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Mitgift erwünscht: F1-Teams auf Bezahlfahrer angewiesen

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Mitgift erwünscht: F1-Teams auf Bezahlfahrer angewiesen

08.03.2013, 10:49 Uhr | dpa

Mitgift erwünscht: F1-Teams auf Bezahlfahrer angewiesen. Bei Formel-1-Pilot Adrian Sutil stimmt neben der finanziellen auch die sportliche Leistung.

Bei Formel-1-Pilot Adrian Sutil stimmt neben der finanziellen auch die sportliche Leistung. (Quelle: dpa)

Immer mehr Formel-1-Teams sind auf Bezahlfahrer angewiesen. Talent allein reicht längst nicht mehr. So mancher bewährte Fahrer muss deshalb seinen Platz räumen.

Melbourne (dpa) - Es war ein verzweifelter Aufschrei, den der Arbeit suchende Formel-1-Pilot Jaime Alguersuari da per Rundschreiben verschickte. "Die Formel 1 ist zu einer Auktion geworden", schimpfte der Spanier mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison.

In dem Brandbrief beklagte der 22-Jährige die wachsende Zahl von sogenannten Bezahlfahrern, die wegen der Finanznöte vieler Teams die Stamm-Cockpits besetzen. Wie Alguersuari, der bis zuletzt fest mit einer Rückkehr in die Königsklasse gerechnet hatte, sind auch bewährte Fahrer wie Timo Glock, Heikki Kovalainen oder Kamui Kobayashi verschwunden, weil ihnen die nötige Mitgift fehlte.

Längst ist auch bei etablierten Rennställen wie Sauber, Williams oder Force India Talent nicht mehr das einzige Kriterium bei der Fahrersuche. "Leider ist das ein wichtiger Bestandteil ihres Budgets geworden, da kann ich sie nicht verdammen", sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Nur das Weltmeister-Team Red Bull von Sebastian Vettel, Ferrari, McLaren und Mercedes gelten derzeit als wirtschaftlich gesund.

Das beste Beispiel für den Stand der Dinge lieferte Timo Glocks früherer Arbeitgeber Marussia. Erst gab das notorisch erfolglose Team dem Odenwälder den Laufpass, weil es sich sein Gehalt nicht mehr leisten konnte. Dann wurde in letzter Minute Nachfolger Luiz Razia wieder geschasst, weil die versprochenen Millionen aus Brasilien nicht gleich flossen. "Wir hatten keine Alternative, um unsere langfristige Zukunft zu sichern", sagte Teamchef John Booth.

Neben dem von Ferrari unterstützten Razia-Ersatz Jules Bianchi verdankt auch der zweite Marussia-Fahrer Max Chilton seinen Aufstieg nicht zuletzt finanziellen Argumenten. Der Vater des Briten ist Top-Manager bei einer Versicherung und pflegt beste Kontakte. Bei Caterham-Neuzugang Giedo van der Garde hat der Schwiegervater, ein millionenschwerer Mode-Unternehmer, bei der Karriereförderung nachgeholfen. Das Team hatte schon vorher zu erkennen gegeben, dass es auf der Suche nach zwei Piloten mit dickem Sponsorenpaket ist.

Den HRT-Rennstall konnten indes nicht einmal die von Narain Karthikeyan mitgebrachten Zuschüsse des indischen Tata-Konzerns retten. Das bankrotte Team zog sich nach der Vorsaison zurück.

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Den zweiten Sauber-Stammplatz neben Nico Hülkenberg bekam wohl nicht ganz zufällig wieder ein Mexikaner. Nach dem Wechsel von Sergio Perez zu McLaren dürfte Neuling Esteban Gutierrez dem Schweizer Team weiter die Unterstützung des mexikanischen Telekom-Riesen Telmex sichern. Kamui Kobayashi musste dafür gehen. Dem Japaner half auch eine Spendenaktion seiner Fans nicht mehr.

Auch Adrian Sutil weiß längst, wie das Geschäft läuft. "Wenn es nicht reicht, nur mit den Qualitäten reinzukommen und man schlau ist, versucht man, Sponsoren mitzubringen", sagte der 30-Jährige. Auf den letzten Drücker ergatterte der Gräfelfinger doch noch das zweite Cockpit bei Force India. "Ich hatte immer starke Sponsoren hinter mir", verriet Sutil vielsagend.

Beim 90-maligen Grand-Prix-Teilnehmer Sutil weiß Force India immerhin, dass neben der finanziellen auch die sportliche Leistung stimmt. Auf diesen Idealfall hoffen die Teams. Williams landete mit Pastor Maldonado einen solchen Treffer. Der Venezolaner brachte Öl-Millionen aus seiner Heimat mit und verdrängte vor zwei Jahren Nico Hülkenberg. Dann gelang ihm in der Vorsaison in Barcelona der erste Grand-Prix-Sieg für Williams nach mehr als sieben Jahren.

Nun aber müssen sich Williams und Maldonado plötzlich Sorgen machen. Nach dem Krebs-Tod von Venezuelas Staatschef Hugo Chavez keimen in der Branche Zweifel, ob die Petrodollars weiter fließen.

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