19.11.2012, 08:49 Uhr | sid, t-online.de
Mieses Spiel beim Großen Preis der USA: Sebastian Vettel muss seinen Titel-Hattrick nach seinem zweiten Platz in Austin verschieben, weil sich WM-Konkurrent Fernando Alonso den dritten Rang ertrickst hat. Eine vor dem Rennen eigentlich als Bestrafung gedachte Regel des Automobil-Weltverbandes FIA machte sich Ferrari zunutze, um den Spanier in eine bessere Startposition zu bringen.
Bei Alonsos Teamkollege Felipe Massa wurde mutwillig das Siegel am Getriebe verletzt, was wie der Tausch des Getriebes eine Rückversetzung um fünf Plätze nach sich zieht. Somit startete der Brasilianer in Texas vom elften statt vom sechsten Startplatz - Alonso rückte vom achten auf den siebten Rang vor.
Christian Danner und Heiko Wasser analysieren das Wüstenrennen in Austin. Auch Vettels Zoff mit Karthikeyan ist ein Thema. zum Video
Ein weiterer Effekt dieser Aktion: Beide Fahrer gingen von der sogenannten "sauberen Seite" ins Rennen - was Alonso bestens nutzte und gleich auf den vierten Rang vorpreschte. "Das habe ich noch nie erlebt", sagte RTL-Experte Niki Lauda: "Es ist schon eine komische Art und Weise. Ferrari hat alles aus der Trickkiste geholt, was geht."
Bei Vettels Red-Bull-Team reagierte man gelassen auf die Spielchen der Konkurrenz. "Das geht uns nichts an. Wir konzentrieren uns auf uns", sagte Teamchef Christian Horner: "Was Ferrari macht, ist ihre Sache." Motorsportchef Helmut Marko ergänzte süffisant: "Wenn das Getriebe kaputt ist, muss man es wechseln", und fügte hinzu: "Wir gehen unseren Weg."
Bei Ferrari sah in dem Trick niemand etwas Verwerfliches. "Einfach dazusitzen und nichts zu tun, wäre auch der falsche Weg. Wir machen es offen und für jeden sichtbar", sagte Sprecher Luca Colajanni. "Die Entscheidung wurde getroffen um Fernando einen bestmöglichen Start zu ermöglichen", ergänzte er bei "Sky Sports F1".
Die FIA musste sich bisher keine Gedanken machen, ob sie Rückversetzungen "erlaubt". Eigentlich dürfen diese nur bei technischer Notwendigkeit vollzogen werden. Der Bruch des Siegels lässt jedoch keine andere Wahl, weil ein Tausch oder eine Veränderung eben zu bestrafen sind.
Vettel, der vor dem Showdown in Brasilien am kommenden Sonntag die WM-Wertung mit 13 Punkten vor Alonso anführt, blieb nach dem Rennen ganz cool. Er wollte sich mit der Trickserei seines Konkurrenten nicht weiter beschäftigen. "Es war ein tolles Rennen. Und für das Saison-Finale sieht es gut aus." Womit er Recht hat: Selbst wenn Alonso in Sao Paulo gewinnt, reicht Vettel Platz vier, um den dritten Titel in Folge perfekt zu machen. Wird Alonso Zweiter, muss Vettel lediglich Rang sieben belegen. Wird Alonso Vierter, kann für den Deutschen nichts mehr anbrennen.
Quelle: sid, t-online.de
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