15.07.2013, 09:58 Uhr | dpa
Hinwil (dpa) - Nico Hülkenbergs Formel-1-Arbeitgeber Peter Sauber ist fest von der Rettung seines finanziell schwer angeschlagenen Rennstalls überzeugt.
"Wir fahren nicht nur diese Saison zu Ende. Sondern wir werden noch viele Jahre in der Formel 1 sein", sagte der Team-Besitzer der Schweizer Zeitung "Sonntags-Blick". Das Team ist in akuter Geldnot und konnte zuletzt einige Lieferanten nicht mehr bezahlen. "Die Lage ist ernst. Es ist eine der schwierigsten Situationen, seit ich im Motorsport bin", bekannte Sauber.
Vor 20 Jahren hatte der Schweizer das Team in die Königsklasse gebracht. Zuletzt war der Rennstall jedoch wirtschaftlich und sportlich in Schieflage geraten. Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel, der sein Formel-1-Debüt 2007 im BMW-Sauber gab, zeigte sich traurig über die Situation: "Ich bin sehr betroffen, weil ich das Team von früher kenne." Sauber dementierte allerdings Spekulationen über Schulden in dreistelliger Millionenhöhe und ein Ultimatum des Motoren-Lieferanten Ferrari. "Das ist Unsinn", sagte der 69 Jahre alte Sauber.
Trotz drohender Zwangsvollstreckungen wegen offener Rechnungen sei die Situation nicht aussichtslos. "Wir haben noch niemanden entlassen und haben die Löhne immer pünktlich bezahlt", versicherte Sauber. Allerdings musste Stammfahrer Hülkenberg angeblich auf sein Gehalt warten und soll deshalb seinen Vertrag vorsorglich gekündigt haben, um jederzeit wechseln zu können. Lotus gilt als Interessent.
Sauber setzt seine Hoffnung auf neue Investoren, die aus Russland kommen könnten. Zweimal habe er gemeinsam mit Teamchefin Monisha Kaltenborn bereits Gespräche in Moskau geführt, bestätigte der Team-Gründer. Die Verhandlungen mit einem neuen Geldgeber stünden "kurz vor dem Abschluss", sagte Sauber. Auch Kaltenborn hatte in den vergangenen Wochen mehrfach bekräftigt: "Es gibt bald eine Lösung." WM-Spitzenreiter Vettel drückt die Daumen. "Ich wünsche nur das Allerbeste und hoffe, dass sich einer findet und ordentlich Geld investiert", sagte der 26-Jährige bei Sky Sport News.
Sauber galt über viele Jahre als grundsolide und war Ausbildungsstätte für Fahrer wie Kimi Räikkönen und Felipe Massa. Die Deutschen Nick Heidfeld und Heinz-Harald Frentzen fuhren lange für den Rennstall. Hülkenberg war vor dieser Saison zu den Schweizern gewechselt, der aktuelle Rennwagen erwies sich jedoch bislang als zu langsam für Spitzenplätze. Wegen der Finanznot konnte das Auto zudem kaum weiterentwickelt werden.
Team-Besitzer Sauber schmerzt der öffentliche Überlebenskampf. "Das tut extrem weh. Und wie das Ganze nun in der Öffentlichkeit ausgebreitet wird, hat Dimensionen angenommen, die ich nicht verstehe", sagte er. Der Rückkauf des Rennstalls nach der Partnerschaft mit BMW habe ihn "an eine finanzielle Schmerzgrenze geführt", erklärte er. Rückenwind geben ihm die Zeichen der Solidarität aus der Schweiz. "Eine Privatperson hat mir ein zinsloses Darlehen von einer halben Million angeboten. Das können wir natürlich nicht annehmen", sagte Sauber.
15.07.2013, 09:58 Uhr | dpa
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