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Formel 1: Ist Bernie Ecclestone noch tragbar?

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Ist Bernie Ecclestone noch tragbar?

18.07.2013, 17:02 Uhr | sid

Formel 1: Ist Bernie Ecclestone noch tragbar?. Der Vorschlag von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone stößt nicht überall auf Gegenliebe. (Quelle: imago/Hochzwei)

Der Vorschlag von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone stößt nicht überall auf Gegenliebe. (Quelle: Hochzwei/imago)

Bernie Ecclestone gerät immer mehr unter Druck, Mercedes droht in der Schmiergeld-Affäre mit Konsequenzen und selbst aus dem eigenen Lager bröckelt der Rückhalt für den umstrittenen Formel-1-Promoter: Dessen Arbeitgeber vermied nach der Anklage gegen Ecclestone wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung ein klares Bekenntnis zu seinem wichtigsten Mann. Im Hintergrund soll bereits nach einem Nachfolger für den Strippenzieher gefahndet werden.

"Der Vorstand wird die Entwicklung der Situation weiterhin entsprechend beobachten", teilte das Investmentunternehmen CVC, dessen Geschäftsführer Ecclestone ist, lapidar mit. Der Hauptaktionär der Formel 1 vermied es in der lediglich vier Sätze langen Mitteilung allerdings, dem Briten das Vertrauen auszusprechen.

Daimler verlangt Aufklärung

Derweil hat unter den Teams, Sponsoren und weiteren Teilhabern der Rennserie die Diskussion darüber begonnen, ob Ecclestone wegen seines drohenden Gerichtsverfahrens noch tragbar ist. Vor allem die großen Sponsoren haben strenge Compliance-Regeln, also Selbstverpflichtungen, die einer Zusammenarbeit mit potenziellen Straftätern klare Grenzen setzen. "Compliance ist für Daimler von zentraler Bedeutung", teilte der Konzern mit: "Wir befürworten die Aufklärung der Vorwürfe gegen den CEO der Formel 1." Man werde über das weitere Vorgehen mit den anderen Partnern der Formel 1 beraten und sich "danach wieder äußern".

Auch Ferrari-Boss Luca di Montezemolo hatte Ecclestone zuletzt unter Druck gesetzt: "Weil er die Formel 1 liebt, wird Bernie der Erste sein, der einen Schritt zurücktritt, im Interesse der Rennserie. Dieser Vorgang kann die ganze Formel 1 beschädigen."

Doch trotz der massiven Vorwürfe denkt der Pate der Formel 1 nicht daran, die Fäden aus der Hand zu legen. "Ich werde das tun, was ich immer gemacht habe: Weiter arbeiten und meinen Job tun. Für mich ändert sich durch diese Sache nichts", sagte Ecclestone. Dem 82-Jährigen wird vorgeworfen, dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs einer Formel-1-Beteiligung der BayernLB an CVC gezahlt zu haben.

Massive Steuerprobleme in England

Der mittlerweile zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Gribkowsky hat Ecclestone schwer belastet. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe und behauptet, von Gribkowsky erpresst worden zu sein. "Interessant ist doch besonders die Frage, warum sich Ecclestone angeblich erpressen lässt und 40 Millionen zahlt. Das ist auch für ihn kein Trinkgeld", sagte Sylvia Schenk, Sportbeauftragte der Anti-Korruptions-Agentur Transparency International: "Welche Ängste hatte er? Seine Steuerprobleme in England scheinen ja recht massiv zu sein. Es wird sicher schwer für ihn, da wieder rauszukommen." Die Person Ecclestone sei für die Formel 1 "hochproblematisch geworden".

Haftstrafe bis zu zehn Jahren droht

Ecclestone droht im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren. Deshalb soll CVC schon vor geraumer Zeit einen Headhunter beauftragt haben, einen potenziellen Erben für Ecclestone zu finden. Das Problem: In der Formel 1 versteht niemand so richtig, wie Ecclestones Arbeit genau funktioniert. Über die Jahre hat der gewiefte Manager ein Gewirr von Verträgen und Absprachen entstehen lassen, das nur er entschlüsseln kann. Einen "Back-Up" neben sich hat der machtbewusste Ecclestone im Milliarden-Business stets verhindert.

Gut möglich, dass die Aufgaben daher auf verschiedene Köpfe verteilt werden, auch, um die Herrschaft zu dezentralisieren. Zuletzt wurden immer wieder die Namen Monisha Kaltenborn, Teamchefin von Sauber, und Justin King, Chef einer britischen Supermarktkette, genannt. Beide zeigten allerdings (noch) kein Interesse an dem Job.

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