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Mercedes in Formel 1 zwischen Anspruch und Wirklichkeit

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Mercedes in Formel 1 zwischen Anspruch und Wirklichkeit

18.06.2013, 14:59 Uhr | dpa

Mercedes in Formel 1 zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Ross Brawn (l) vertritt die Mercedes-Teamspitze mit Toto Wolff vor dem FIA-Tribunal.

Ross Brawn (l) vertritt die Mercedes-Teamspitze mit Toto Wolff vor dem FIA-Tribunal. (Quelle: dpa)

Brackley (dpa) - Toto Wolff weiß um seine große Verantwortung als Mercedes-Motorsportchef. "Ich habe keinen Raum für Misserfolg", räumte der Österreicher schon vor dem Saisonbeginn in der Formel 1 ein.

Der Nachfolger von Norbert Haug hat seit seinem Start bei den Silberpfeilen Ende Januar vieles auf den Prüfstand gestellt, vieles verändert. Zum Positiven. Das war auch nötig. Denn der Auftrag der Konzernspitze ist unmissverständlich: Der 41-Jährige soll bei Mercedes Anspruch und Wirklichkeit in Einklang bringen. Die sportliche Bilanz kann sich wieder sehen lassen, nachdem die ersten drei Jahre seit der Rückkehr als Werksteam wenig Glanz verbreitet hatten.

Eine der wichtigsten Entscheidungen traf Wolff bei der Wahl seines Arbeitsmittelpunkts. Der Wiener zog mit seiner Frau, der Williams-Testfahrerin Susie Stoddart, nach Oxford. Unter Haug, der Ende 2012 nach rund 22 Jahren als Motorsportchef hatte gehen müssen, war genau das ein neuralgischer Punkt gewesen. Die Distanz.

Haug bekam nie den Zugriff auf die Teamleitung in Brackley. Die Mannschaft um Chefstratege Ross Brawn, dessen WM-Team auf der Jagd nach Titeln von Mercedes aufgekauft worden war, sitzt in England und arbeitete dort eigenständiger, als es die Schwaben vermutlich gerne hatten. Wolff hat das geändert. Und das war wichtig für das Binnenklima des ambitionierten Werksteams.

"Diese 500 Mann sind für mich das Schaufenster für einen 100-Milliarden-Konzern. Dessen müssen wir uns bewusst sein", beschrieb Wolff einmal in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" die Bedeutung des Werks in Brackley. Ob er eine Kontrollfunktion auf den von einigen Seiten als "Satellit" angesehenen Standort einnehme? "Kontrolle ist das falsche Wort", beteuerte Wolff. "Als aktive Teilnahme der Motorsportleitung am Geschehen in Brackley sollte das bezeichnet werden."

Wolff mischt sich ein, er baut um. Vom Briten Nick Fry übernahm er zusätzlich die Aufgabe als Geschäftsführer, mit Niki Lauda als Aufsichtsratschef des Formel-1-Teams bildet er die österreichische Doppelspitze bei dem Rennstall. Beide halten zudem Anteile an den Silberpfeilen. "Mercedes ist mit dem Anspruch in die Formel 1 gekommen, um Meisterschaften mitzufahren und Meisterschaften zu gewinnen. Für nichts anderes wurden wir geholt", sagte Wolff.

Bis zum Titel ist es noch weit. Doch nach den Jahren des Hinterherfahrens seit dem Comeback 2010 haben die Silberpfeile ihren Schwung gefunden. Michael Schumachers Nachfolger Lewis Hamilton raste dreimal auf Rang drei, Nico Rosberg fuhr in Monaco sogar den zweiten Grand-Prix-Erfolg für Mercedes seit dem Wiedereinstieg ein. Unübersehbar: Auf einer Runde sind die Silberpfeile nur schwer zu schlagen. Der Beweis: Vier Pole Positionen holte das Duo Hamilton/Rosberg in dieser Saison.

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Da kommt der Reifentest-Streit denkbar ungünstig. Der Gang vor das Internationale Tribunal am Donnerstag wird auch für Wolff eine wichtige Prüfung. Falls der Rennstall bestraft werden sollte - wie fällt dann sein Krisenmanagement aus? Die Dauerkritik vom Daimler-Betriebsrat an der kostenintensiven Marketingmaßnahme Rennzirkus würde dann sicher nicht leiser werden.

Die Silberpfeil-Spitze wird in Paris von Brawn vertreten, der in der "Testgate"-Affäre mehrfach beteuerte, dass es sich "um einen Pirelli-Test" gehandelt habe. Privat, nicht geheim. "Was wir gesucht haben, war Ungestörtheit und nicht Geheimhaltung." Der in der Schusslinie stehende Brite betonte: "Ich habe ein reines Gewissen."

Auch für Brawn, das Superhirn hinter den Formel-1-Titeln von Rekordweltmeister Schumacher, steht schon ein potenzieller Nachfolger parat. Es ist der kürzlich von McLaren verpflichtete Top-Ingenieur Paddy Lowe, der nun als Geschäftsführer Technik fungiert. Kaum ein Stein bleibt bei Mercedes auf dem anderen.

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