15.07.2013, 12:50 Uhr | dpa
Hinwil (dpa) - Die Formel 1 atmet auf, das Schweizer Privatteam Sauber hat wohl die Kurve gekriegt. Mithilfe von russischem Know How und einem satten Rubel-Zuschuss will der in Not geratene Rennstall, für den in dieser Saison auch der Deutsche Nico Hülkenberg fährt, wieder durchstarten.
Ein drohender Totalschaden wegen erheblicher finanzieller Probleme ist abgewendet. Zum Deal gehört allerdings auch, dass im kommenden Jahr der derzeit 17 Jahre alte Sergej Sirotkin aus Moskau passend zur Formel-1-Premiere in Russland sein Debüt feiern soll.
Der aktuelle Formel-Renault Fahrer soll in einem Entwicklungsprogramm für russische Piloten "auf seine Aufgaben als Fahrer im Team ab dem Jahr 2014" vorbereitet werden, hieß es in einer Pressemitteilung am Montag. Er wäre damit nach Witali Petrow (2010 bis 2012) der zweite russische Formel-1-Fahrer - und mit 18 Jahren der mit Abstand jüngste Pilot in der Königsklasse des Motorsports.
Klar ist damit zudem: Entweder Hülkenberg, der seinen Vertrag ob der Zahlungsschwierigkeiten von Sauber bereits gekündigt haben soll, oder der Mexikaner Estéban Gutierrez müssen weichen. Aufgrund der sportlich derzeit höchst bescheidenen Situation mit nur sieben Punkten aus den ersten neun Rennen für das Team dürfte vor allem Hülkenberg seine Zukunft woanders sehen. Er gilt als Anwärter auf ein Cockpit bei Lotus. Gutierrez' Chancen auf einen Verbleib sind aus anderen Gründen gering: Der Vertrag mit dem mexikanischen Großunternehmen und -Sponsor Telmex endet nach dieser Saison.
Bei den neuen Sauber-Partnern handelt es nun um den Investment Cooperation International Fonds, den Staatlichen Fonds zur Entwicklung der Nord-Westlichen Russischen Föderation und das russische Institut für Luftfahrt und Technologie. "Diese umfassende Kooperation ermöglicht es, russische Innovation an der Spitze des Motorsports zu präsentieren, und sie gibt dem Sauber F1 Team eine solide Basis, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu steigern", teilte der Rennstall mit. Eine Verbindung zu finanzkräftigen russischen Unternehmen hat Sauber bereits durch seine Partnerschaft mit dem englischen Top-Fußballclub FC Chelsea, der im Besitz des Milliardärs Roman Abramowitsch ist.
Erst am Wochenende hatte Rennstall-Gründer Peter Sauber eine baldige Rettung in Aussicht gestellt und sich kämpferisch gegeben. "Wir fahren nicht nur diese Saison zu Ende. Sondern wir werden noch viele Jahre in der Formel 1 sein", hatte der 69-Jährige in einem Interview der Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" gesagt.
Teamchefin Monisha Kaltenborn, die erste Frau auf diesem Posten in der Formel 1, war bereits zweimal nach Moskau gereist. Die Lage war zwar äußerst angespannt. Ein angebliches Ultimatum von Motorenpartner Ferrari, der bis zum 29. Juli auf die Zahlung von acht der ausstehenden 19 Millionen Euro pochen soll, hatte Sauber allerdings als "Unsinn" bezeichnet.
15.07.2013, 12:50 Uhr | dpa
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