Formel 1
Silberpfeil-Pilot Hamilton feiert Sternstunde29.07.2013, 14:35 Uhr | dpa, t-online.de
Mercedes ist endgültig im Kreis der WM-Kandidaten angekommen. Lewis Hamilton dominierte den Großen Preis von Ungarn und fuhr einen souveränen Start-/Ziel-Sieg heraus. Der Triumph des Briten war zu keiner Zeit gefährdet - eine Machtdemonstration, die man sonst nur von Sebastian Vettel gewohnt ist. Der Weltmeister musste sich im letzten Rennen vor der Sommerpause mit Rang drei zufrieden geben. Kimi Räikkönen fuhr als Zweiter ins Ziel.
"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Wir hatten keine Ahnung, dass es so laufen würde", sagte ein sichtlich gerührter Hamilton auf dem Podium. "Alles hat funktioniert. Das ist vielleicht der wichtigste Sieg meiner Karriere." Vettel war nicht glücklich über Platz drei. "Es war nicht das beste Rennen für mich. Ich hätte gerne mehr erreicht", sagte er.
Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen erlebte Nico Rosberg keinen guten Tag. Beim Start kollidierte er mit Felipe Massa, was ihm jegliche Podiumschancen kostete. Kurz vor Rennende fiel sein Mercedes mit einem Motorschaden aus. Mark Webber raste vom zehnten Startplatz auf Platz vier vor. Fernando Alonso wurde Fünfter. Die Rennkommissare verhängten einige Stunden später eine 15.000 Euro Geldbuße gegen das Ferrari-Team des Spaniers. Der Technische Delegierte des Internationalen Automobil-Verbandes FIA warf Alonso vor, während des zehnten Saisonlaufs dreimal das Überholhilfesystem DRS zu früh aktiviert haben.
Am Start kam Vettel ungewohnt schlecht weg. Er musste seine Position gegen Romain Grosjean und Rosberg hart verteidigen. Nur wenige Kurven später kollidierten Massa und Rosberg. Der Deutsche verlor Teile seines Heckflügels, kam von der Strecke ab und fiel ins Mittelfeld zurück. Auch Massas Ferrari wurde beschädigt.
Hamilton eröffnete die erste Boxenstopp-Phase. Dadurch hatte Vettel freie Fahrt, konnte Grosjean jedoch nicht abschütteln. Als der Weltmeister merkte, dass er sich nicht absetzen konnte, fuhr er zu seinem ersten Reifenwechsel in die Box. Dadurch übernahm Grosjean die Führung.
Wenig später geriet Vettel erneut in Not. Von hinten bekam er Druck von Grosjean, er selbst attackierte den vor ihm fahrenden Jenson Button, der noch nicht gestoppt hatte. Dabei erlitt seine "Hungry Heidi" einen leichten Defekt am Frontflügel.
Gleichzeitig teilte die Red-Bull-Crew dem Deutschen mit, er solle besser etwas Abstand zum Briten halten. Sein Bolide war heiß gelaufen und benötigte Kühlung. Erschwerend kam hinzu, dass Vettels Red-Bull Probleme mit Energierückgewinnungssystem KERS hatte. Das Problem hatte bereits Teamkollege Webber im Qualfying genervt.
Als Vettel schließlich doch an Button vorbeiging, wollte Grosjean direkt nachziehen und kollidierte dabei mit dem McLaren. Das zwang den Franzosen zu einem verfrühten zweiten Boxenstopp. Er fiel auf Rang sieben zurück und Alonso schob sich auf den dritten Platz vor. Später kassierte Grosjean eine Durchfahrtsstrafe, die Chance auf ein Spitzenergebnis war für den Lotus-Piloten damit vertan. Er kam auf Platz sechs ins Ziel. Nachträglich bekam der Franzose noch eine 20-Sekunden-Strafe aufgebrummt.
Nach seinem letzten Boxenstopp kam Vettel auf Rang vier hinter Räikkönen zurück auf die Strecke und rückte dem Finnen danach immer weiter auf die Pelle. Nachdem Webber ebenfalls seinen letzten Reifenwechsel absolviert hatte, entwickelte sich ein packender Kampf um Platz zwei. Räikkönen und Vettel schenkten sich nichts, am Ende hatte der Iceman die Nase vorn. "Ich wusste das es knapp werden würde", sagte Räikkönen." Ich hatte aber keine Zweifel daran, dass ich ihn hinter mir halte." Der Schlüssel für Platz zwei war wieder einmal das Schonen der Reifen. Mit dem letzten Satz drehte der Finne beachtliche 34 Runden auf dem Hungaroring.
Nico Hülkenberg absolvierte ein unauffälliges Rennen und verpasste als Elfter WM-Punkte. Seine auffälligste Szene: Eine Durchfahrtsstrafe, weil er in der Boxengasse zu schnell unterwegs war.
Adrian Sutils Force India wurde bei seinem 100. Grand Prix bereits nach 20 Runden in die Garage geschoben. Hydraulikprobleme lautete die Diagnose in einem ersten Funkspruch. "Leider passieren solche Dinge immer im Rennen und nie im freien Training“, sagte Sutil. "Jetzt freu ich mich auf die Sommerpause.“
In den nächsten vier Wochen ist der F1-Zirkus in der Sommerpause. Das nächste Rennen findet am 23. August in Spa/Belgien statt. Vettel reist dann mit 38 Punkten Vorsprung auf den neuen WM-Zweiten Räikkönen an. Alonso liegt 39 Zähler hinter Vettel. Hamilton auf Platz vier hat bereits 48 Punkte Rückstand.
29.07.2013, 14:35 Uhr | dpa, t-online.de
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