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Reifen-Gefahr gebannt - Vettel will Heimfluch bezwingen

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Reifen-Gefahr gebannt - Vettel will Heimfluch bezwingen

03.07.2013, 17:26 Uhr | dpa

Reifen-Gefahr gebannt - Vettel will Heimfluch bezwingen. Sebastian Vettel peilt den nächsten GP-Sieg an.

Sebastian Vettel peilt den nächsten GP-Sieg an. (Quelle: dpa)

Nürburg (dpa) - Die Reifen-Gefahr scheint gebannt, dafür muss Sebastian Vettel im Kampf gegen seinen Heimfluch ausgerechnet das deutsche Mercedes-Team mit Silverstone-Sieger Nico Rosberg fürchten.

Zwei der vergangenen drei Formel-1-Rennen gewann der Wiesbadener, nun soll auf dem Nürburgring Nummer drei folgen. "Vom Heim-Grand-Prix des Teams zu meinem Heim-Grand-Prix - ich freue mich sehr auf den Nürburgring und ein Topergebnis", gab Rosberg vielsagend zu verstehen. Geschenke hat Vettel vier Tage nach seinem 26. Geburtstag keine zu erwarten. Auch und erst recht nicht von seinem schärfsten WM-Verfolger Fernando Alonso. "Ich wünsche ihm für heute das Beste. Für Sonntag nicht unbedingt", sagte der Spanier.

Die Gemengelage könnte für das mit Spannung erwartete Heimspiel nicht explosiver sein. Eine insolvente Rennstrecke, die erst auf den letzten Drücker den Zuschlag bekam, streitende Teamverantwortliche von Red Bull und Mercedes und ein verunsichertes Fahrerfeld nach den gefährlichen Reifenplatzern von Großbritannien. "Wenn die Situation so ist, wie sie in Silverstone war, wäre es nicht möglich zu fahren", bekräftigte Alonso. Die Erste-Hilfe-Maßnahmen von Hersteller Pirelli sollen alle aber erstmal durchatmen lassen. Die Italiener rüsten die Teams mit überarbeiteten Reifen aus.

Auch Vettel hofft, sich nach seinem Getriebeschaden von Silverstone und den Sorgen um die Pneus von nun an nur auf den Kampf um den Sieg konzentrieren zu können. "Jetzt heißt es weitermachen und die verlorenen Punkte so schnell es geht woanders wieder einsammeln", betonte der Heppenheimer. Mit 132 Zählern steht er zwar immer noch an der Spitze der Fahrerwertung. Doch Alonso (111) könnte Vettel schon an diesem Wochenende stürzen.

Psychospielchen seiner Konkurrenten lassen Vettel indes kalt. "Ich bekomme das schon mit. Aber ich will mich nicht davon beeinflussen lassen", sagte Vettel der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in einem Interview. "Ob irgendeiner was sagt, ob es mir gefällt oder nicht - das ist nicht entscheidend für den Ausgang einer WM."

Ein gewichtiges Wort möchten auch die Silberpfeile mitreden. Den Glauben an die eigenen Fähigkeiten hat die Mercedes-Crew. Kein Wunder. Fünf Pole Positions in acht Rennen sind ein eindeutiger Beleg für die aktuelle Stärke. Zudem: Nach acht Saisonrennen hat das Werksteam schon 29 WM-Punkte mehr gesammelt als in den 20 Läufen des Vorjahres. Den Wendepunkt im Muskelspiel mit Red Bull sieht Rosberg aber noch nicht. "Das würde ich noch nicht sagen, aber das Team hat uns ein tolles Auto hingestellt", sagte der 28-Jährige.

Von den Vorzügen des starken Wagens will auch Teamkollege Lewis Hamilton weiter profitieren. Der Brite erwies sich in dieser Saison als konstanter Punktesammler, siegte als letzter Formel-1-Pilot 2011 in der Eifel - doch auf seinen ersten Grand-Prix-Erfolg seit seinem Wechsel von McLaren im Winter wartet der 28-Jährige noch immer.

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Erste Lösungen gibt es hingegen in der Reifen-Diskussion. Der Automobil-Weltverband macht durch Regeländerungen den Weg zu erweiterten Testfahrten frei. Und Pirelli bringt für die Eifel die Reifen, die eigentlich schon für das Kanada-Rennen am 9. Juni vorgesehen waren. Dadurch soll sich das Desaster von Silverstone, wo während des Rennens an vier Autos jeweils der linke Hinterreifen geplatzt war, nicht wiederholen.

Pirelli gab den Teams eine Mitschuld an dem Fiasko. Falsch montierte Hinterräder und ein extrem niedriger Luftdruck hätten zu der Misere beigetragen. Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery stellte aber schnell klar: "In keiner Weise beabsichtigen wir, einen Streit auszulösen oder irgendjemanden zu attackieren." Motorsportchef Toto Wolff von Mercedes meinte am Mittwoch während einer Telefonkonferenz: "Manchmal braucht es dramatische Ereignisse, damit alle an einem Strang ziehen."

Zur weiteren Fehleranalyse bat FIA-Präsident Jean Todt am Mittwoch auf dem Nürburgring zu einer Krisensitzung. Zu groß war der Druck geworden. Zu groß die Angst vor einem Fahrer-Boykott. "Für unsere Sicherheit muss immer gesorgt sein, darauf habe ich in Bezug auf die Reifen schon vor Wochen hingewiesen", sagte Vettel der "FAZ". In Sachen Sicherheit darf es seiner Ansicht nach keine Kompromisse geben.

Auch auf der Rennstrecke will Vettel keine Zugeständnisse machen. Im Juli hat Vettel allerdings noch nie gewonnen, auch in Deutschland durfte er bislang noch nicht über Platz eins jubeln. Insgesamt wartet der dreimalige Formel-1-Weltmeister seit fast 22 Monaten auf einen Sieg in Europa. Da käme ein Triumph auf dem Eifel-Kurs genau zur rechten Zeit.

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