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Ecclestone-Machtwort: Neue Reifen für die Formel 1

14.05.2013, 18:51 Uhr | dpa

Ecclestone-Machtwort: Neue Reifen für die Formel 1. Bernie Ecclestone hat die Umkehr zu den Vorjahresreifen beschlossen.

Bernie Ecclestone hat die Umkehr zu den Vorjahresreifen beschlossen. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Nach einem Machtwort von Bernie Ecclestone liefert Hersteller Pirelli den Formel-1-Teams neue Reifen. Schon vom übernächsten Grand Prix in Kanada an werde ein anderes Modell zum Einsatz kommen, bestätigte das Unternehmen.

"Wir werden zum Reifentyp der vergangenen Saison zurückkehren, der uns enge Rennen beschert hat", hatte kurz vor der offiziellen Bekanntgabe schon Formel-1-Chefvermarkter Ecclestone via "Daily Express" verfügt. Damit schlug sich der Brite nach wochenlangen Debatten auf die Seite von Titelverteidiger Sebastian Vettel, der mit seinem Red-Bull-Team und Mercedes belastbarere Pneus verlangt hatte.

Auch aus Sorge um das eigene Image folgte Pirelli Ecclestones Befehl und dürfte damit vor allem die Titelanwärter Ferrari und Lotus schwer verärgern. Denn besonders die ärgsten Vettel-Rivalen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen hatten zuletzt davon profitiert, dass sie und ihre Autos deutlich schonender mit den sensiblen Gummimischungen umgehen. "Wir haben das eben besser gelöst. Warum sollte man etwas ändern?", hatte Räikkönen nach Platz zwei in Barcelona kühl gefragt. Sein Teamchef Eric Boullier von Lotus lehnte haltbarere Reifen ebenfalls ab: "Das wäre nicht fair."

Doch Ecclestone sieht es anders. "Die Reifen sind falsch und nicht das, was wir von Pirelli erwartet hatten", sagte der 82-Jährige. Vorher hatte schon Branchenführer Red Bull den Druck auf den Reifenlieferanten erhöht. WM-Spitzenreiter Vettel hatte den leicht nachgebesserten harten Reifen für Barcelona gar als "Griff ins Klo" bezeichnet. "Die Situation ist derzeit einfach zu undurchsichtig. Pirelli ist eine fähige Firma. Für ihr eigenes Image müssen sie da endlich etwas tun", sagte sein Teamchef Christian Horner der "Sport Bild" (Mittwoch).

Tatsächlich bewirkten auch die anhaltenden Negativ-Schlagzeilen ein Umdenken bei Pirelli. Verärgert über die vielen Vorwürfe und besorgt über die Bilder von fliegenden Gummifetzen auf der Strecke gab das Unternehmen nach. "Die Zahl der Boxenstopps war zu hoch", bekannte Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Zuletzt in Barcelona hatten die 22 Fahrer mit ihren Autos insgesamt 82 Reifenwechsel absolviert.

"Die Veränderungen bedeuten, dass die Reifen nicht so stark beansprucht werden. Das reduziert die Zahl der Reifenwechsel", fügte Hembery hinzu. Das neue Modell ist eine Mischung aus den Elementen des Vorjahrestyps sowie des aktuellen Designs. Eigentlich wollte Pirelli erst zum Großbritannien-Rennen Ende Juni neue Reifentypen mitbringen. Nun zog der Konzern den Termin noch einmal um drei Wochen vor.

Angeführt hatten die Front der Kritiker Red Bull und Mercedes. Die beiden Rennställe haben zwar pfeilschnelle Autos gebaut, der zu hohe Reifenverschleiß raubt ihnen aber jeglichen Vorteil im Rennen. "Unser Limit waren zuletzt weder der Fahrer noch das Auto. Stattdessen mussten wir unseren Speed den Reifen anpassen", erklärte Vettels Teamchef Horner.

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Auch Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz schlug forsche Töne an. "Die Formel 1 ist doch kein Reifenmanagement-Wettbewerb", polterte der Getränke-Milliardär in der "Bild"-Zeitung (Dienstag). "Wenn man künstlich langsam fahren muss, um schneller am Ziel zu sein, widerspricht das allem, wofür Rennsport steht", befand der Österreicher.

Landsmann Niki Lauda, Aufsichtsratschef beim Mercedes-Team, zeigte sich ähnlich ungehalten. "Es kann nicht sein, dass das schnellste Auto nicht gewinnt", sagte der dreimalige Champion. Schon seit dem Saisonauftakt hatten Mercedes und Red Bull von Pirelli immer wieder Nachbesserungen verlangt.

Pirelli-Mann Hembery beteuerte jedoch, dieser Druck habe nicht den Ausschlag gegeben. Ohnehin glaube er nicht, dass die Änderungen einem Team einen Vorteil verschaffen werden und sogar eine neuerliche Red-Bull-Dominanz droht. "Wir hoffen nicht, aber natürlich besteht dieses Risiko immer", sagte Hembery aber auch. Sebastian Vettels Jägern dürften diese Worte nicht gefallen.

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