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Nach Belgien-Crash fällt Vettel: "Stein vom Herzen"

03.09.2012, 16:40 Uhr | dpa

Nach Belgien-Crash fällt Vettel: "Stein vom Herzen". Bei der Siegerehrung kann sich Sebastian Vettel über seinen zweiten Platz freuen.

Bei der Siegerehrung kann sich Sebastian Vettel über seinen zweiten Platz freuen. (Quelle: dpa)

Spa-Francorchamps (dpa) - Auch am Tag nach dem schrecklichen Unfall von Spa-Francorchamps hielt sich Sebastian Vettel mit Kommentaren zu dem Horrorcrash zurück. Der Titelverteidiger richtete den Blick bereits voll auf die nächste Attacke im Kampf um den historischen WM-Hattrick:

Ausgerechnet im Ferrari-Revier kann der Doppelweltmeister die alte Hackordnung in der Formel 1 schon am kommenden Sonntag wiederherstellen. Die Frage ist dabei auch: Wie gut hat sich Scuderia-Star und WM-Spitzenreiter Fernando Alonso von dem Schock-Unfall in Belgien erholt, der eine neue Debatte um die Sicherheit in der Königsklasse des Motorsport ausgelöst hat.

"Ich habe mich gefühlt, als wäre ein Zug in mich reingefahren", sagte der Spanier, nachdem er im Streckenhospital nach dem von Romain Grosjean verursachten Crash sicherheitshalber untersucht worden war. Alonso klagte aber lediglich über Rückenschmerzen, ernsthaft verletzt wurde er nicht. Ein kleines Wunder. Dass er durch den ersten Ausfall nach zuvor 23 Rennen in Serie in den Punkten den neun Jahre alten Rekord von Michael Schumacher verpasste, dürfte Alonso angesichts des Glücks im Unglücks verschmerzen können. Dass sein Vorsprung in der WM-Wertung vor dem Ferrari-Heimspiel aber deutlich schmolz, tut weh. Vettel (140) liegt als neuer Zweiter 24 Punkte hinter Alonso, für einen Sieg gibt es 25 Zähler. Und 2011 und 2008 wilderte Vettel bereits im Königlichen Park von Monza ordentlich: Er gewann.

Rang zwei hinter Jenson Button in Belgien gab ihm zudem einen Schub. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", schrieb Vettel am Montag auf seiner Homepage: "Jetzt freue ich mich noch mehr auf Monza. Die Strecke ist ja auch was Besonderes für mich." Nicht nur wegen des Vorjahressiegs. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs bejubelte der Heppenheimer 2008 im Toro Rosso seinen ersten von mittlerweile 22 Grand-Prix-Erfolgen.

Doch in den noch acht ausstehenden Rennen mit dem Europa-Finale in Italien kommt es nicht nur aufs Siegen an. Bestes Beispiel ist Kimi Räikkönen: Der Finne legt eine famose Saison hin, nachdem er zwei Jahre auf Rallye-Abwegen unterwegs war. Ein Sieg gelang ihm zwar noch nicht, aber der "Iceman" liegt im Lotus auf Rang vier der Gesamtwertung nach seinem dritten Platz in Belgien. Er hat gerade mal neun Punkte weniger als Vettel, der bisher nur in Bahrain gewinnen konnte.

WM-Dritter ist Mark Webber (132) mit acht Zählern weniger als sein deutscher Red-Bull-Teamkollege. Dass Alonso (164 Punkte) durch die unschuldige Verwicklung in den Horrorcrash punktlos blieb, brachte auch Spa-Sieger Button wieder in Position als Sechster (101); davor liegt sein Teamkollege Lewis Hamilton (117).

Sportlich beeinflusste der schwere Unfall den WM-Kampf merklich. Daneben entfachte er eine neue Debatte um die offenen Cockpits. "Uns, und ich denke, allen Ferrari-Fans ist das Herz stehen geblieben bei dem Unfall", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. Wie durch ein Wunder kamen Alonso und auch die anderen Piloten mit dem Schrecken davon. Keiner wurde von den umherfliegenden Trümmerteilen verletzt.

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Dennoch stellt sich wieder die Frage, ob eine Kanzel für das Cockpit die wohl größte noch verbliebene Gefahr in der Formel 1 reduzieren könnte. Nach den Unfällen von Alonsos Teamkollege Felipe Massa 2009, als der Brasilianer von einer Metallfeder schwer am Kopf verletzt wurde, und dem Tod des Formel-2-Piloten Henry Surtees, der im gleichen Jahr durch ein umherfliegendes Rad getroffen wurde, prüfte der Dachverband bereits eine entsprechende Konstruktion wie bei einem Kampfjet. "Wir arbeiten mit dem Verband an dem richtigen Schutzsystem", meinte Domenicali. "Mit dem, was wir getestet haben oder woran wir arbeiten, können aber auch Probleme auftreten."

Eine Sorge in Sachen Kanzel ist, dass die Piloten bei einer Gefahrensituation wie zum Beispiel Feuer im Cockpit nicht schnell genug aus dem Wagen steigen können. "Du kannst eine Haube drüber machen, aber Du weißt nicht, ob sie danach sicherer sind", meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

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