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Rüstiger Renn-Rentner Herrmann wird 85

23.02.2013, 11:26 Uhr | dpa

Rüstiger Renn-Rentner Herrmann wird 85. Bei feierlichen Anlässen dreht Hans Herrmann gern ein paar Runden in einem historischen Rennwagen.

Bei feierlichen Anlässen dreht Hans Herrmann gern ein paar Runden in einem historischen Rennwagen. (Quelle: dpa)

Stuttgart (dpa) - Rennfahren ist und bleibt seine große Leidenschaft. Auch mit nun 85 Jahren verfolgt Hans Herrmann noch immer begeistert die Hochgeschwindigkeitshatz auf vier Rädern.

"Motorsport hat für mich alles bedeutet. Das war schon als kleiner Bub mein Traumberuf", betont Herrmann. So oft es geht, dreht der rüstige Renn-Rentner auch heute noch mit dem legendären Silberpfeil W 196 und seinem letzten Siegerauto Porsche 917 ein paar Runden bei feierlichen Anlässen. "Ich fahre immer noch gerne die alten Rennwagen", gesteht Herrmann seine große Liebe zum Motorsport.

Und auch sonst ist der ehemalige Top-Pilot viel unterwegs. "Auf 40 bis 45 000 Kilometer komme ich schon im Jahr", verrät Herrmann der Nachrichtenagentur dpa. An seinem Geburtstag an diesem Samstag wird es aber allenfalls zu einer kleinen Spritztour in den Schweizer Bergen reichen. In seinem dortigen Feriendomizil feiert der gebürtige Stuttgarter mit seiner Frau Magdalena und Freunden "im kleinen Kreis". Eine Riesenparty, wie sie Mercedes zu seinem Achtzigsten ausgerichtet hat, gibt es nicht. "Ich haue ab. Das ist doch eine krumme Zahl", sagt der dynamische Jubilar mit schelmischen Grinsen.

Ruhestand kennt der umtriebigen "Schaffer" nicht. "Ich gehe täglich ins Büro oder bin für Porsche und Mercedes unterwegs", sagt er. "Aber ich habe das reduziert und arbeite mit weniger Leuten." In Sindelfingen-Maichingen hat Herrmann eine Firma für Autotechnik.

Auch wenn Herrmann fit ist und erstaunlich jung wirkt, waren inzwischen einige "Reparaturen" notwendig. Vor fünf Jahren bekam er eine neue Hüfte und die Knie mussten auch operiert werden. "Sonst brauche ich keine Ersatzteile. Mein Motor läuft noch rund", versichert der lebensfrohe Schwabe, der aus seiner erfolgreichen und langen Laufbahn eine Unmenge an Anekdoten erzählen kann.

Wie alle guten Piloten in jener Zeit fuhr Herrmann in seiner 18 Jahre währenden Karriere beinahe alles, was vier Räder hatte: vom Bergrennen bis zur Formel 1. Nur von Rallyes ließ er schnell die Finger. Seine Premiere bei der Hessischen Winterfahrt endete kläglich: Der damals 24 Jahre alte Neuling verfuhr sich. "Es war Nacht und wir hatten keine Ahnung, wo wir waren. Da wusste ich, Rallyes sind nichts für mich", schildert er den Reinfall.

Aber sonst zählte Herrmann zu den Großen. In exakt 100 Langstreckenrennen feierte er 22 Siege. Unter anderem wurde er auch dreimal deutscher Rennsportmeister. Als einen seiner schönsten Triumphe bezeichnet Herrmann den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1970 im zunächst nur als "das Geschwür" geschmähten 917er: "Es war für Porsche und mich der erste Gesamtsieg bei diesem Langstrecken-Klassiker." Zudem war es sein letztes Rennen. "Ich hatte meiner Frau Magdalena vor der Abreise am Gartentürle versprochen, dass ich im Fall eines Sieges aufhöre."

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Bei Porsche begann auch Herrmanns Karriere: Der schwäbische Sportwagenhersteller engagierte das Talent 1953 als Werksfahrer. Nach Klassensiegen bei den Klassikern Mille Miglia und Le Mans wurde Mercedes auf ihn aufmerksam. Der legendäre Rennleiter Alfred Neubauer nahm den vielversprechenden Jungspund 1954 beim Comeback der Silberpfeile ins Formel-1-Team auf. "Benjamin", wie ihn Neubauer nannte, überzeugte in seiner ersten Grand-Prix-Saison als Gesamtsechster mit einem dritten Platz in der Schweiz und Rang vier in Italien.

Herrmann lernte aber auch die Schattenseiten kennen. Beim Großen Preis von Monaco 1955 verunglückte er schwer. "Ich war dem Tod näher als dem Leben. Wäre nicht zufällig ein Stuttgarter Arzt, ein Spezialist für Herz- und Kreislauferkrankungen, als Rennbesucher in Monaco gewesen, wäre ich gestorben", erinnerte Herrmann in seinem Buch "Ich habe überlebt" an diesen Horrorcrash.

"Wir waren Seiltänzer ohne Netz. Jedes Jahr gab es zwei bis drei Tote", weist er auf den Verlust vieler Kollegen und Freunde hin. "Das war eine bittere Zeit." Herrmanns Spitzname "Hans im Glück" stammt aus dieser bitteren Zeit. Trotz mehrerer schwerer Unglücke kam er meist mit dem Schrecken und leichteren Blessuren davon. "Ich hatte immer Sau-Glück", sagt Herrmann erleichtert.

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