20.04.2013, 10:09 Uhr | sid
Sebastian Vettel war nach dem ersten Trainingstag beim Großen Preis von Bahrain ganz Mr. Cool. Keine fünf Minuten nach dem zweiten freien Training hatte sich der Weltmeister bereits aus seinem Overall geschält und wirkte in Shorts und mit der obligatorischen riesigen Sonnenbrille trotz der Hitze erstaunlich frisch - und nach seinem dritten Platz tiefenentspannt.
"Das Auto ist schnell, wir müssen nur schauen, dass wir die Reifen länger am Leben halten als zuletzt", sagte der Red-Bull-Pilot: "Ich bin ganz zufrieden mit unserem Programm. Wenn wir alles aus dem Auto rausholen, sollten wir ganz gut aussehen." Obwohl der Vorjahressieger neue Teile testete und ausgiebig an seiner Rennabstimmung feilte, war Vettel in der Wüste von Sakhir in Schlagdistanz zur Spitze.
Melbourne-Sieger Kimi Räikkönen drehte in seinem Lotus die schnellste Runde. Der Iceman liegt in der WM-Wertung hinter Vettel auf Platz zwei und kann den Titelverteidiger mit einem Sieg am Sonntag (ab 13.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) von der Spitze verdrängen. Zweiter wurde Vettels Intimfeind und Teamkollege Mark Webber.
Nachdem die beiden Ferrari am Morgen noch dominiert hatten, kam Vize-Weltmeister Fernando Alonso am Ende lediglich auf Rang vier - Felipe Massa wurde in der Endabrechnung Fünfter. Allerdings sollte der Wüsten-Kurs dem Ferrari liegen - die Hälfte der bisherigen Rennen in Bahrain gewann ein Fahrer der Scuderia.
Auch vor dem umstrittensten Rennen der Saison in dem autoritären Golf-Staat bereiten den Mechanikern und Fahrern nach wie vor die Reifen großes Kopfzerbrechen. Alle Piloten sind sich einig: Es gewinnt nicht der Schnellste, sondern der beste Reifenflüsterer. Und als solche sahen Vettels Konkurrenten zuletzt einfach besser aus. Zwar führt der Vettel mit 52 Punkten die WM-Wertung mit drei Zählern Vorsprung auf Räikkönen und neun Punkten auf Alonso an, doch der Trend spricht nach Platz vier zuletzt in China und der starken Vorstellung von Räikkönen gegen den Champion.
Die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton rangierten mit ihren Silberpfeilen auf Platz sieben und zehn nur im Mittelfeld. "Wir müssen unsere Erwartungen wohl ein bisschen drosseln, wir sind nicht so schnell wie sonst", sagte Rosberg, der am Morgen noch auf dem dritten Platz rangierte. "Die Reifen werden wieder ein Riesenthema." Der Mercedes gilt insbesondere auf dem heißen Asphalt von Bahrain als Reifenfresser. Adrian Sutil landete im Force-India auf Rang neun, Nico Hülkenberg musste sich im Sauber mit Platz 16 zufrieden geben.
Unterdessen halten die Proteste in Bahrain an. In der Nacht zu Freitag kam es auf den Straßen der Hauptstadt Manama und in anderen Orten erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Oppositionellen und der Polizei. Tausende Menschen sollen im ganzen Land für mehr Menschenrechte und Demokratie demonstriert haben, wie Augenzeugen berichten. Dabei wurden erneut Autoreifen in Brand gesetzt und Straßen blockiert. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein. Die Protestanten skandierten "Nein zur Blut-Formel-1" und "Keine Formel 1 im besetzten Bahrain". Im Laufe des Tages waren weitere Proteste geplant, die radikale "Bewegung des 14. Februar" rief den "Tag des Zorns" aus, um gegen die "Unterdrückung der Menschen" in Bahrain zu demonstrieren.
Für Fahrer und Teams kann es richtig heiß werden. Zudem wird häufig Sand auf die Strecke geweht.
20.04.2013, 10:09 Uhr | sid
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