Formel 1
Adrian Newey - das Superhirn hinter Sebastian Vettel05.08.2013, 12:06 Uhr | t-online.de
Sebastian Vettel (re.) weiß genau, bei wem er sich zu bedanken hat: bei Star-Ingenieur Adrian Newey. (Quelle: imago/LAT Photographic)
Sebastian Vettel ist derzeit der große Star der Formel 1. In den vergangenen drei Jahren wurde der Red-Bull-Pilot jeweils Weltmeister, außerdem führte er sein Team mit seinen Siegen auch zum Konstrukteurstitel. Schaut man jedoch hinter die Kulissen und erkundigt sich bei den Experten, wer für den Erfolg von Red Bull verantwortlich ist, fällt nicht nur der Name des deutschen Rennfahrers, sondern vor allem auch der von Adrian Newey – dem Vater von "Kinky Kylie", "Luscious Liz", "Randy Mandy" und "Hungry Heidi".
Der kauzige Engländer ist der Ingenieur der Autos von Vettel, der diesen stets lustige Frauennamen verpasste. Seit 33 Jahren arbeitet Newey in der Königsklasse des Motorsports, neun Titel haben seine Konstruktionen dabei herausgefahren. Fünf mal triumphierte er mit dem Williams-Team, einmal mit McLaren und drei mal mit Red Bull. Niemand sonst hat es geschafft, mit drei verschiedenen Teams Weltmeister zu werden. Newey ist der Garant für Erfolg in der Formel 1. Es gibt keinen besseren, er ist der heimliche Superstar im Rennzirkus. "Müsste ich mich zwischen Michael Schumacher und Adrian Newey entscheiden, würde ich jederzeit Adrian wählen“, sagte einst Red-Bull-Teamchef Christian Horner über den heute 54-Jährigen.
Bevor Newey sich in der Formel 1 einen Namen gemacht hat, studierte er Luft- und Raumfahrttechnik an der Southampton University. Weil es dort einen Windkanal gab, kam Newey dort bereits mit der Formel 1 in Kontakt.
1980 begann seine Karriere beim Fittipaldi-Team, später folgte ein Wechsel zu March. Erste Aufmerksamkeit erregte Newey, als seine Autos plötzlich mit den Großen der Szene mithalten konnten, obwohl das Team finanziell nicht annähernd in der gleichen Liga spielte.
Das Williams-Team wurde auf den Engländer aufmerksam und sicherte sich 1990 die Dienste des aufstrebenden Ingenieurs. Was folgte, war eine beispiellose Erfolgsserie.
1997 wechselte Newey zu McLaren. Mit einem Schlag war die große Zeit von Williams vorbei. Newey hatte den Erfolg zu seinem neuen Team mitgenommen. Sofort bescherte er diesem einen Doppelerfolg in Fahrer- und Konstrukteurswertung. Das war sein ganz großer Durchbruch. Der Niedergang des Williams-Rennstalls mit dem gleichzeitigen Aufschwung McLarens war unmittelbar mit der Personalie Newey verknüpft.
Die einzige Konkurrenz, die der geniale Designer in diesen Jahren hatte, war die Kombination Michael Schumacher/Ross Brawn. Seit dem ist Newey der gefragteste Mann in der Formel 1, sein Jahresgehalt liegt bei etwa acht Millionen Euro.
Als Red Bull 2006 das Superhirn verpflichtete, legte das Team damit den Grundstein für den heutigen Erfolg. Seit drei Jahren dominieren die Autos des österreichischen Rennstalls die Formel 1 und auch 2013 sieht es vielversprechend für die Weltmeisterschaft aus. Wie lange Newey noch für Red Bull tätig sein wird, ist nicht bekannt. Allerdings wird Red Bull die letzte Station in der Karriere des Ingenieurs sein.
Neben all diesen Erfolgen gab es aber auch eine schwarze Stunde für Newey, die ihm nach eigener Aussage seine letzten Haare kostete. Er hatte das Auto entworfen, mit dem Ayrton Senna 1994 in Imola tödllich verunglückte. Als mögliche Ursache kam eine durch eine Fehlkonstruktion gebrochene Lenksäule infrage.
Newey wurde wegen Totschlags angeklagt, seine Schuld konnte aber nie beweisen werden und er wurde schließlich frei gesprochen. Die Ursache des Unfalls ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Den Konstrukteurstitel gewann Williams 1994 trotzdem. Später erklärte Newey, dass er in dieser Zeit immer wieder über einen Rücktritt nachgedacht habe.
05.08.2013, 12:06 Uhr | t-online.de
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