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Auch bei Jubiläum: Schumacher kennt keine Kumpels

02.09.2012, 18:20 Uhr | dpa

Auch bei Jubiläum: Schumacher kennt keine Kumpels. Michael Schumacher fuhr in Spa sein 300.

Michael Schumacher fuhr in Spa sein 300. (Quelle: dpa)

Spa-Francorchamps (dpa) - Selbst bei Kumpel Sebastian Vettel kannte Michael Schumacher kein Pardon. Mit rauchenden Reifen nach einem Verbremser bog er vor dem Red-Bull-Piloten noch in die Boxengasse ein.

Beide wollten Reifen wechseln, die Mannschaft von Vettel stand auch schon parat auf dem Circuit de Spa-Francorchamps. Der Heppenheimer wich aber aus und drehte noch eine Runde. Sogar in seinem 300. Formel-1-Rennen wurde Schumacher ein Fall für die Rennkommissare. Nur wenige Minuten nach dem Manöver kündigte die Rennleitung beim Großen Preis von Belgien eine Untersuchung des Vorfalls mit dem Ehrenbürger von Spa an. "Es war von Anfang an klar, dass ich in die Box kommen wollte. Er kann das natürlich nicht wissen, aber ich habe ihn nicht abgedrängt", beteuerte Schumacher später. "Egal, ob du mit Michael um Platz 1 oder 15 kämpfst, er fährt wie die Hölle", bemerkte Vettel.

Wenn nicht in Spa, wo dann? Schumacher war in seinem Element. "War sehr abwechslungsreich. Hat sehr viel Spaß gemacht", sagte er nach dem Rennen. Noch am Vorabend hatte er mit Kollegen im Fahrerlager mit Kölsch auf sein Jubiläum angestoßen. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone war eigens zum Motorhome von MercedesAMG gekommen, um auch ein Stück vom Kuchen in Form des speziell angefertigten Platin-Helms von Schumacher zu naschen. Mit seinem weißen Hemd polierte Ecclestone die 300 auf der Nase samt Frontflügel, die der siebenmalige Weltmeister von seinem Team geschenkt bekam.

In dem packenden Rennen auf dem Kurs, auf dem Schumacher vor 21 Jahren am 25. August seinen ersten Grand Prix bestritt und zwölf Monate später seinen ersten Sieg bejubelte, war es dann vorbei mit Streicheleinheiten. Der 91-malige Grand-Prix-Gewinner kämpfte mit allen Mitteln. Schob sich nach dem chaotischen Beginn durch den Startcrash bis auf Platz fünf vor, lag zwischenzeitig sogar auf zwei. "Dass noch soviel Bowling vor mir gespielt wurde, damit hätte ich nicht gerechnet", meinte er zum heftigen Startunfall.

Lange fuhr Schumacher auf Podiumskurs - und das mit einem Mercedes, der am Samstag in der Qualifikation für nicht mehr als den bescheidenen 13. Platz gereicht hatte. Im Rennen sprang nach der Umstellung von Ein- auf Zweistopp-Strategie Rang sieben heraus. "Am Ende mussten wir dann doch erkennen, dass wir mit den älteren Reifen Hasenfutter waren. Sieben Runden vor Schluss hat dann auch noch mein sechster Gang den Geist aufgegeben", erklärte der Routinier.

Hoffnung auf Besserung mit dem zickigen Silberpfeil hat Schumacher aber. "Was die Zukunft angeht, gehe ich davon aus, dass wir noch Fortschritte machen werden und ich hoffe, dass sie größer sein werden als die der Konkurrenz", meinte der 43-Jährige. Zukunft heißt in dem Fall in den nächsten Wochen. Denn ob er seinen Kontrakt nach Ablauf der drei eher weniger erfolgreichen Comeback-Jahre nach dieser Saison verlängert, ist nach wie vor offen.

Die Spekulationen nehmen dafür nicht ab. Selbst ein Bild von Schumacher zu einem guten Zweck für Kumpel Vettel heizte die Gerüchte an, nur weil dort die Zahl 2013 auftauchte. Und bei der BBC sagte Ecclestone: "Es tut mir leid, dass er wieder geht, ohne noch mal gewonnen zu haben." Auf Nachfragen, ob er was von einem Rücktritt wisse, betonte Ecclestone aber: "Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht." Sollte er weitermachen, müssen sich alle, auch Vettel, sicher auf eines gefasst machen: Schumacher wird auch dann ganz der Alte sein und keine Kumpels auf der Strecke kennen.

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