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Vettel-Förderer: Werden sehen, wie weit er noch kommt

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Vettel-Förderer: Werden sehen, wie weit er noch kommt

15.11.2012, 09:54 Uhr | dpa

Vettel-Förderer: Werden sehen, wie weit er noch kommt. Helmut Marko freut sich über den Erfolg von Sebastian Vettel.

Helmut Marko freut sich über den Erfolg von Sebastian Vettel. (Quelle: dpa)

Austin (dpa) - Sebastian Vettels Förderer Helmut Marko zählt den Formel-1-Doppelweltmeister schon jetzt zu den ganz Großen des Weltsports.

"Ich glaube nicht, dass irgendjemand anderes in so kurzer Zeit soviel erreicht hat. Wie weit das noch gehen kann, werden wir sehen", sagte der Red-Bull-Motorsportberater im Interview der Nachrichtenagentur dpa vor Vettels 100. Rennen am Sonntag.

Wie gelingt es Sebastian Vettel, sich von Psychospielchen oder Störfeuern gar nicht beeindrucken zu lassen?

"Er weiß, worauf es ankommt. Er weiß, dass das Team hinter ihm steht. Diese Sachen lassen aber nicht nur ihn, sie lassen auch uns kalt. Wir sind auf diese Spielchen ja gar nicht weiter eingegangen, sondern konzentrieren uns auf das, was notwendig ist, um das Auto schnell zu machen."

Wie nehmen Sie Vettel im Titel-Endspurt wahr?

"Je mehr Druck er hat, umso besser wird Sebastian. Es zeigt jedes Mal die Formkurve bei ihm nach der Sommerpause nach oben. Das ist einfach etwas, das in ihm steckt oder vielleicht auch, wie er eine WM-Saison aufbaut und sich vorbereitet."

Woher kommt so eine Stärke im Alter von 25 Jahren?

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"Zuerst muss man das Wissen und den Glauben an sich selbst haben. Und er weiß, wann die optimale Leistung am wichtigsten ist. Nachdem das schon drei Jahre so läuft - auch 2009 waren die letzten Rennen von ihm die stärksten - ist es eine mentale Stärke, die zu all den anderen Faktoren, die Sebastian auszeichnen, noch hinzukommt."

Wie viel Härte gegen sich selbst gehört dazu?

"Man muss nicht unbedingt von Härte sprechen. Es ist einfach das Wissen, was notwendig ist und die Prioritäten so zu setzen, dass alles andere hinten angestellt wird, das nur irgendwie diesen Erfolg beeinträchtigen könnte. Das ist Disziplin."

Zu einem Ausnahme-Fahrer gehört auch die Fähigkeit, ein Team mitreißen zu können. Wie sieht das bei Vettel aus?

"Er ist beispielsweise sehr viel in der Fabrik in Milton Keynes und macht alle Arbeiten mit voller Konzentration und mit vollem Ernst. Er gibt auch jedem Mitarbeiter die Würdigung, die er verdient. Aber auf der anderen Seite verlangt er von allen das Maximum ab, sei das von den Ingenieuren oder dem ganzen technischen Background. Er bereitet sich dafür aber auch entsprechend vor, um das Fachwissen zu haben, dass er mit denen mitreden kann, die das seit ihrer Ausbildung auf höchstem Niveau machen. Damit er weiß, was das Optimum sein kann, denn das will er."

Erstaunt Sie manchmal, dass und wie er sich das alles aneignet?

"Ich glaube, man muss das im Alterskontext sehen. Sein direkter Gegner Fernando Alonso ist viel mehr Grand Prix gefahren. Und Erfahrung macht sehr viel aus im Rennsport. Sebastian ist von seinem Intellekt in der Lage, sich darauf zu konzentrieren, was technisch und in der Vorbereitung wichtig ist."

Sind denn Vettel und Alonso als Fahrer aus dem selben Holz?

"Der Alonso ist bei uns nie gefahren, ich weiß nur über Vettel Bescheid. Von Alonso höre ich immer nur, dass er in einem unterlegenen Auto so gut unterwegs ist. Dabei vergisst er, dass er mindestens dreimal in diesem Jahr einen mindestens genauso überlegenen Ferrari hatte."

Wenn es klappt: Wo müsste man den dritten Titel für Vettel einordnen?

"Jeder Titel für sich ist etwas einmaliges. 2010 war der erste und der überraschendste. Alle dachten, es sei ein Duell zwischen Alonso und Webber. 2011 war relativ locker, weil wir ein sehr, sehr gutes Auto hatten und Sebastian auch noch das Optimum rausgeholt hat, unter anderem mit elf Siegen. Das wird es so schnell nicht wieder geben. Was dieses Jahr betrifft, haben alle gesagt, dreimal nacheinander ist extrem schwierig. Da ist schon ein gewisser psychologischer Druck entstanden. Wir hatten durch technische Defekte schon über 40 Punkte verloren und lagen 44 Punkte zurück. Wir haben aber nicht aufgegeben und weitergekämpft, wissend, dass es noch möglich ist. Und dann kam diese Trendumkehr, und wir haben ein Momentum geschafft - das ist jetzt im ganzen Team drinnen, alle sind motiviert und wollen es schaffen."

Wie viel Potenzial hat Vettel schon abgerufen oder andersrum: Wie viel Luft ist noch nach oben?

"Die Luft nach oben ist Routine. Das heißt, aufgrund seiner Erfahrungen die Abläufe noch besser zu kennen und noch schneller reagieren zu können. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass er mit weniger, ich würde nicht sagen Risiko, aber Materialbeanspruchung gleich oder noch schneller fahren kann."

Gab es aus ihrer Sicht einen Schlüsselmoment in Vettels Karriere?

"Ich glaube, ein Schlüsselereignis war das Rennen in Südkorea 2010, als er in Führung lag und mit einem Motorschaden ausschied. Er kam dann zu Fuß und positiv motiviert in die Box und sagte: Lasst nicht die Köpfe hängen, wir schaffen das. Da war er derjenige, der das Team eigentlich aufgerichtet hat."

Wie wichtig ist das Gebilde Red Bull Racing für Vettels Erfolg?

"Wir haben eine Kontinuität in der Personalpolitik. Und wir haben eine Harmonie im gesamten Team. Es ist schon eine verschworene Gemeinschaft, die das Optimale rausholt."

Wo würden Sie Vettel denn im gesamten Weltsport ansiedeln?

"Ich glaube nicht, dass irgendjemand anderes in so kurzer Zeit soviel erreicht hat. Wie weit das noch gehen kann, werden wir sehen."

Sie kennen Sebastian seit langer Zeit: Wie wichtig sind Rückzugspunkte für ihn?

"Die muss er haben. Anders könnte er diese mentale Stärke nicht haben. Das weiß er, und das macht er auch bewusst. Und er kriegt von uns auch die Freiheiten dafür."

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