (132) nach Platz sechs in Belgien zurück.

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Nur mit Glück hielt sich auch das Red-Bull-Duo bei dem Horrorcrash kurz nach dem Erlöschen der Roten Ampeln schadlos. "Es hat mich schon gewundert, wie viele Autos sich da abgeräumt haben. Da direkt zu reagieren, ist nicht einfach", meinte Vettel. Für Unfallverursacher Romain Grosjean blieb die gefährliche Aktion nicht ohne Folgen: Der Franzose wurde für ein Rennen gesperrt und bekam eine Strafe von 50 000 Euro.

Er hatte den McLaren von Ungarn-Sieger Lewis Hamilton bei seinem übermütigen Überholversuch berührt, die beiden Autos verhakten sich regelrecht. Grosjean schoss mit seinem Lotus über Alonsos Ferrari. Das keinem Piloten etwas passierte, grenzte an ein kleines Wunder. "Mir geht es gut und ich denke schon zu 100 Prozent an Monza", gab Alonso via Twitter einige Zeit nach dem Unfall via Twitter Entwarnung. "Ich bin froh, dass alle gesund sind", meinte Grosjean.

Auch Schumacher zählte auf dem 7,004 Kilometer langen Traditionskurs zu den Profiteuren nach dem Anfangschaos. Der von Position 13 ins Rennen gegangene Jubilar war plötzlich Fünfter und schob sich dann bis auf Platz zwei vor. Letztlich konnte das deutsche Quintett nach dem schlechtesten Qualifikationsergebnis seit der Einführung des neuen Formats 2006 doch noch ein einigermaßen versöhnliches Fazit nach dem Beginn des zweiten Saisonabschnitts ziehen. Nico Rosberg (Wiesbaden) kämpfte sich im zweiten Mercedes vom vorletzten Startplatz noch auf Rang elf vor. Timo Glock (Wersau) wurde im Marussia-Virgin 15. Die größte Freude im deutschen Lager herrschte allerdings bei Vettel: "Ich wusste, hier ist alles möglich."

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